Marion Bluhm: Gutscheine sollen örtliche Geschäftsleute retten

Coronavirus

Viele Geschäfte haben geschlossen. Die Einkommen der Besitzer gehen gegen null. Reisebüro-Inhaberin Marion Bluhm glaubt, eine Lösung gefunden zu haben.

Holzen

, 11.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ihr Reisebüro in Holzen ist geschlossen, deshalb kommuniziert Marion Bluhm mit schaufenstergroßen Grüßen mit ihren Kunden.

Ihr Reisebüro in Holzen ist geschlossen, deshalb kommuniziert Marion Bluhm mit schaufenstergroßen Grüßen mit ihren Kunden. © Holger Bergmann

Der Eindruck ist beklemmend. Geschlossene Geschäfte wohin man schaut. Die Inhaber der Geschäfte geraten in arge Bedrängnis, denn sie haben kein Einkommen mehr. Dafür aber weiterhin viele Ausgabe:. Für die Miete, die Nebenkosten und für die Mitarbeiter.

Auch Marion Bluhm geht es so in ihrem Reisebüro in Holzen. Ihre sieben Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, es gibt aber viel zu tun. Und zwar immer das Gleiche. Es müssen Reisestornierungen abgewickelt werden. „Das ist Arbeit, die uns keiner bezahlt“, sagt Marion Bluhm.

Und sie geht davon aus, dass es anderen kleinen Betrieben ähnlich geht. Viel zu tun, aber keine Einnahmen. Auf der Suche nach einer Lösung, wie kleine Geschäfte die Krise überleben könnten, inspirierte sie seine Idee aus der Nachbarstadt Dortmund .

Gutscheine für kurzfristige Einnahmen

Dort hat sich der Versorger Dortmunder Energie und Wasser (DEW21) bereit erklärt, mit 10 Prozent jeden Gutschein zu fördern, den Verbraucher jetzt in Dortmund kaufen.

Damit soll dafür gesorgt werden, dass Geschäfte jetzt, obwohl sie nicht öffnen dürfen, trotzdem Einnahmen haben. Gutscheine werden jetzt bezahlt und irgendwann eingelöst.

Außerdem plädiert sie an die Schwerter, dass diese das, was sie in Schwerte kaufen können, nicht online bei Handelsriesen bestellen.

Marion Bluhm rechnet in Schwerte nicht mit einem Sponsor für so eine Aktion wie in Dortmund, sie hat eher die Kunden direkt im Blick. Sie meint: „Mit einem Gutschein kann man jetzt schon das kaufen, von dem man weiß, dass man es erst später braucht.“ Mit Blick auf ihre eigene Branche würde das bedeuten: „Der nächste Urlaub kommt bestimmt“.

Schlechte Nachrichten für Reisende

Natürlich denkt Marion Bluhm dabei auch an ihr eigenes Geschäft. Aktuell hat sie praktisch keine Anfragen für Reisebuchungen. Für die Abwicklung der Reise-Stornierungen bekommt sie von den Veranstaltern weder ein Honorar noch eine Entschädigung.

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Und Kunden werden mit schlechten Nachrichten abgeschreckt. Wer nach Namibia reist, muss beispielsweise erstmal 14 Tage in eine Quarantäne. In Äthiopien muss der Reisende sogar die Kosten für die Quarantäne übernehmen. Pauschal 2600 US-Dollar. Unter diesen Bedingungen geht niemand auf Reisen.

Gruppenreisen wurden verschoben, nicht abgesagt

Gute Nachrichten gab es zuletzt für die von Marion Bluhm selbst organisieren Gruppenreisen. Fast alle Reiseteilnehmer haben einer Verschiebung zugestimmt.

Deshalb liegt ihr Umsatzrückgang momentan nur bei 25 Prozent, „ich erwarte aber noch einen weiteren Umsatzeinbruch vom 50 Prozent.“

In dieser Situation wäre der Verkauf von Gutscheinen deshalb eine willkommene Finanzspritze. Für alle Geschäftsleute.

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