Mehr Zeit für Kanalprüfung?

SCHWERTE Undichter Stellen in der Landesregierung bedurfte es nicht: Ganz offiziell sickerte durch, dass die Dichtigkeitsprüfung der Abwasserkanäle möglicherweise für alle Häuser bis 2015 Zeit haben könnte.

von Von Reinhard Schmitz

, 15.11.2007 / Lesedauer: 2 min
Mehr Zeit für Kanalprüfung?

Mit der EWG-eigenen Kamera steigt Thomas Wiechard in den Kanal Am Quickspring, während sein Kollege Willi Pfeifer den Monitor beobachtet.

Denn wenn die Vorschrift von der Landesbauordnung in das Landeswassergesetz überführt wird, scheint ein Festhalten an der bisherigen Vorgabe 2005 (für Gebäude vor 1965) zweifelhaft. „Es ist eine juristische Frage, ob eine bereits abgelaufene Frist nochmals ins Gesetz aufgenommen werden kann“, weiß Joachim Schulte, Geschäftsführer der Stadtentwässerung (SEG). Im Landeswassergesetz sieht der Experte die Dichtigekeitprüfung jedoch richtig aufgehoben. Einziges Problem im Gesetzentwurf sei das Fehlen einer klaren Durchführungsverordnung zur Kontrolle durch die Gemeinden. Es werde nicht deutlich, wann ein Bußgeldbescheid verschickt werden müsse. „Da wollen wir aber auch nicht in der ersten Reihe stehen“, betont Schulte. Bislang sei das Thema einvernehmlich mit der Bevölkerung gelöst worden.

Vorgearbeitet „Wir haben ganz gut vorgearbeitet“, verweist der SEG-Geschäftsführer auf Zahlen. Ein Viertel der rund 10 000 Gebäude in der Ruhrstadt sei schon untersucht. Von 1500 Alt- und Neubauten liege eine Bescheinigung über die Dichtigkeit der Abwasseranlagen vor: „Das ist meiner Kenntnis nach die höchste Quote in NRW.“

Kanalkamera Dazu beigetragen haben beispielsweise die Bemühungen der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft (GWG), die kürzlich den erfolgreichen Abschluss ihres Kanalsanierungs-Programmes verkündete. Die Eisenbahner-Wohnungsgenossenschaft (EWG) hat sogar für 20 000 Euro eine eigene Kanalkamera angeschafft. „Wir haben schon 2002 ein Pilotprojekt mit der SEG gestartet“, berichtet Geschäftsführer Siegfried Dziemballa. An die 400 000 Euro – 20 Prozent ihres Investitionsvolumens – hat die EWG seitdem jährlich in die Sanierung von Hausanschlüssen gesteckt: „Schwerte-Ost ist da federführend.“

Kirche ist "fast fertig"

„Fast fertig“ mit dem Thema ist auch der Katholische Pastoralverbund, freut sich Bauausschuss-Mitglied Gerhard Lippe. Bis auf die Heilig-Geist-Kirche bestand an allen vor 1965 gebauten Gotteshäusern, Kindergärten sowie dem Pfarramt und der Friedhofskapelle Handlungsbedarf. Die Evangelische Gemeinde hat das Thema dagegen zurückgestellt, bis klar ist, welche Gebäude sie in Zukunft behalten wird.

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