So könnte es bald aussehen im Grenzbereich zwischen Dortmund und Schwerte. Die Kröten wandern und ein solches Schild könnte sie vor dem Unfalltod bewahren. © Foto Bauerfeld /Grafik Sauerland
Tierschutz

Liebeshungrige Amphibien in Lebensgefahr: Schutzzäune sind nicht überall möglich

Die Temperaturen steigen und damit beginnt die Zeit, in der sich Amphibien zu ihren Laichgründen begeben – auch an der Stadtgrenze von Dortmund zu Schwerte. Doch die Tiere sind in Gefahr.

Das Eis ist weg, der Frühling nähert sich. Und mit den Glücksgefühlen steigen auch die Außentemperaturen. Für Frösche, Molche und Kröten das Zeichen, sich auf den Weg zu etwaigen Laichgründen zu machen. Doch der Weg dorthin führt häufig über Straßen, die Tiere werden deshalb oft das Opfer von grobstolligen Autoreifen.

Eine der Ecken, an denen großer „Liebesverkehr“ herrscht ist an der Stadtgrenze von Dortmund nach Schwerte. Kurz hinter dem Aplerbecker Wald, an der Ostberger Straße, gehen die Tiere auf Wanderung. Und zwar schon bald. Denn ab einer nächtlichen Außentemperatur von plus fünf Grad geht es los. Manchmal sogar schon im Januar.

Keine Schutzzäune in diesem Bereich

An zahlreiche Stellen im Raum Dortmund und Schwerte sind es sogenannte Schutzzäune an Straßenrändern, die verhindern, dass die Amphibien unter die Räder kommen. An der Ostberger Straße sind keine vorhanden. Hier sind die Tiere auf fremde Hilfe angewiesen beim Queren der Straße.

Erschwerend kommt in diesem Bereich hinzu, dass es hier nachts stockdunkel ist. Eine Anwohner-Gruppe aus Sölderholz, Lichtendorf und Holzwickede hat sich jetzt zusammengetan, um den Amphibien auch langfristig zu helfen.

Zahlreiche Vorschläge, um die Tiere zu retten

Und aus den Reihen der Amphibien-Schützer kommen jetzt auch zahlreiche Vorschläge, um möglichst viele Tiere vor dem Unfalltod zu bewahren. Zunächst müssten im Bereich der Ostberger Straße, im Bereich der Reitanlage Gödde, Schilder aufgestellt werden. Hier weiß die Stadt Dortmund schon Bescheid. Ob der Vorschlag umgesetzt wird, wird sich zeigen – aber die Zeit drängt.

Eine andere Idee ist es, die Ostberger Straße während der Krötenwanderung in eine Anliegerstraße umzuwandeln. Hier müsste vermutlich die Bezirksvertretung (BV) Aplerbeck eine Entscheidung treffen.

Der Haken an der Sache: Die BV Aplerbeck tagt aufgrund der Corona-Pandemie frühestens wieder im März. Dann ist es für die Liebeshungrigen Amphibien aber schon zu spät.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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