Neuer Obststand auf dem Wochenmarkt in Westhofen: „Jetzt müssen die Leute auch kaufen“

hzWochenmarkt Westhofen

Es ist der erste Zuwachs seit längerer Zeit: Auf dem Wochenmarkt Westhofen gibt es wieder einen Obst- und Gemüsestand. Ein Erfolg, denn es wird immer schwieriger, neue Händler zu finden.

Schwerte

, 12.01.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zuwachs für den Wochenmarkt in Westhofen - der erste seit über einem Jahr: Seit Ende Dezember baut Fuat Kilin dort donnerstags seinen Obst- und Gemüsestand auf. „Es läuft schon gut, aber es wird hoffentlich noch besser“, sagt der Händler, der seit über 20 Jahren im Geschäft ist.

Nach den Erfahrungen der ersten Wochen will er den Stand ab Mitte Januar noch vergrößern: „Auf bis zu zwanzig Meter“, um den Kunden noch mehr frisches Obst - von Äpfeln über Orangen bis zu getrockneten Früchten wie Datteln oder Feigen - und Gemüse anbieten zu können.

Über Erfolg oder Misserfolg entscheiden die Kunden

Was er an seinen ersten Markttagen in Westhofen erlebt hat, stimmt ihn zuversichtlich: Er sei nett aufgenommen worden, ist schon mit vielen Kunden ins Gespräch gekommen, erzählt Kilin. Am Donnerstag deckt sich auch Gerlinde Brand an dem Stand mit Porree und Äpfeln ein: „Das hat hier gefehlt. Jetzt müssen die Leute aber auch kaufen“, so die Westhofenerin.

Neuer Obststand auf dem Wochenmarkt in Westhofen: „Jetzt müssen die Leute auch kaufen“

Mit der bisherigen Kundenresonanz sind Fuat Kilin (l.) und Ivaco Marinov zufrieden. © Jessica Will

So sieht es auch eine Kundin, die sich gerade am Stand von Marktmeisterin Annegret Engel mit Eiern eingedeckt hat: „Ich gehe da jetzt direkt was kaufen, damit er nicht bald wieder zu macht“, sagt sie.

Das hört Annegret Engel gerne. Besonders, weil es sehr schwierig ist, neue Händler zu finden. Der Kontakt zu dem neuen Standbetreiber kam über die Deutsche Marktgilde in Lüdinghausen zustande, so die Marktmeisterin. „Die haben eine Datei, in der alle Händler verzeichnet sind.“ Dort meldete sich der neue Kollege auf der Suche nach einem neuen Standort für den Donnerstag.

Auf dem Wochenmarkt in Westhofen zählt der persönliche Kontakt

Der ist nun gefunden. Sowohl für Fuat Kilin als auch für Annegret Engel ist Westhofen einer der kleineren Märkte, auf denen sie ihre Stände aufbauen. Für den Umsatz seien auch die großen Märkte wichtig, so Engel. Aber dort kenne man „nicht mehr so viele Kunden mit Namen“, betont sie, wo die Vorteile der kleineren Veranstaltungen liegen.

Neuer Obststand auf dem Wochenmarkt in Westhofen: „Jetzt müssen die Leute auch kaufen“

Seit 1999 ist Annegret Engel (r.) Marktmeisterin in Westhofen. An ihrem Eierstand bildet sich manchmal sogar eine kleine Schlange. Eine gute Gelegenheit, mit den Kunden ins Gespräch zu kommen. © Jessica Will

Der persönliche Kontakt spielt eine wichtige Rolle: Am Eierstand kommen viele miteinander ins Gespräch, es bleibt Zeit für Scherze und ein nettes Wort. „Die lege ich Ihnen sofort“, scherzt Annegret Engel, als eine Kundin 20 Eier möchte. Der Lohn ist neben dem Geld auch ein Lächeln.

Einer der positiven Aspekte des Markthändler-Lebens, für das sich allerdings immer weniger Händler begeistern lassen, so Engel: „Viele haben große Schwierigkeiten, Personal zu finden. Bei Wind und Wetter draußen stehen, das macht nicht jeder mit.“

Männerchor Westhofen sorgt für Pannekauken und Waffeln

Von der Januar-Kälte lassen sich die vier Herren am Pannekauken-Stand des Männerchors 1834 Westhofen nicht abschrecken: Detmar Barkemeyer, Johannes Brand, Gerhard Geisler und Werner Lammert sind an diesem Donnerstag für knusprige Pannekauken und duftende Waffeln zuständig. Je mehr Stände, umso besser, da sind sich die Männer einig. „Mal wieder einer mehr, mit dem man sich unterhalten kann“, so Detmar Barkemeyer.

Neuer Obststand auf dem Wochenmarkt in Westhofen: „Jetzt müssen die Leute auch kaufen“

Für knusprige Pannekauken sind auf dem Wochenmarkt in Westhofen Werner Lammert (l.) und Gerhard Geisler mit ihren Mitstreitern vom Männerchor 1834 Westhofen zuständig. © Jessica Will

Mit dem neuen Stand gibt es nun insgesamt fünf Anbieter, bei denen man Eier, Pannekauken, Bekleidung, Blumen und eben Obst- und Gemüse bekommt. Wunschlos glücklich ist Marktmeisterin Annegret Engel damit aber noch nicht: „Was wir gerne wieder hätten, wären ein Bäcker und ein Metzger“, sagt sie.

Wobei sie mit der jetzigen Anzahl an Händlern schon gut leben kann. Vorallem, wenn man bedenkt, wie die Situation 1999 war: Damals war sie die einzige Markthändlerin, die ihren Stand in Westhofen aufbaute.

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