Marienkrankenhaus Schwerte stoppt Anbaupläne: Klinikchef erklärt die Gründe

hzKein neuer Trakt

Das Marienkrankenhaus in Schwerte wollte eigentlich noch in diesem Jahr für 25 Millionen Euro anbauen. Doch daraus wird nichts. Klinikchef Jürgen Beyer erläutert die Gründe.

Schwerte

, 31.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit großem Aufwand wollte das Marienkrankenhaus anbauen. Für 25 Millionen Euro sollte dort, wo heute die Krankenhauskapelle steht, ein neuer Trakt entstehen. Über fünf Etagen war das 25 Millionen-Euro-Projekt geplant. Die Stadt hatte schon ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet, denn schließlich sollte für den Neubau die alte Krankenhauskapelle abgerissen werden. Das alles wurde jetzt auf Eis gelegt.

Marienkrankenhaus: Schon eine Million für Planung ausgegeben

Am Montag sprach Klinikchef Jürgen Beyer mit der Stadt und erklärte, man lege die Pläne zunächst auf Eis. Und das obwohl mittlerweile schon knapp eine Million Euro in die Planung des Baus geflossen sind.

So sollte der Anbau an das Marienkrankenhaus in Schwerte aussehen.

So sollte der Anbau an das Marienkrankenhaus in Schwerte aussehen. © Marienkrankenhaus

Im Gespräch mit unserer Redaktion am Mittwoch begründete der Klinikchef seine Entscheidung. „Am 12. September hat die Landesregierung ihr Gutachten zur Krankenhausplanung in NRW vorgestellt“, so Beyer. Wie viele Gutachten zuvor hatte auch dieses die Kleinteiligkeit der Krankenhauslandschaft bemängelt.

Gutachten der Landesregierung empfiehlt neues System

Doch die Lösung war eine andere. Die Empfehlung der Gutachter: Die Krankenhäuser sollen künftig Leistungsbereiche und Leistungsgruppen nachweisen und sich dadurch spezialisieren. Das heißt, eine Klinik muss bei jeder Leistung (zum Beispiel einer Knieoperation), die sie anbieten will, nachweisen, wie viele Fälle es im Schnitt in diesem Krankenhaus gibt, ob genügend Betten, Ärzte und Geräte vorhanden sind. Damit soll verhindert werden, dass jeder alles, was lukrativ ist, anbietet und die Qualität der einzelnen Kliniken verbessert wird.

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2021 herrscht Klarheit für das Marienkrankenhaus

Das hört sich zunächst logisch an. „Doch die Qualität spielt bei dieser Betrachtung gar keine Rolle“, bemängelt Beyer. Nur wer die entsprechenden Leistungen nachweisen kann, darf sie auch anbieten. Deshalb könne man nicht sagen, ob alle Abteilungen des Marienkrankenhauses mit seinen zwei Standorten auf Dauer gesichert sind. „Es kann natürlich sein, dass sich gar nichts ändert“, so Beyer. „Wir wissen es aber nicht.“ Vor diesem Hintergrund sei es Wahnsinn, 25 Millionen Euro zu investieren, zumal man auch viel eigenes Geld in die Hand nehmen wollte. Doch bis spätestens 2021 herrsche Klarheit, so Beyer. Dann will man entscheiden, was aus dem Anbau wird. Denn der würde einige Probleme am Standort Goethestraße lösen.

So wollte man unter anderem neue Bettenaufzüge einbauen, weil eine Renovierung der bestehenden Aufzüge im Bestand nicht möglich ist. Schließlich muss man täglich Patienten in ihren Betten von einer Etage zur anderen transportieren.

Mit seinen 1000 Mitarbeitern an zwei Standorten ist das Marienkrankenhaus derzeit der mit Abstand größte Arbeitgeber der Stadt. Anders als viele andere Kliniken habe man im vergangenen Jahr steigende Fallzahlen verzeichnen können. Insgesamt acht Prozent mehr Patienten wurden behandelt.

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