Radler, Hundehalter und Spaziergänger diskutieren online über das Miteinander an der Ruhr

hzRuhrtalradweg

Der Ruhrtalradweg wird immer beliebter - und voller. Eine Gruppe Hundehalter hat sich über rücksichtslose Radler beschwert. Unser Bericht dazu löste auf Facebook eine hitzige Diskussion aus.

Schwerte

, 01.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Vergangene Woche bat eine Gruppe Hundehalter um ein Treffen am Weg zwischen Rohrmeisterei, Mühlenstrang und Ruhr. Sie berichteten vom rüpelhaften Verhalten einiger Radfahrer. Weder Kinder noch Hunde seien sicher auf dem zehn Kilometer langen Streckenabschnitt des Ruhrtalradweges auf Schwerter Gebiet. Hunde und Besitzer würden wüst beschimpft. Kinder zur Seite geschubst. Manch ein Fußgänger müsste in die Sträucher ausweichen, weil Radfahrer nicht abbremsen. „Es gelten aber auch für Radfahrer Regeln. Es muss hier eine Gleichberechtigung für alle geben“, fordert zum Beispiel Dirk Veldscholten.

60 Kommentare zum Thema

Unser Bericht über die Klagen der Hundehalter löste bei Facebook eine hitzige Diskussion aus. An die 60 Kommentare wurden dort innerhalb von 24 Stunden zu dem Thema gepostet. Viele Spaziergänger berichteten von ihren eigenen Erlebnissen in dem Naherholungsgebiet an der Ruhr.

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„Ich hab dort selbst schon gefährliche Situationen zwischen Radfahrern und Fußgängern erlebt. Rücksicht erlebe ich dort kaum“, schreibt User Packo Pachowiak. „Vielleicht wäre es hilfreich, den Ruhrtalradweg auf eine weniger frequentierte Strecke durch die Ruhrwiesen zu verlegen? (...) Wenn ich aber mit meinen Kindern oder meinem Hund dort nicht mehr entlang gehen kann, weil ich Angst haben muss, über den Haufen gefahren zu werden, dann läuft doch etwas verkehrt...“

Radweg suggeriert Rennstecke

Userin Sigrid Pfingsten glaubt: „Der Begriff Ruhrtalradweg suggeriert etlichen, (nicht Allen) hier ist eine Rennstrecke für Radfahrer. Man wird angepöbelt, wenn man mit dem Hund nicht sofort an die Seite springt und bei einigen gilt eine Klingel am Rad anscheinend als uncool. Danke an alle Radfahrer, die grüßen und sich bedanken, wenn wir an die Seite gehen, ein paar gibt es tatsächlich noch.“

Doch auch die Radfahrer meldeten sich zu Wort. So konterte User Sim Knur: „Gibt genauso bescheuerte Hundehalter, mit ewig langer Leine und abgekoppelt mit dem Smartphone.“

Und Kai Böckhaus kommentiert ironisch: „Ruhrtalradweg - Fahrräder stören. Mich stören auf der Autobahn auch die ganzen Autos.“

Appell: Aufeinander Rücksicht nehmen

Userin Di Ana kennt beide Positionen: „Ich war Hundehalter und bin schon immer Fahrrad gefahren. Ich verstehe einfach dieses Theater nicht. Dieser Weg ist für alle da. Eventuell würde es helfen, wenn ein Radweg eingezeichnet würde. Ich habe weder als Hundehalterin Probleme gehabt noch als Fahrradfahrer. Ich finde Hundehalter müssen da auch Rücksicht nehmen.“

Petra Vogt schlug versöhnliche Worte an: „Mit ein bisschen Rücksicht ist dort Platz für alle. Hunde sollten auch wirklich an der Leine bleiben, dann können sie nicht unvorhergesehen vor das Fahrrad laufen (für beide Seiten gefährlich ) und die Radfahrer müssen ja nicht rasen als sei es eine Rennstrecke.“

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