Parkplätze an Ostberger Straße gesperrt: Weil kaum jemand bezahlen will, bleiben sie leer

hzParken in Schwerte

An der Ostberger Straße sind kostenlose Parkplätze weggefallen. Nun gibt es einen leeren Parkplatz mit vielen Metallbügeln, während für Besucher Parkplatznot besteht, sagt eine Schwerterin.

Schwerte

, 04.03.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zeiten, in denen man ohne Weiteres sein Auto auf dem Parkplatz an der Ostberger Straße abstellen konnte, sind vorbei. Wo noch vor wenigen Wochen jeder kostenfrei parken durfte, versperren nun Metallbügel den Weg.

Stellflächen gibt es seit Dezember nur noch für anliegende Unternehmen und Anwohner, wenn sie zahlen. Die zeigen aber offensichtlich nur bedingt Interesse – denn viele Absperrbügel bleiben oben, die Parkplätze leer.

So schildert es Kerstin Plöger. An manchen Tagen – wenn sie in der Rehavision zum Sport geht – fahre sie ewig im Kreis, bis sie irgendwo in der Nähe der Ostberger Straße eine Lücke für ihr Auto gefunden hat. „So wie ich es sehe, sind 70 Prozent der Parkplätze dauerleer. Da steht nie einer, auch abends nicht.“

Parken an der Ostberger Straße wird zur Geduldsprobe

Neben der Rehavision befinden sich auf dem Gelände unter anderem auch noch die Akademie für Gesundheitsberufe und eine Ergotherapie-Praxis.

Schilder an den jeweiligen Stellflächen verraten, dass die Rehavision mehrere Plätze gemietet hat. Auch Kunden der Praxis für Ergotherapie dürfen auf eigens angemieteten Flächen parken. „Sonst bleiben die meisten aber leer“, hat Plöger schon oft beobachtet.

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Und sowieso: An der Ostberger Straße sei es kritisch mit dem Parken, weiß die Schwerterin aus leidiger Erfahrung: „Vor allem mittags sind die Parkplätze rar gesät. Auch die Seitenstraßen sind dann dicht – und das war schon so, als der Parkplatz noch öffentlich war. Jetzt ist es echt eng.“

Da wo Platz ist, parken manche auch einfach vor den hochgeklappten Bügeln.

So geht es natürlich auch: Manche Parker stellen sich mit ihrem Wagen einfach vor die Absperrbügel.

So geht es natürlich auch: Manche Parker stellen sich mit ihrem Wagen einfach vor die Absperrbügel. © Aileen Kierstein

Rehavision: Wir haben endlich feste Kundenparkplätze

Genau andersherum sieht man die Situation bei den ansässigen Unternehmen: „Für das Auge des Kunden ist viel frei. Es wirkt so, als würde man den Leuten Parkplätze vorenthalten“, sagt Bernd Lingen von der Rehavision. „Aber eigentlich ist genau das Gegenteil der Fall. Jetzt haben wir feste Parkplätze nur für unsere Kunden.“ Denn vorher durfte jeder dort parken.

Der Parkplatz an der Osterberger Straße 34 gehört der Diakonie Mark-Ruhr. Der geschätzten Leerstandsquote von 70 Prozent kann man folgendes entgegensetzen: „Es gibt dort 23 Parkplätze, davon sind lediglich sechs nicht vermietet. Hinzu kommen zwei Parkplätze für Behinderte ohne Bügel“, erklärt Pressesprecher Fabian Tigges auf Anfrage.

Für 35 Euro im Monat könne die jeder mieten – egal ob Anwohner, Kunde, Mitarbeiter oder Pendler. Natürlich würde die Diakonie aber die anliegenden Unternehmen priorisieren.

Viele Firmen sind in dem ehemaligen Schwesternwohnheim an der Ostberger Straße untergebracht, zu dem der Parkplatz gehört.

Viele Firmen sind in dem ehemaligen Schwesternwohnheim an der Ostberger Straße untergebracht, zu dem der Parkplatz gehört. © Reinhard Schmitz

Vor der Regelung durften alle Parker dort noch mit Parkscheibe stehen. „Warum wir das abgeschafft haben? Es sind halt hauptsächlich Dauerparker“, erklärt Tigges. „Und wir wollen auf unserem Grundstück auch unseren Mietern entgegenkommen. Damit sie nicht suchen müssen.“

Warum so viele Parkplätze trotzdem so oft leerstehen, kann man sich bei der Diakonie nicht erklären. „Wie oft die Leute ihre Plätze wirklich nutzen, können wir natürlich nicht nachhalten.“ Das spiele aber auch keine Rolle – schließlich sei es jedem Mieter selbst überlassen.

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