Laube und Kleintierstall in Schwerte-Ost abgebrannt: Besitzer hat einen bösen Verdacht

hzFeuer in Kleingartenanlage

Drei Stunden lang kämpfte die Schwerter Feuerwehr in der Nacht zu Montag gegen die Flammen. Zu retten war aber nichts mehr. In Panik flüchteten Hühner und Kaninchen in die Nachbargärten.

Schwerte-Ost

, 29.07.2019, 16:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Muss, muss“, brummelt Paul Benning tapfer, wenn er gefragt wird, wie es ihm geht. Einen Moment später rutscht dem kräftigen Mann ein ehrliches „Scheiße“ aus dem Mund. Ein Feuer hat sein zweites Zuhause, die Parzelle 33 in der Kleingartenanlage Am hohlen Wege, verwüstet. „Im November haben wird 50 Jahre den Garten“, sagt er. Erst der Opa, später der Vater, dann er selbst. Was sie mit ihrer Hände Arbeit aufgebaut haben, ist nur noch ein verkohltes Gerippe. Die gemütliche Laube genauso wie der große Kleintierstall, in dem Benning 17 Hühner, 15 Kaninchen und rund drei Dutzend Wellensittiche hegte.

Beim Eintreffen der Feuerwehr brannten Laube und Stall lichterloh

Es war kurz nach Mitternacht, ganz früh am Montagmorgen, als Paul Benning von einem Gartenkollegen per Whatsapp-Nachricht aufgeschreckt wurde. Erst glaubte er noch an einen Scherz - aber als dann noch die Polizei anrief, eilte er zu seinem Garten. „Das war richtig ein großer Feuerschein“, berichtet der 58-Jährige: „Das ist taghell gewesen.“

Nach Angaben der Feuerwehr war es auch der Feuerschein, der einen Anwohner aufmerksam gemacht hatte. Um 0.12 Uhr wurde Alarm ausgelöst. „Bei unserem Eintreffen brannten Laube und Hütte schon in voller Ausdehnung“, sagt Einsatzleiter Wilhelm Müller. Mit vier Rohren, aus denen jeweils 100 Liter Wasser pro Minute spritzten, gingen die Retter gegen die Flammen vor. Außerdem musste die angrenzende Parzelle vor einem Übergreifen des Feuers geschützt werden, was auch gelang. Bis gegen 3 Uhr waren Kräfte von Hauptamtlicher Wache, Löschzug Mitte und der zur Verstärkung nachalarmierten Löschgruppe Geisecke im Einsatz.

Laube und Kleintierstall in Schwerte-Ost abgebrannt: Besitzer hat einen bösen Verdacht

Mit Flatterband abgesperrt ist der Zugang durch den Rosenbogen zu der abgebrannten Laube und dem zerstörten Stall. Die Spurensicherung der Polizei will die Brandstelle noch untersuchen. © Reinhard Schmitz

Von der Laube und dem Stall von Paul Benning war allerdings nichts mehr zu retten. „Das ist komplett niedergebrannt“, erklärt Einsatzleiter Müller. Die Polizei habe die Parzelle für die Ermittlung der Brandursache abgesperrt. Rot-weißes Flatterband ist durch den Rosenbogen gespannt, von dem aus der Plattenweg geradewegs auf die Ruinen zuführt. „Wir haben die Spurensicherung in Kenntnis gesetzt“, berichtet Polizei-Pressesprecher Thomas Röwekamp. Zu Schadenshöhe und Ursache konnte er deshalb noch keine Angaben machen.

Kleingärtner Paul Benning aber hat schon eine böse Vermutung: „Das muss wahrscheinlich ein Einbruch gewesen sein“, sagt er und zeigt auf die Reste der Käfigtüren, die alle geöffnet sind: „Wie können die Tiere sich selbst befreien? Das haben die die ganzen 49 Jahre nicht gekonnt.“

Wellensittiche waren eigentlich für eine Ausstellung gezüchtet

In ihrer Panik hatten sich die flüchtenden Hühner und Kaninchen durch die halbe Kleingartenanlage verstreut. Lauben-Nachbarn wie Annette Mengel halfen dabei, sie mühselig wieder einzufangen. „Die sind schnell wie Schmidts Katze“, erklärt Paul Benning. Teilweise musste ein Netz helfen. Aber immer noch sind einige Tiere „auf Tour“, wie er glaubt. Die anderen haben eine Notunterkunft im einzig erhalten gebliebenen Gewächshaus bekommen, bis sie für sie ein Quartier bei anderen Züchtern gefunden ist. Der Schock ist ihnen immer noch anzumerken, wenn sie mit ihren Schnäbeln gegen die ungewohnte Glastür trommeln.

Auf Nimmerwiedersehen verloren sind indes die rund 35 Wellensittiche, deren schönste Paul Benning eigentlich bei der nächsten Ausstellung seines Vogelzuchtvereins „Einigkeit“ Schwerte zeigen wollte: „Die kommen nicht mehr wieder.“

Trotz aller Trauer, in die sich auch ein bisschen Wut mischt, blickt der Mann schon wieder nach vorn. „Ich werde das wieder aufbauen“, kündigt er an. Auch wenn er bei Null anfangen, sogar einen neuen Bauantrag beim Verpächter, der Bahn-Landwirtschaft in Essen, stellen müsse. Aber erstmals Versicherungskram klären, dann abreißen und allen Schutt schubkarrenweise aus der Anlage transportieren müsse. Seinen 59. Geburtstag in der nächsten Woche hatte er sich anders vorgestellt.

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