Marienkrankenhaus Schwerte schickt Mitarbeiter vorerst nach Hause

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Das Marienkrankenhaus wappnet sich derzeit für den Höhepunkt der Corona-Krise und wirbt um freiwillige Hilfskräfte. Dennoch wurden Mitarbeiter jetzt nach Hause geschickt. Aus gutem Grund.

Schwerte

, 06.04.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit sich abgezeichnet hatte, dass ein Virus aus China zu einem Problem in Deutschland werden kann, haben sich im Marienkrankenhaus in Schwerte viele Dinge geändert. Es gibt einen Krisenstab, eine Covid-Gruppe, die Intensivbetten wurden aufgestockt, ganze Stationen leer gezogen und freiwillige Helfer für den Ansturm angeworben.

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Es ist aber auch die Ruhe vor dem Sturm, denn der Krankenhausalltag besteht derzeit auch aus dem Abbummeln von Überstunden und Resturlaub. Denn auch wenn man sich auf den Ansturm vorbereitet: Aktuell ist in vielen Abteilungen weniger zu tun. Die meisten planbaren Operationen wurden verschoben, damit nicht unnötig Intensivbetten und Aufwachraum belegt sind. Das bedeutet auch, man braucht aktuell weniger Personal.

Doch wenn morgen der Bus mit 20 Patienten aus einem Altenheim kommt, muss man gewappnet sein. Vermutlich auch auf Kosten vieler Überstunden. So ist ein Teil der Mitarbeiter in Bereitschaft und wartet auf den Ansturm. Bis zu 50 Stunden ins Minus dürfen die Arbeitszeitkonten gehen, das ist mit der Mitarbeitervertretung so ausgehandelt.

Krise hat den Alltag im Krankenhaus deutlich verändert

Die Krise hat den Alltag an den beiden Standorten von Schwertes Krankenhaus sehr verändert. Täglich tagt der Krisenstab, in dem auch die Krankenhaushygienikerin Heike Nimmich und die Hygienefachkräfte Olaf Krebs und Frederica Hengste vertreten sind. Nie war Hygiene wichtiger als in diesen Tagen.

Täglich gibt es einen Newsletter, per E-Mail oder WhatsApp für die Beschäftigten, damit jeder über alles in der Klinik informiert ist.

Eine Covid-Gruppe, in der die Abteilungsleiter und Chefärzte vertreten sind, tagt alle zwei Tage, auch per Webex Meet (Videokonferenz). Hier überlegt man in großer Runde, wie sich die Klinik vorbereiten muss. Der Krisenstab setzt dann um, bildet dazu auch Untergruppen. Denn nicht alle Anregungen lassen sich ohne weiteres so ausführen. Da muss Material organisiert und manchmal auch improvisiert werden.

Schutzmasken sind wieder angekommen

„Aktuell sind wieder Masken geliefert worden“, so Klinikchef Jürgen Beyer. Bei Schutzkitteln ist geplant, auf ein Stoffmodell umzustellen, das man sterilisieren und dadurch mehrfach verwenden kann.

Schwerstarbeit auch für die Krankenhaus-Apothekerin, Dorothea Wolfgart, die immer wieder neue Lieferwege suchen muss, um die knappen Güter zu beschaffen. Grundsätzlich sei die Versorgungslage zwar besser geworden, sagt die Geschäftsleiterin des Krankenhauses, Monika Hilsmann. Doch es bleibe der größte Kraftakt, das notwendige Material zu beschaffen.

Mehr Intensivbetten geschaffen

Es sei schon eine Belastung für die Klinikmitarbeiter, wenn man Corona-Patienten helfen wolle, aber fürchten müsse, dass man nicht die notwendigen Materialien für den eigenen Schutz habe, so Klinikchef Beyer.

Die 17 Intensivbetten mit Beatmungseinheit wurden auf 28 erhöht. Eine Station wurde als Isolierstation freigezogen. Damit man aber auch noch die anfallenden anderen Intensivpatienten behandeln kann, wurde der Aufwachraum kurzerhand in eine zweite Intensivstation umgewandelt. Und sogar von Außen hat sich die Klinik verändert. In der sonstigen Krankenwagen-Einfahrt hat das Marienkrankenhaus einen provisorischen Eingangsbereich mit drei verschiedenen Eingängen für Corona-Patienten, normale Sprechstunden-Patienten und Mitarbeiter gebaut. Als Wartebereich hat davor das Technische Hilfswerk ein Zelt aufgeschlagen.

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