Politiker in Schwerte: Alt oder jung, männlich oder weiblich?

hzKommunalwahl 2020

Politiker sind eher älter und männlich, oder? Stimmt das in Schwerte? Wir haben uns nach der Kommunalwahl 2020 die Daten angeschaut. Und einige Unterschiede zwischen den Parteien ausgemacht.

von Björn Althoff

Schwerte

, 20.09.2020, 17:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Älteste ist Jahrgang 1943, der Jüngste wurde im Dezember 1999 geboren – 56 Jahre liegen also zwischen Ulrich Halbach und Phillip Köhler. Der eine – bekannter Firmen-Seniorchef – war einer von zwei Grünen, der erstmals ein Direktmandat für diese Partei holte. Der andere stand auf Listenplatz zwei der FDP und profitiert davon, dass die Liberalen bei der Kommunalwahl 2020 deutlich mehr Stimmen holten als 2014. Köhler wird, wenn der neue Stadtrat am 1. November erstmals zusammentritt, noch nicht einmal 21 Jahre alt sein.

Wie sieht es ansonsten aus? Ist der Stadtrat 2020 weiblicher geworden oder jünger? Bei welchem Durchschnitt liegen die Parteien? Das haben wir ausgewertet.

Vorweg: Um alles vergleichbar zu machen und keine persönlichen Geburtsdaten zu veröffentlichen, nehmen wir als Stichtag den 1. Januar 2021. Denn offiziell bekanntgegeben wird bei allen Frauen und Männern, die für den Stadtrat kandidieren nur der Geburtsjahrgang, nicht der konkrete Tag.

Grüne sind etwas jünger als CDU und SPD

Nach der Kommunalwahl 2014 war das durchschnittliche Ratsmitglied fast 54 Jahre alt. Nach der Wahl 2020 liegt der Wert bei knapp 52 Jahren.

Die jüngste der drei großen Parteien: die Grünen. Auch wenn Ulrich Halbach ihren Schnitt wieder deutlich nach oben zieht, fielen sie von 52,6 auf 51 Jahre. Die CDU senkte ihren Altersschnitt ebenfalls: von 55,7 auf 52,5 Jahre. Die SPD indes stieg von 49,4 auf 54,2 Jahre,

Bedeutet umgerechnet: Das durchschnittliche Ratsmitglied der SPD ist Jahrgang 1966, das der CDU Jahrgang 1968, das der Grünen Jahrgang 1969.

Für die vier kleineren Parteien kann man diese Werte ermitteln. Aussagekräftig ist das bei nur ein bis zwei Vertretern im Stadtrat aber nicht.

Auch 2020: Rund ein Drittel Frauen – zwei Drittel Männer

Und wie weiblich ist der Stadtrat 2020? In diesem Punkt hat sich seit 2014 nur marginal etwas verändert. Seinerzeit gab es 34 Prozent Ratsfrauen und 66 Prozent Ratsherren. Heute sind es 36 und 64 Prozent.

Wobei es weiterhin deutliche Unterschiede zwischen den Parteien gibt: Bei der SPD (7 Frauen/8 Männer) und den Grünen (4/6) ist es ausgeglichener als bei der CDU (3/9), sowie der WfS und der AfD (jeweils 0/2). Allerdings ist man da auch schon wieder im Bereich der kleinsten Zahlen. Anhand derer könnte man auch schlussfolgern, die Linke habe ihren Frauenanteil nun von 50 auf 100 Prozent gesteigert. Was aber daran liegt, dass nur noch Mechthild Kayser im Rat sitzt, Dieter Reichwald nicht mehr.

Allerdings: Etwas verändert hat sich auch bei der CDU – von 2 Frauen und 12 Männern auf 3 zu 9. Macht prozentual eine Steigerung von 14 auf 25 Prozent.

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