Neue Bürgermeister in Nachbarstädten: Was verändert das für Schwerte?

hzKommunalwahl 2020

Neue Bürgermeister in Dortmund und Iserlohn, eine Wiederwahl in Hagen, ein neuer Landrat in Unna, was bedeutet das für Schwerte? Hat die Wahl Auswirkungen auf das Verhältnis zu den Nachbarn?

Schwerte

, 30.09.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Schwerte wurde kein neuer Chef für das Rathaus gewählt, in allen umliegenden Städten aber schon. In Dortmund bleibt ein SPD-Politiker Oberbürgermeister. Thomas Westphal setzte sich knapp gegen den Altenaer Andreas Hollstein (CDU) durch und folgt auf Ullrich Sierau.

Iserlohn: Michael Joithe siegt hauchdünn gegen CDU

Bei der Stichwahl in Iserlohn hingegen gab es eine deutliche politische Veränderung: Rund anderthalb Jahre nach der Abfindungsaffäre und dem Rücktritt von Peter Paul Ahrens (SPD) siegte Michael Joithe von „Die Iserlohner“ hauchdünn gegen Eva Kirchhoff (CDU), mit nur 36 Stimmen Vorsprung.

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Hagen: SPD-Herausforderer war chancenlos

In Hagen hatte sich Oberbürgermeister Erik O. Schulz schon im ersten Wahlgang gegen den SPD-Herausforderer und die anderen Bewerber durchgesetzt. Schulz war bis kurz vor seiner ersten Kandidatur 2014 Mitglied der SPD, trat aber aus, ist jetzt parteilos, wird jedoch unterstützt von CDU, Grünen, FDP und einer lokalen Wählergemeinschaft.

Unna: Landrat ist wieder ein SPD-Politiker

Im Kreishaus in Unna schließlich bleibt das Landrats-Amt in den Händen der SPD. Der bisherige Selmer Bürgermeister Mario Löhr gewann die Stichwahl und folgt auf Michael Makiolla.

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Hilft ein gemeinsames Parteibuch?

Bleibt die Frage: Hat das Auswirkungen für Schwerte? Dass ein gemeinsames Parteibuch hilfereich sein kann bei Gesprächen zwischen den Städten – dieser Gedanke drängte sich manchmal auf in den vergangenen Jahren.

Ein Beispiel: Als CDU-Mann Heinrich Böckelühr noch Schwertes Bürgermeister war, wurde eine Beschulungsvereinbarung mit Dortmund für nahezu unmöglich erklärt. Es gab festgefahrene Positionen und Streit zwischen Böckelühr und Sierau. Nach dem Schwerter Wahlsieg von Dimitrios Axourgos (SPD) war dann relativ schnell unterzeichnet, dass Schüler aus dem Dortmunder Süden wieder auf Schwertes Gymnasien kommen dürfen, auch ohne zusätzliche Kosten für Dortmund.

Hilft das gemeinsame Parteibuch also? Axourgos möchte zunächst einmal unterstreichen, dass er „mit den Amtskollegen bisher ein gutes Verhältnis“ pflege und dass das „auch so bleiben soll. Schließlich ist die interkommunale Zusammenarbeit sehr wichtig.“

Glückwünsche aus Iserlohn: Der damalige Bürgermeister Peter Paul Ahrens (l.) gratulierte Dimitrios Axourgos zur Wahl in Schwerte. Ebenso wie (v.l.): die FDP-Landtagsabgeordnete Susanne Schneider, Axourgos‘ Vorgänger Heinrich Böckelühr und Landrat Michael Makiolla.

Glückwünsche aus Iserlohn: Der damalige Bürgermeister Peter Paul Ahrens (SPD, l.) gratulierte Dimitrios Axourgos im März 2018 zur Wahl in Schwerte. Ebenso wie (v.l.): die FDP-Landtagsabgeordnete Susanne Schneider, Axourgos‘ Vorgänger Heinrich Böckelühr (CDU) und Landrat Michael Makiolla (SPD). © Bernd Paulitschke

Axourgos: „Gute und respektvolle Zusammenarbeit“ mit allen

Insbesondere mit dem neuen Landrat, Mario Löhr, gebe es „seit Jahren ein sehr gutes Verhältnis. Schließlich war Löhr bisher Bürgermeister in Selm.“

Doch auch mit den Oberbürgermeistern von Hagen und Dortmund „hat es eine gute und respektvolle Zusammenarbeit gegeben“. Axourgos verweist auf die Beschulungsvereinbarung und die Smart-City-Förderung und dass die „Kooperationen mit Thomas Westphal sicherlich weiter intensiviert werden“.

Bürgermeister von Schwerte und Iserlohn kennen sich von früher

Besonders ist hingegen die Konstellation mit Iserlohn: Axourgos war dort SPD-Fraktionschef und als solcher für die Errichtung einer zweiten Gesamtschule. Michael Joithe war Chef der Stadtelternschaft und dagegen.

Später, als Joithe sich in der neuen Gemeinschaft „Die Iserlohner“ engagierte, attackierte er die SPD ebenfalls scharf.

Die Auseinandersetzungen, findet Axourgos nun, sollten in der zukünftigen Arbeit keine Rolle spielen: „Mir ist wichtig, dass wir ein gutes Verhältnis pflegen und dort kooperieren, wo es sinnvoll ist.“

„Es geht um das Wohl unserer Städte und der Region. Ich freue mich daher auf die nächsten 5 Jahre mit den alten und neuen Amtskolleginnen und Amtskollegen“, so Bürgermeister Axourgos.

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