Corona-Warn-App zeigt rot — wie oft kam das in Schwerte vor?

hzCorona-Warn-App

Seit rund einem Monat gibt es die Corona-Warn-App für Smartphones. Doch wie oft hat sie schon jemanden gewarnt, und wer kontrolliert das eigentlich? Die Antworten sind ernüchternd.

Schwerte

, 09.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 15 Millionen Deutsche haben sich schon die Corona-Warn-App auf ihr Smartphone geladen. Die App auf dem Handy eines positiv auf Corona Getesteten informiert Nutzer auf anderen Handys, wenn sie sich begegnen.

So die Theorie. Doch was macht man eigentlich, wenn die App auf dem eigenen Handy so eine Begegnung meldet? Dann kann man sich testen lassen, um sicherzugehen, dass man sich nicht infiziert hat.

Wenn also das Handy rot blinkt, sollte man seinen Hausarzt aufsuchen. Ob das in Schwerte schon mal vorgekommen ist, wird offiziell nicht erfasst. Schließlich ist die Warn-App so programmiert, dass sie keine personenbezogenen Daten weitergibt. Auskunft dazu könnten nur die Hausärzte geben. Denn da sollen sich die Gewarnten im besten Fall melden. Eine Umfrage unter Schwerter Ärzten ergab, dass keiner der Befragten bislang so einen Fall hatte.

Doch das ist kein Wunder, denn Gesundheitsminister Jens Spahn hatte in der vergangenen Woche erklärt, die App habe bundesweit bislang etwa 300 Mal Alarm geschlagen. Da ist es relativ unwahrscheinlich, dass unter diesen Fällen auch einer aus Schwerte war.

Zu einem Test raten

Was würden die Ärzte eigentlich machen, wenn ein Patient aufgrund einer App-Warnung in Praxis kommt? „Es würde ein sehr langes Gespräch geben“, berichtet Hausarzt Theo Spanke. „Es müssen sehr viele Fragen geklärt werden“.

Wenn man nachvollziehen kann, dass die Begegnung im Freien stattfand, sieht Spanke zum Beispiel keinen Handlungsbedarf. Wenn man aber feststellt, dass die Begegnung in einem geschlossenen Raum stattfand, würde Spanke zu einem Test raten.

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Ob Corona-Tests nach einer App-Warnung oder aufgrund anderer Indikation durchgeführt werden, wird übrigens auch nicht erfasst. Das ergab eine Anfrage beim Kreis Unna, in dessen Gesundheitsamt die Corona-Meldungen zusammenlaufen.

Was muss man machen, wenn man selbst positiv gestest wurde?

Auch das ist noch ein Problem. Eigentlich sollte der Getestete mit seinem Befund aus dem Labor einen QR-Code bekommen, mit dem er das Handy freischaltet. Danach wird die Alarmkette in Gang gesetzt. Damit wollte man den Missbrauch verhindern. Aktuell geben aber viele Labore keine QR-Codes an die Patienten aus. Die können sich nur bei einer Hotline melden. Diese Probleme merkt man auch beim Gesundheitsamt des Kreises. Dort kommt es immer wieder zu Anfragen, wie man die App in Betrieb setzt. „Die App ist eine Einrichtung des Robert-Koch-Instituts“, sagt Kreissprecherin Constanze Rauert. Wer Fragen rund um die App hat, kann sich aber auf der Homepage des Kreises Unna informieren.

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