Mehr als 100 neue Wohnungen und Eigenheime auf Schwerterheide geplant

hzNeubaugebiet in Schwerte

Ein reines Gewerbegebiet sollte einmal an der Straße Am Eckey nahe der Autobahn A1 entstehen. Jetzt sind andere Pläne auf dem Tisch. Die sehen auch viele neue Wohnhäuser vor.

Schwerterheide

, 15.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Arbeitsplätze und Gewerbesteuer fürs Stadtsäckel. Das hatte der Stadtrat im Blick, als er 2005 die frühere Kuhweide zwischen der K20 und dem Alten Dortmunder Weg im Flächennutzungsplan zur Gewerbefläche erklärte. Ruckzuck an der Autobahn, ideal. Doch diese Pläne sind vom Tisch. Etwa ein Drittel der nutzbaren Fläche soll nun für den Bau von Wohnhäusern abgezwackt werden. Weit über 100 Wohneinheiten als Eigenheime und Blocks könnten im südlichen Teil, angrenzend an die Siedlung rund um Sachsen- und Thüringerweg, hochgezogen werden.

Der Bauer träumte dort einst von einem OBI-Baumarkt

Auf dem Rest des sechs Hektar großen Grundstücks scheidet Wohnen aus, weil die Lärmbelastung von der nahen Autobahn A1 zu groß ist. So erläuterte Christoph Gutzeit, Prokurist der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Unna (WFG) am Mittwochabend bei einer öffentlichen Mitgliederversammlung der SPD Schwerte-Nord im Naturfreundehaus an der Waldstraße. Die WFG, die das Gelände vor einigen Jahren bei einer Versteigerung erworben hatte, stellt sich in diesem Bereich eine hochwertige Gewerbebebauung vor, die nach Norden auf drei bis vier Geschosse ansteigt. „Vielleicht auch mal mit einer Halle dahinter“, sagte Gutzeit, der mit Blick auf die Entwicklungen in Dortmund eine „Stadtkrone Ost in light“ versprach. Ganz anders als die Absicht des früheren bäuerlichen Grundstücksbesitzers, der gern einen OBI-Baumarkt angesiedelt hätte. Doch das habe die Politik seinerzeit gestoppt.

Mehr als 100 neue Wohnungen und Eigenheime auf Schwerterheide geplant

Entwurf des Planungsbüros Planquadrat sieht eine Grünfläche in der Mitte des Grundstücks vor.Der Am Rand zur Wohnbebauung sollen nur „nicht wesentlich störende“ Betriebe angesiedelt werden. © Reinhard Schmitz

Wie genau das derzeitige Gewerbegebiet künftig zu einem „hochwertigen Mischgebiet“ werden könnte, dafür stellte Stadt-Planungsdezernent Christian Vöcks zwei Varianten vor. Sie sind das Ergebnis eines städtebaulichen Ideen-Wettbewerbs, zu dem die Stadt zwei Büros eingeladen hatte. Vöcks machte keinen Hehl daraus, dass er den Vorschlag des Büros BJP (Bläser Jansen Partner) favorisiere, bei dem ein breiter Grünkeil das Gewerbe von den Wohnhäusern trennt. Der konkurrierende Entwurf des Büros Planquadrat sieht hingegen eine kleinere Grünfläche in der Mitte vor: „Davon profitiert nur das Gewerbe.“ In welche Richtung das Vorhaben weiter vorangetrieben wird, entscheidet der Planungsausschuss am Dienstag, 19. November.


Nachbarn möchten Grünstreifen behalten

Wesentliche Kritik entfaltete sich eigentlich nur an einem Punkt: Auf den alten Gewerbeflächen-Plänen war am Rand ein 15 Meter breiter Schutzstreifen zu den bestehenden Wohnhäusern am Alten Dortmunder- und Sachsenweg eingezeichnet. Weil der entfallen soll, droht den jetzigen Anwohnern, dass unmittelbar hinter ihren Gärten die neuen Wohnhäuser hochgezogen werden.

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