Von 116 Kilo auf 80 Kilo: Das ist das Ziel von Pia. Die zweifache Mama will bei Biggest Loser abnehmen. Sie hofft, in der TV-Sendung einen „richtigen Arschtritt“ zu bekommen.

Schwerte, Dortmund

, 30.01.2019 / Lesedauer: 5 min

Ständig wird sie doof angeguckt, sagt Pia. Weil sie 116 Kilo auf die Waage bringt - bei einer Körpergröße von 1,67 Meter. Die Hoffnung, den Kampf gegen die Kilos alleine zu gewinnen, hat die gebürtige Schwerterin, die seit einem halben Jahr in Dortmund lebt, aufgegeben: „Je mehr ich zunehme, desto mehr sinkt meine Hoffnung, dass ich die Kilos jemals wieder runterkriege“, sagt die Mutter einer einjährigen Tochter und eines neunjährigen Sohns.

Pia will bei Biggest Loser abnehmen

Doch jetzt hat sie einen neuen Abspeck-Anlauf unternommen: Die 30-Jährige wird am Sonntag, 3. Februar, um 16.25 Uhr bei „Biggest Loser“ auf Sat1 zu sehen sein. Dort kämpft sie im Boot-Camp mit 49 weiteren Bewerbern um einen von 18 Plätzen in der Sendung.

Wie erfolgreich sie bei der bereits im vergangenen Jahr aufgezeichneten Sendung war und ob sie sich im Boot-Camp für die weiteren Folgen qualifiziert hat, darf sie zwar nicht verraten. Aber im Interview erzählt Pia von Schamgefühlen ihren Kindern gegenüber und der Hoffnung auf einen „richtigen Arschtritt“.


Wenn man sich entscheidet, bei Biggest Loser mitzumachen, hat man schon eine gewisse Diät-Vorgeschichte, oder?

Ja klar. Ich habe schon einiges ausprobiert. Die erste Diät habe ich nach der Geburt meines Sohnes vor neun Jahren gemacht. Die ganzen Klassiker habe ich durch: FDH (Friss-die-Hälfte), Weight Watchers. Die üblichen Sachen – und dann auch der klassische Jojo-Effekt.

Es gab aber mal Erfolge? Warum waren die nicht von Dauer?

Weight Watchers hat gut funktioniert – es hat auch mal ein paar Jahre funktioniert, das Gewicht zu halten, aber dann ging es schleichend wieder hoch.

Dein Startgewicht zu Beginn der Sendung waren 116 Kilo. Wo im Alltag merkst du, dass du zu dick bist?


Mir fällt es immer auf, wenn ich mit meiner Tochter spiele – da ist die Schaukel dann zu eng, ich muss mich da richtig reinquetschen. Beim Spielen mit den Kindern bin ich schnell aus der Puste gekommen, beim Fußballspielen mit meinem Sohn zum Beispiel. Und beim Klamottenkaufen – das frustriert mich immer wieder. Dann geht man zuhause auf die Waage, wenn man mal wieder nicht in die Klamotten gepasst hat.

Und dann beginnt die nächste Diät?

Ja, aber ich war irgendwann so frustriert, dass ich kapituliert habe. Weil ich einfach wusste: Ich schaffe es nicht langfristig.

Spielt bei der Entscheidung, abnehmen zu wollen, nur das eigene Befinden eine Rolle? Oder sind es auch Erfahrungen, dass man sich oft ausgegrenzt fühlt, blöde Sprüche kassiert?

Ja. Man wird die ganze Zeit doof angeguckt, ständig so von oben herab. Aber natürlich spielt auch die eigene Gesundheit eine Rolle. Und: Nächstes Jahr will ich kirchlich heiraten, dafür suche ich noch ein Kleid. Außerdem will ich nicht, dass mein Sohn sich für mich schämen muss.

Gab es den einen Moment, in dem du gemerkt hast – ich schaffe es nicht alleine, ich brauche Hilfe, um von den Kilos runterzukommen?

