Nach acht Wochen Ruhe wieder Corona-Fälle im Marien-Krankenhaus

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Die Corona-Zahlen steigen, und im Marienkrankenhaus gibt es wieder Covid19-Patienten. Doch etwas an der Situation unterscheidet sich grundsätzlich von der im Frühjahr.

Schwerte

, 14.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis Ende September waren das Marienkrankenhaus und die Krankenhäuser der Nachbarstädte im Corona-Ausnahme-Modus. Für mögliche Corona-Patienten wurden Intensiv-Betten freigehalten. Aufschiebbare Behandlungen und Operationen anderer Krankheiten wurden verschoben.

Mit dem Oktober begann im Marienkrankenhaus die Rückkehr in den Normalbetrieb. Intensiv-Betten stehen wieder „normalen“ Patienten zur Verfügung, Operationen finden wieder normal statt. Laut Krankenhaus-Sprecher Detlev Schnitker konnte die Bugwelle an verschobenen Operationen sogar schon abgebaut werden.

Zwei Corona-Patienten in Isolation

Doch seit Dienstag ist Schwerte Corona-Risiko-Gebiet. Kreisweit gibt es 21 Infizierte, die stationär im Krankenhaus behandelt werden. In Schwerte, im Marienkrankenhaus an der Goethe-Straße liegen wieder, erstmals seit acht Wochen, zwei Corona-Patienten in Isolation. Was verändert das in den Abläufen des Krankenhauses?

Praktisch gar nichts, berichtet Detlev Schnitker. Denn die Wochen vor dem Anstieg der Zahlen positiv getesteter Schwerter waren alles andere als ruhig. Jeder Verdachtsfall musste zunächst wie ein echter Corona-Fall behandelt werden. Jeder der betroffene Patienten musste erstmal in Isolation. „Bis das Testergebnis da war“, so Schnitker.

Die Sicherheit, um ruhig arbeiten zu können

So gab es viel zu tun, doch ohne Stress, wie Detlev Schnitker berichtet. Arbeitsabläufe, Hygiene-Regeln, das Einhalten von Abständen, der Einsatz bestimmter Masken in bestimmten Situationen, das alles ging in dieser Zeit in Fleisch und Blut der Mitarbeiter über. „Das gibt uns jetzt die Sicherheit, um in Ruhe arbeiten zu können“, versichert Schnitker.

Noch ein weiterer Punkt ist anders als zu Beginn der Corona-Krise, so der Krankenhaus-Sprecher. „Die Versorgungslage ist viel besser als zu Beginn“. Masken, Handschuhe oder Visiere, das alles war knapp, als sich im März auf der ganzen Welt die Krankenhäuser auf die Pandemie einstellten.

Der Nachschub ist gesichert

„Damals mussten wir organisieren, wie wir uns Mund-Nase-Schutz selbst basteln“, erinnert sich Schnitker. Gestöhnt wird auch heute noch, aber nicht mehr unter dem Mangel, sondern unter den Preisen. „Ausrüstung ist gerade sehr teuer“.

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Nur in einem Punkt hat sich das Marienkrankenhaus in dieser Woche umgestellt: Angehörige werden gebeten, auf Besuche zu verzichten. So soll die Zahl der Menschen im Krankenhaus niedrig gehalten werden, um ein Ansteckungsrisiko zu minimieren und mögliche Infektionsketten besser nachvollziehen zu können.

Zu Härtefällen soll es aber nicht kommen. „Patienten in schwierigen Situationen dürfen Besuch empfangen“, so Schnitker. Aber erst nach Absprache mit dem behandelnden Ärzten.

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