Rossmann bleibt an der Hüsingstraße – bald auch Brautmoden in Schwerte

Leerstände

Leerstände in der Innenstadt sind seit Jahren ein Aufreger-Thema. Das Stadtmarketing hat für einige Ladenlokale Lösungen gefunden. Rossmann bleibt – bald gibt es auch ein Brautmodengeschäft.

Schwerte

, 07.10.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Drogeriekette Rossmann will die Filiale in Schwerte doch nicht schließen.

Die Drogeriekette Rossmann will die Filiale in Schwerte doch nicht schließen. © Heiko Mühlbauer

Eigentlich war es schon beschlossene Sache: Im Juni 2020 wurde offiziell bekannt, dass die Rossmann-Filiale an der Hüsingstraße schließen soll. Die Drogeriekette hatte den Mietvertrag für das Ladenlokal zum Jahresende gekündigt.

Entscheidend sei damals vor allem die Größe der Verkaufsfläche gewesen: „Mit 335 Quadratmetern ist die Verkaufsfläche deutlich zu klein“, antwortete Unternehmenssprecher Josef Lange im Juni auf die Anfrage unserer Redaktion.

Wie das Schwerter Stadtmarketing am Mittwoch mitteilte, habe man aber doch noch erfolgreich verhandeln können. „Nach Gesprächen mit dem Eigentümer und Rossmann wurde eine Einigung erzielt, sodass Rossmann weiterhin in der Innenstadt und am jetzigen Standort bleibt“, heißt es in der Mitteilung.

Das verändert sich in den kommenden Wochen in der Innenstadt

Für weitere fünf Ladenlokale habe man außerdem neue Mieter an Land ziehen können, heißt es dort weiter:

  • Ostenstraße 1: Ab Oktober nutzt die Bürgerstiftung „Schwerter Mitte“ das ehemalige Ladenlokal von Blumen Risse am Cava-dei-Tirreni-Platz als Ersatz für das Ruhrtalmuseum.
  • Mährstraße 3: Ebenfalls ab Oktober eröffnet eine Dortmunderin in dem kleinen Ladenlokal ihr Geschäft „Seifenschätze“.
  • Hüsingstraße 6: Ab Mitte Oktober eröffnet bis Ende des Jahres im ehemaligen Ladenlokal von Apollo Optik ein Pop-Up-Store-Konzept aus dem Schmuck-Segment. Eine dauerhafte Nutzung des Anbieters sowie eine weitere andere Nutzung ab Frühjahr 2021 sind in der Diskussion.
  • Bahnhofstraße 2: Ab dem 1. November eröffnet in dem ehemaligen Ladenlokal von der Bäckerei Sondermann ein neues Bistro-/Snackkonzept.
  • Wilhelmstraße 34: Ab kommenden Jahr eröffnet in den Räumen ein hochwertiges Brautmodengeschäft.

Beim ersten „Forum Zukunft Innenstadt“ im Januar stellte das Stadtmarketing das Geschäftsflächenmanagement vor – man wolle sich also verstärkt auf alle Ladenlokale, potentielle Mieter und eventuelle Veränderungen konzentrieren.

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Eine positive und zukunftsgerichtete Innenstadtentwicklung könne nur dann funktionieren, wenn gemeinsam an einer Vision und konkreten Maßnahmen gearbeitet werde, hieß es. „Vom Immobilieneigentümer, über die städtischen Akteure bis hin zum Mieter – die positive Entwicklung einer Innenstadt geht nur gemeinsam mit voller Kraft und wenn jeder einen Schritt auf den anderen zugeht“, appellierte Michael Kersting, Leiter Stadtmarketing, damals bei der ersten Ausgabe vom Forum Zukunft Innenstadt in der Rohrmeisterei.

Und dann wäre da noch der zurzeit laufende „Gründerwettbewerb Innenstadt“, der Neuansiedlungen in Schwerte fördern soll. Wer gute Ideen vorlegt, kann dann mit einer finanziellen Förderung und Unterstützung bei der Umsetzung seiner Geschäftsidee rechnen.

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Kersting: Flexible Mietverträge werden wichtiger

Michael Kerstin betont, wie kompliziert es oft ist, Leerständen entgegenzuwirken und mit Unternehmern im Gespräch zu bleiben: „Die Innenstädte verändern sich, nicht nur in Schwerte und nicht erst seit Corona. Das, was vor einigen Jahren noch galt und vielleicht normal war, wie beispielsweise Mietverträge mit fünf oder zehn Jahren Laufzeit, gilt nicht mehr zwangsläufig. Wenn wir frische, experimentelle Ideen und neue Gründer in der Innenstadt haben wollen, müssen auch die Eigentümer bereit sein, die Mietverträge flexibel zu gestalten oder auch attraktive Zwischennutzungen zuzulassen.“

Neben zahlreichen Informationen, die stets beschafft und aktualisiert werden müssen, sind die direkten Gespräche mit den Eigentümern, Immobilienverwaltungen und Maklern wichtig.

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