Neuer Zaun, neue Sitzbänke – wie sich der Stadtpark in Schwerte 2019 veränderte

hzJahresrückblick 2019

Hier die Grundschüler, da die Trinker. Hier die Senioren, da die Szene. Für den Stadtpark in Schwerte gab es 2019 viele Ideen – auch einen bunten Zaun und neue Sitzbänke weiter weg vom Weg.

Schwerte

, 31.12.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein öffentlicher Park in der Innenstadt – er ist immer auch zugänglich für alle. Also auch für die Gruppen, die man als „Trinker“, als „Junkies“ oder als „Szene“ bezeichnet. So ist es auch im Schwerter Stadtpark zwischen Bahnhofstraße und Beckestraße.

Das ist seit Jahren so. Und seit Jahren überlegen Stadt, Politiker, Sozialarbeiter, Anwohner und andere Beteiligte, wie man Konfliktsituationen entschärfen kann. Und wie man in diesem Fall noch verhindern kann, dass die Grundschüler diesen Teil des Sommer-Alltags einer Stadt ausblenden können.

Bunte Sichtschutzplane entlang des Schulhofes

2019 fand man Lösungen: Nach dem Treffen des „Runden Tisches Stadtpark“ im April einigte man sich darauf, den Zaun am Schulhof der Friedrich-Kayser-Schule (FKS) auf zwei Meter aufzustocken und ihn zudem mit einer Sichtschutzplane auszustatten.

Dabei ging es nicht nur darum, die Erwachsenen nicht trinken zu sehen. Immer wieder seien auch Männer zum Pinkeln in Richtung Grundschule gegangen. Dort standen früher auch Büsche. Sie wurden aber weggenommen in der Hoffnung, dass die Männer dann aus Schamgefühl darauf verzichten würden. Beziehungsweise dass sie ihr Geschäft dann anderswo verrichten würden, nicht mehr in Sichtweite der Kinder. Die Idee ging allerdings nicht auf.

Die Idee zum neuen Zaun – das wurde erst später so deutlich – stammte übrigens von den Grundschülern selbst.

Weit weg vom Hauptweg: Durch die neue Sitzgruppe sei es deutlich besser geworden im Stadtpark.

Weit weg vom Hauptweg: Durch die neue Sitzgruppe sei es deutlich besser geworden im Stadtpark. © Björn Althoff

Neue Sitzgruppen außerhalb der Sichtweite der Kinder

Zweite Maßnahme: Die Bänke, die bis dahin noch parallel zum Schulhof standen, also auf dem Weg zur Bahnhofstraße hin, wurden versetzt und ausgetauscht. Im August kamen Vertreter der Stadt, der Politik und des Vereins für soziale Integrationshilfen (VSI) im Stadtpark zusammen, wo sie neue Tisch-Bank-Kombinationen vorstellten. Sie stehen vor dem Rathaus am Stadtpark, einige Meter weg vom Weg. Sie sind direkt ausgestattet mit Mülleimern und Kronkorken-Sammelbehältern – und sie sind vom FKS-Schulhof kaum zu sehen.

Einige aus der Szene hatten sich da schon bemüht zu unterstreichen: Sie seien doch immer freundlich, räumten ihren Müll immer auf, wollten einfach nur in Ruhe zusammen da sitzen. Ein ähnlicher Eindruck verfestigte sich auch im September, als die CDU Anwohner und Interessierte in den Stadtpark einlud. Anwohner bestätigten, nett gegrüßt zu werden. Ansonsten trug die CDU viele Ideen als Sammlung zusammen, um zu schauen: Lasse sich etwas umsetzen?

Wie läuft es im Stadtpark? Was lässt sich verbessern? Auf Initiative der CDU trafen sich Anwohner, Sozialarbeiter, Politiker und Eltern vor Ort.

Wie läuft es im Stadtpark? Was lässt sich verbessern? Auf Initiative der CDU trafen sich Anwohner, Sozialarbeiter, Politiker und Eltern vor Ort. © Björn Althoff

Noch gehört der Stadtpark den Kirchengemeinden

Das hängt aber auch mit der Eigentumsfrage zusammen. Noch gehört der Stadtpark den Kirchengemeinden – evangelisch wie katholisch. Und zum Stand des Verkaufs oder Überlassens an die Stadt erklärten alle Verhandlungspartner bisher nur: Ja, es sehe ganz gut aus. Aber mehr könne man nicht sagen.

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