Einige der Nachbarn haben sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen, 60 von ihnen in eine Liste eingetragen. © Heiko Mühlbauer
Neubaugebiet geplant

Nachbarn in Wandhofen: „Stadt soll uns über Neubaugebiet informieren“

Nicht nur der Schützenhof soll mit Wohnungen bebaut werden, sondern auch der Sportplatz in Wandhofen. Nachbarn fühlen sich bei dem Projekt von der Stadt ausgeschlossen und beiseite gedrängt.

Den Sportplatz Schützenhof, das Gelände des ehemaligen Allwetterbades und den Sportplatz Wandhofen will die Stadt im Paket verkaufen. Sieben Bieter haben dafür Angebote eingereicht. Verkauft werden soll an denjenigen, der ausreichend Geld bietet, aber auch das beste Konzept hat. Wie das aussehen soll und wer den Zuschlag bekommt, soll der Rat entscheiden.

Im Unterdorf in Wandhofen sorgen sich die Nachbarn und fühlen sich von der Stadt außen vor gelassen. Rund 60 von ihnen haben sich in eine Liste eingetragen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. „Wir wollen informiert und in die Planung eingebunden werden, und zwar nicht erst nach der Entscheidung“, sagt Burkhard Eckelsbach. Er und seine Nachbarin Folke Redam sind die Sprecher der Initiative.

Was heißt kleinteilige Bebauung?

Einst stand im städtebaulichen Konzept für den Sportplatz, dass man hier Doppelhaushälften und Einfamilienhäuser für junge Familien plane. Das passt auch in das Wohnviertel. „In der Ausschreibung der Stadt war dann aber nur von kleinteiliger Bebauung die Rede“, sagt Eckelsbach. Und das schließe Mehrfamilienhäuser mit ein.

Die Nachbarn schrieben die Parteien und die Stadtverwaltung an. Unter anderem wollte man wissen, was denn nun kleinteilige Bebauung bedeutet. „Von der Stadt erhielten wir die Antwort, wir sollten den 30. September abwarten“, erklärt Folke Redam. Dann könnte aber auch schon alles entschieden sein, fürchten die Nachbarn. „Wir fühlen uns mundtot gemacht.“

Das Unterdorf ist verkehrstechnisch eine Insel

Denn jegliche Bebauung im Wandhofer Unterdorf ziehe Probleme nach sich, die man betrachten müsse. Das größte ist wohl die Verkehrsanbindung. Denn der Sportplatz liegt in einem Wohngebiet, das nur über die Hagener Straße erreichbar ist. Um den Verkehr zu regeln, wurden die engen Anliegerstraßen als eine Art Einbahnstraßen-Ring ausgeschildert. Vom benachbarten Müsliviertel ist das Unterdorf durch ein Wäldchen getrennt, zur Westseite durch eine Häuserreihe.

Schon jetzt sei der Verkehr durch die engen Straßen problematisch, zudem führt hier der Ruhrtalradweg vom Sportplatz aus über die Straßen, sodass an schönen Tagen die Radfahrer scharenweise durch die Siedlung radeln.

„Bevor hier eine Bebauung auch nur geplant wird, brauchen wir ein Verkehrskonzept“, fordern die Nachbarn.

Auch der Kindergarten soll erweitert werden

Wenn nun auf dem Sportplatz viele Wohneinheiten entstehen und die auch alle mit dem Auto unterwegs sind, muss eine Lösung her – auch für die Bauzeit. Denn neben dem künftigen Neubaugebiet soll auch der Kindergarten im Unterdorf erweitert und ausgebaut werden.

„Um 80 Plätze, das bedeutet auch, dass etliche Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen und ebenfalls den Verkehr erhöhen“, sagt Eckelsbach. Die Straße am Kindergarten ist eine Sackgasse.

Außerdem sorgen sich die Nachbarn um die Entwässerung. „Schon jetzt haben einige von uns feuchte Keller“, erklärt Eckelsbach. Der Ascheplatz lasse Wasser versickern, das dann unten an der Ruhr austrete und abfließen könne. Wenn hier mehr Fläche versiegelt würde, fließe weniger Wasser ab. Das müsse dann durch die Kanalisation bewältigt werden.

All das würden die Nachbarn gerne mit den Planern besprechen, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Überhaupt wäre es aus ihrer Sicht besser gewesen, die Grundstücke nicht im Paket zu verkaufen. Denn angesichts der großen Flächen am Schützenhof werde die Bebauung in Wandhofen sicherlich nicht ausschlaggebend für den Zuschlag sein.

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