Niklas Malcharczyk ist bereits seit zwei Jahren Jungstudent - und will auch nach dem Abitur die Klarinette studieren. © Malcharczyk
Jugend musiziert

RTG-Schüler Niklas Malcharczyk gewinnt bei „Jugend musiziert“ – per Video

Niklas Malcharczyk (16) aus Schwerte hat mit der Klarinette den ersten Platz beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ per Video belegt. Jetzt fasst er den nächsten großen Wettbewerb ins Auge.

Schon im Alter von sechs Jahren wusste Niklas Malcharczyk, dass sein Instrument die Klarinette werden würde. „Es gab in Schwerte einen Musikschultag, bei dem man sich die verschiedenen Instrumente ansehen und sie ausprobieren durfte.“ Die Klarinette gefiel ihm prompt am besten – und dabei ist es bis heute geblieben.

Malcharczyk, der das Ruhrtal-Gymnasium in Schwerte besucht, hat beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ in der Kategorie Klarinette in seiner Altersgruppe den ersten Platz gemacht. Ein Wettbewerb, der durch Corona derzeit nicht in Präsenz stattfinden kann. „Es war lange in der Schwebe, wie der Wettbewerb denn jetzt gemacht wird“, sagt Malcharczyk. Die Alternative wäre gewesen, alles abzusagen – doch das wollte natürlich niemand.

Keine Live-Veranstaltung, nur Einsendung der Videos

Stattdessen wurde lediglich der regionale Wettbewerb abgesagt und alle Bewerber konnten sich direkt für den Landeswettbewerb anmelden. Die Corona-freundliche Variante erfolgte relativ unspektakulär. „Es gab keine Live-Veranstaltung. Man hat vorab die Aufnahme gemacht, musste diese dann auf einen USB-Stick übertragen und verschicken.“ Über einen Monat Zeit gab es hierfür. Zwei Wochen nach Ablauf der Frist kam dann das Ergebnis – veröffentlicht auf der Homepage von „Jugend musiziert“.

Wettbewerbsteilnahme per Video – wie ist das Gefühl? „Ich war auch aufgeregt, als ich die Aufnahme gemacht habe“, sagt der 16-Jährige, der neben der Schule seit zwei Jahren als Jungstudent an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf aktiv studiert. „Wenn man weiß, dass alles für die Ewigkeit konserviert wird, dann kann man einen Fehler nicht einfach so stehen lassen – das ist anders, als wenn man live spielt. Da sieht man über den Fehler hinweg und macht weiter.“

Die Regel für die Aufnahme des Videos: Es durfte nicht innerhalb des Stücks geschnitten werden. „Wenn man dann einen Fehler macht, der vermeidbar gewesen wäre, muss man noch einmal neu anfangen.“ Von den beiden Stücken, die Malcharczyk für den Wettbewerb eingespielt hat – eine Sonate für die Klarinette von Leonard Bernstein sowie die Konzertfantasie aus der Verdi-Oper Rigoletto von Luigi Bassi – brauchte er jedoch nicht viele Anläufe. „Das musste auch innerhalb eines gewissen zeitlichen Rahmens erfolgen. Man braucht für die Aufnahme eine Klavierbegleitung und einen Raum mit guter Akustik.“

Als nächstes Vorbereitung für den Bundeswettbewerb

Momentan steckt der 16-Jährige in den Vorbereitungen für den nächsten großen Wettbewerb: „Jugend musiziert“ auf der Bundesebene. „Für den Bundeswettbewerb müssen die Videos hochgeladen werden. Abgabe ist am 28. April“, sagt Malcharczyk.

Und wie geht es dann für ihn weiter? Neben der Schule und dem Abitur ist der junge Klarinettist alle zwei Wochen an der Musikhochschule in Düsseldorf – dort nimmt er samstags an Seminaren teil. „Vor Corona musste ich dann immer nach Düsseldorf pendeln, aber das ging immer sehr gut neben der Schule.“ Zurzeit finden die Seminare online statt.

Im Studium sieht er auch seine Zukunft. „Ich möchte Klarinette studieren.“ Sein Klarinettenlehrer Martin Bewersdorff ist Hochschuldozent in Düsseldorf und spielt bei den Dortmunder Philharmonikern – er habe diesen Wunsch in ihm geweckt. „Ich glaube, das ist auch für mich die richtige Entscheidung.“

Über die Autorin
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Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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