Schallschutzwand lenkt Verkehrslärm zu den Nachbarn

GWG-Wohnanlage Schützenstraße

SCHWERTE Wer vor der riesigen Schallschutzwand an der Schützenstraße wohnt, hat das Nachsehen. Geballt reflektiere das vier Stockwerke hohe Bauwerk den Verkehrslärm auf die gegenüberliegenden Häuser der Hermannstraße, klagt Anwohner Günter Krell. "Jetzt werden wir noch weiter belastet", schimpft er: "Es bleibt nur noch das Verwaltungsgericht."

von Von Reinhard Schmitz

, 08.07.2009, 17:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schallschutzwand lenkt Verkehrslärm zu den Nachbarn

Mit einem Schallpegelmessgerät misst Günter Krell den Verkehrslärm, der von der vier Stockwerke hohen Schallschutzwand an der Schützenstraße zu seinem Grundstück zurückgeworfen wird.

Ein Eindruck, den der 68-Jährige mit einem ausgeliehenen Schallpegelmessgerät bestätigen kann: "Ich habe Spitzenwerte von 94 Dezibel gemessen, wenn die Feuerwehr mit Baulicht und Martinshorn kommt." Schon ab 85 Dezibel sei in der Industrie ein Gehörschutz vorgeschrieben, weiß der frühere Hoesch-Betriebsrat. Für Wohnungen lägen die Richtwerte nachts nur bei 45, tagsüber bei 55 Dezibel.

"Die Nachbarn sind auch stinksauer", weiß Krell, der gegen die Optik der glasähnlichen Lärmschutzwand und der neuen GWG-Wohnanlage absolut nichts einzuwenden hat. Nur hätte er sich gewünscht, deren Auswirkungen auf die Nachbarschaft im Vorfeld klären zu lassen. Mit dem Gang vor das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen möchte Krell deshalb erreichen, dass ein qualifiziertes, unabhängiges Lärmgutachten erstellt wird.

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