Neue Mitte Ergste in der alten Grundschule: Einiges ist klar, andere Fragen sind offen

hzStadtteil-Treffpunkt

Wie geht es weiter mit der „Neuen Mitte“ in Ergste, dem neuen zentralen Punkt für Gruppen und Vereine? Einiges ist zu erkennen rund um die alte Grundschule. Andere Fragen sind noch unklar.

Ergste

, 08.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dorferneuerung 2018“ – so lautet der Titel des Förderprogramms, das die „Neue Mitte“ in Ergste beleben soll. Vieles soll auf dem alten Gelände der Grundschule eine zentrale Stelle finden.

Die Stadt Schwerte hat dafür mehrmals Fördergelder erhalten, muss aber auch selbst Geld beisteuern. Und das könnte – im schlimmsten Fall – zum Knackpunkt werden.

? Um welches Gelände geht es? Um den Bereich zwischen Kirchstraße und Grandweg, also sowohl um das Gelände, auf dem die Schulgebäude noch stehen, als auch um den Bereich, auf dem die Pavillons bereits abgerissen sind.

? Wer soll Teil der Neuen Mitte werden? Unter anderem das Jugendzentrum Ergste (JUZ), die Heimatstube Ergste, der Spielmannszug Ergste und die AWO-Seniorengruppe. Außerdem will die SG Eintracht Ergste ihre Geschäftsstelle hierher verlegen.
Es handelt sich also um Einrichtungen, die aktuell noch über den Stadtteil verteilt sind. Eine neue zentrale Stätte an der ehemaligen Grundschule in der Kirchstraße soll das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Akteuren vereinfachen.

? Wer soll wo sitzen? Das Konzept steht bereits längere Zeit fest. Andreas Pap, Jugendamtsleiter der Stadt Schwerte und Leiter des Projektes „Neue Mitte Ergste“, verdeutlichte vor einigen Wochen gegenüber den Politikern: Das Jugendzentrum soll ins Erdgeschoss, wo ebenfalls Platz für ein Treff-Café bleibe.
Weiter oben im Gebäude blieben dann Räume für Vereine und andere Gruppen, so Pap. Denn die Mitte solle ein Ort „für alle Verbände und Vereine in Ergste“ werden. Die Heimatstube könne im 2. Obergeschoss ein neues Zuhause finden.

? Wer übernimmt die Koordination zwischen Vereinen und anderen Mietern? Die Stadt? Nein. Das gibt die Stadt in die Hände der SG Eintracht Ergste. Die habe einerseits von anderen Sportstätten und Räumen bereits eine gewisse Erfahrung als Vermieter und kenne sich dementsprechend auch mit rechtlichen wie praktischen Hintergründen aus. Zum anderen sei es ja wunderbar, dass der Verein seine Geschäftsstelle ins ehemalige Schulgebäude ziehen wolle: „Dadurch haben wir eine soziale Kontrolle und jemanden permanent vor Ort.“

Neue Mitte Ergste in der alten Grundschule: Einiges ist klar, andere Fragen sind offen

Den Bereich, auf dem früher die Pavillons standen, soll die Kita nutzen. © Björn Althoff

? Wieso engagiert sich die SG Eintracht Ergste dort so stark? „Als größter Schwerter Sportverein möchten wir über den Sport hinaus am gesellschaftlichen Leben in Ergste mitwirken“, erklärt Dirk Kienitz, der Vorsitzender des Gesamtvereins. Auch er unterstreicht: Man habe in einer Sitzung Ende des Jahres 2019 eine Einigung erzielt, bei der man die Räumlichkeiten unter den Einrichtungen verteilt habe. Weiterhin könne die Turnhalle unter Aufsicht des Vereins auch anderweitig genutzt werden.

? Jetzt ist der Haushalt 2020 bisher nicht verabschiedet. Was bedeutet das für das Projekt „Ergster Mitte“? Weitere Planungen zum Ausbau stehen noch aus – das liegt am Sperrvermerk im Haushalt, für den die Politik so mehrheitlich gestimmt hatte. Kienitz erklärt: „Wir haben schon Vorgespräche mit den jeweiligen Fachmitarbeitern der Stadt geführt. Da die Fördermittel allerdings zum Teil von der Stadt finanziert werden, müssen wir auf die Verabschiedung des Haushalts warten.“

? Aber das Geld kommt doch nicht nur von der Stadt Schwerte.

Nein, und genau dadurch wird es noch komplizierter. 2018 und 2019 gab es vom Land NRW jeweils die maximale Förderungssumme von 250.000 Euro. Mit der ersten Hälfte wurde der Abriss der Pavillons und der Bau des großen Außen-Spielbereichs für die Kita Wunderland finanziert, die sich nun in den ehemaligen JUZ- und OGS-Räumen befindet.
Die zweiten 250.000 Euro, die 2019 bewilligt wurden, sollen in den Umbau fließen. Wenn der allerdings gestoppt werden sollte, falls die Stadt Schwerte kein eigenes Geld ausgeben würde, gäbe es auch eine Forderung aus Düsseldorf. In diesem Fall könnte das Land die Fördergelder zurückfordern. Dementsprechend lautet der Appell aus der Stadtverwaltung an die Politik auch: Bitte, lasst uns den Sperrvermerk wieder rausnehmen und lasst das Projekt weiterlaufen.

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