Nach der letzten Diät. Ich habe es mal wieder versucht, zusammen mit meinem Mann. Bei ihm klappt das dann super. Wir haben Kalorienzählen gemacht – er hat mir das auch alles gut erklärt, aber bei mir fruchtet es einfach nicht. Ich brauche einfach einen richtigen Arschtritt. Im Alltag bin ich tagsüber mit den Kindern alleine, da isst man dann die Reste und dann reißt alles wieder ein.

Und was ist mit Sport? Klappt es damit?

Mein Mann geht ins Fitnessstudio und ich habe zwischendurch mal Zumba gemacht, habe zuhause auch einen Crosstrainer – wenn ich es schaffe, gehe ich da auch drauf…

Aber es fehlt die Konsequenz?

Genau.

Von der Erkenntnis „Ich brauche Hilfe, um es zu schaffen“ wie weit war es noch bis zur Bewerbung bei Biggest Loser?

Ich habe mich schon öfters bei Biggest Loser beworben – dieses Mal bin ich in der Auswahl zum ersten Mal weitergekommen. Ich habe mich aber vorher auch bei Ärzten und in Adipositaszentren erkundigt. Aber ich habe Angst vor Operationen, will mir eigentlich kein Magenband setzen lassen.

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Beim Gedanken an die Sendung: War es da die reine Vorfreude oder hat man auch ein mulmiges Gefühl? Da fließen ja oft Tränen, es geht sehr emotional zu.

Diese traurigen Sachen habe ich zuerst ausgeblendet. Das Bewusstsein dafür kam erst hinterher. Aber auch wenn es sehr emotional in München (beim Boot-Camp, Anm. der Red.) war, hat es Spaß gemacht. Aber es geht schon an die Ursachen des Übergewichts, das tut auch mal weh. Die geben einem dort einen richtigen Arschtritt. Mir ist so bewusst geworden, wie viel ich so nebenher, einfach zwischendurch gegessen habe.

Was für ein Typ Mensch muss man sein, um bei der Show erfolgreich zu sein?

Man muss schon ein Kämpfer sein, es ist wirklich hart dort. Der Ramin (einer der Biggest-Loser-Trainer, Anm. der Red.) sagt ja, es ist die härteste Abnehm-Show der Welt. Beim Boot-Camp in München wollten die Trainer schon sehen: Wer gibt alles, wer beißt sich durch, wer gibt nicht auf? Wir haben da ganz viel Sport gemacht, da musste man schon über Grenzen gehen. Für mich war besonders das lange, schnelle Laufen schwierig. Aber man versucht besser zu sein, als die anderen. Herauszustechen, zu zeigen, dass man es unbedingt möchte.

Dein Ziel in Kilos ist es, von 116 auf 80 Kilo zu kommen – unabhängig von dieser Zahl, was versprichst du dir vom Abnehmen? Welche Auswirkungen wird das auf dein Leben haben?

Ich möchte einfach agiler sein, nicht mehr von oben herab angeguckt werden und mich in meinem Körper wohler fühlen. Denn mit 116 Kilo fühlt man sich nicht mehr wohl. Viele versuchen ja, sich das einzureden - ich habe das auch gemacht, aber es stimmt nicht..

Sonntag wird die erste Folge ausgestrahlt – guckst du dir das an?

Auf jeden Fall. Das ist eigentlich wie ein schlimmer Unfall – man möchte sich ja so eigentlich nicht sehen, aber man guckt dann doch.

Jubiläumsstaffel

Biggest Loser geht in die zehnte Runde

Seit zehn Jahren gibt es die Abnehm-Show Biggest Loser. Die stark übergewichtigen Kandidaten werden in einem Camp in Spanien, für das sie sich im Vorfeld in einem Boot-Camp qualifizieren müssen, von Trainern auf Trab gehalten. Das Ziel: möglichst viel abzunehmen. Betreut werden die Kandidaten von Camp-Chefin Christine Theiss und den Trainern Ramin Abtin (46) und Mareike Spaleck (32). Im Vorjahr gewann Saki, der während der Show 94,5 Kilo (knapp 50 Prozent seines Körpergewichts) abgenommen hat. Die Sendung ist ab 3. Februar immer sonntags um 16.25 Uhr auf Sat1 zu sehen.
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