Neue Grundsteuer: Was bedeutet das für Schwertes Mieter und Hausbesitzer?

hzStädtische Finanzen

Die Grundsteuer soll sich ändern. Das Gesetz dazu beschließt der Bundestag nach der Sommerpause. Was man schon weiß und was das für Schwerter bedeutet, fragten wird bei der Stadt nach.

Schwerte

, 08.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Im Prinzip zahlt jeder Schwerter die Grundsteuer. Die Besitzer von Immobilien werden direkt von der Stadt zur Kasse gebeten. Mieter zahlen sie über die Nebenkosten.

Wie sich die Grundsteuer berrechnet ist für den Laien kaum erkenntlich. Es ist ein kompliziertes System aus vorberechneten Einheitswerten und den jeweiligen Hebesätzen der Kommune. Die sind in Schwerte besonders hoch, weil die Stadt zu den ärmesten Gemeinden NRWs zählt.

Nach der Sommerpause verabschiedet der Bundestag ein neues Gesetz zur Grundsteuer. Es soll das System vereinfachen, hält aber wohl am System fest, dass die Steuer nach dem Wert der Immobilie gezahlt werden muss. Es gibt erste Rechenbeispiele, wie das aussehen soll. Doch was bedeutet das für die Stadt und ihre Einwohner?

? In wie vielen Fällen muss der Einheitswert neu berechnet werden?

„16.251 Wohneinheiten (Einfamilienhäuser, Wohnungen in Mehrfamilienhäusern einzeln) sind bei uns im System hinterlegt“, sagt Kämmerin Bettina Brennenstuhl.

? Wie hoch ist das Grundsteueraufkommen aktuell und bleibt es nach den geschätzten Zahlen für das Jahr 2025, in dem das Gesetz in Kraft treten soll, gleich?
Das Grundsteueraufkommen beträgt aktuell nach Auskunft der Kämmerei 13,2 Millionen Euro (Plan lt. Nachtragssatzung 2019). „Bei dem Gesamtaufkommen muss es auch in der Zukunft mindestens bleiben“, betont die Kämmerin. Denn die Stadt deckt einen Großteil ihrer Ausgaben durch die Grundsteuer. Ihre stetigen Erhöhungen waren auch ein wichtiger Baustein im Sanierungskonzept der Stadt.

? Bedeutet das für die Bürger eventuell eine Änderung der Hebesätze?

„Das kommt auf die genaue Ausgestaltung der neuen Grundsteuerberechnung an“, sagt die Kämmerin. Es werde sich erst zeigen, wenn sich das Bundesland NRW für eines der möglichen Modelle festgelegt hat. Doch genauso gut wie zu Erhöhungen könnte es auch zu anderen Veränderungen kommen, bei denen die Einwohner nicht stärker belastet werden als jetzt. Das bezieht sich aber auf die Gesamtheit aller Grundsteuerzahler.

? Und was bedeutet das für den Einzelnen?

Im Einzelfall kann und wird es dazu kommen, dass Grundbesitzer stärker als bisher belastet werden. Andere hingegen werden entlastet. „Wer stärker belastet wird, wird die neue Grundsteuer dann vermutlich als ungerecht empfinden“, so Bettina Brennenstuhl. Denn der Entwurf sieht vor, den Wert der Grundstücke und Immobilien mehr zu berücksichtigen. Wer dort wohnt, wo Grund und Boden teuer ist, wird tiefer in die Tasche greifen müsssen. In Schwerte gehört dazu neben den Wohnlagen in Villigst auch der Bereich der Innenstadt. Hier sind es aber die Ladenlokale, die das Preisniveau bestimmen.

? Wann hat die Stadt Schwerte ausreichend Daten, um die Grundsteuer neu zu berechnen?

Darauf kann Kämmerin Bettina Brennstuhl keine Antwort geben. Bis Ende 2019 muss erst einmal klar sein, welches Grundsteuer-Modell für NRW gelten soll. Dann können die Finanzämter die neuen Einheitswerte berechnen.

Lesen Sie jetzt