Zeugnisvergabe trotz Corona – Kleingruppen, Schichtsystem, Open Air

hzAbitur 2020

Um den Abschlussklassen trotz Corona eine halbwegs feierliche Zeugnisübergabe zu ermöglichen, mussten die Schulen kreativ werden. Gratuliert wird in Schichten, aber nicht überall.

Schwerte

, 24.06.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Endspurt vor den Sommerferien: Die Abiturprüfungen sind geschrieben und bestanden. Zum Abschluss der Schullaufbahn soll eigentlich ordentlich gefeiert werden. Wenn da nicht das Coronavirus wäre.

Die Pandemie hat die Schüler der Abschlussklassen ohnehin schon hart getroffen. Besondere Extras wie Mottowochen oder Abibälle fielen ins Wasser. Damit wenigstens die Zeugnisvergabe in einem einigermaßen feierlichen Rahmen stattfinden kann, sind die weiterführenden Schulen in Schwerte kreativ geworden.

Gefeiert wird in mehreren Durchgängen. Die Abiturienten des Friedrich-Bährens-Gymnasium bekommen ihre Zeugnisse am Freitag in der Aula. Soweit alles wie gehabt.

93 Schüler, jeweils zwei Begleitpersonen, drei Durchgänge

Doch ein Schicht-System soll dafür sorgen, dass die Feier auch Corona-konform verläuft. „Wir machen das in drei Durchgängen, jeder Schüler darf zwei Personen mitbringen. Und zwischen den Dreiergruppen werden wir dann für genügend Abstand sorgen“, erklärt Schulleiter Heiko Klanke.

93 Schüler sind es in diesem Jahr, die am FBG ihren Abschluss machen – also 31 pro Durchgang in der Aula. Und mit jeweils zwei Begleitpersonen wäre mann dann wieder bei knapp unter 100 Personen.

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„Zwischen jeden Durchgang machen wir dann eine große Desinfektion. Und wir haben natürlich mit der Aula das Glück, dass sie gut zu durchlüften ist und wir das Abstandsgebot einhalten können.“

Um die Feier dann doch irgendwie zur Feier werden zu lassen, sollen verschiedene Videos und Musik eingespielt werden. „Live-Auftritte sind ja leider nicht möglich, aber wir haben viel vorbereitet und auch ein paar Überraschungen für die Schüler parat.“

Zeugnisvergabe im Gänsewinkel: Lehrer stehen hinter Plexiglas

An der Gesamtschule Gänsewinkel ist dieses System schon erprobt. Am vergangenen Freitag haben Schulleiter Jürgen Priggemeier und sein Kollegium bereits die Zehntklässler mit ihren Abschlusszeugnissen verabschiedet. In der Turnhalle an der Grünstraße gab es dann vier Durchgänge – für jede Klasse einen. „Es durften die Eltern mit dazukommen. Maximal 90 Personen waren dann gleichzeitig anwesend. Morgens um 10 Uhr sind wir gestartet und haben das Prinzip dann vier Mal durchgespielt“, sagt Priggemeier.

Wenn am kommenden Freitag dann die Abiturienten der Gesamtschule verabschiedet werden, reichen drei Schichten. Auch hier sind es 90 Leute im Abiturjahrgang. „Wir haben eine spezielle Sitzordnung, damit zwischen den Dreiergruppen immer ordentlich Abstand bleibt. Und die Gänge sind auch breit genug, wenn die Jugendlichen kommen, um das Zeugnis abzuholen.“

Etwas skurril, so Priggemeier, ist es, dass die Lehrer vorne hinter Plexiglas stehen. „Hand schütteln oder umarmen geht ja nicht. Aber so hat man wenigstens Sichtkontakt.


Ruhrtal-Gymnasium zieht auf den Schulhof

Ganz mutig zeigt sich das Ruhrtal-Gymnasium. Hier setzt man auf eine Lösung im Grünen. Auf dem Schulhof werden am Donnerstagnachmittag Rasenparzellen ausgelegt und jeweils drei Stühlen darauf gestellt. Auf diese Art können alle Schüler, begleitet von jeweils zwei Personen, ihr Zeugnis bei einer gemeinsamen Veranstaltung abholen. „Wir haben viele Konzepte überlegt und durchgespielt“, so Schulleiterin Bärbel Eschmann. „Zum Glück spielt uns jetzt das Wetter in die Karten.“

Mit improvisierten Lösungen das Beste aus der Situation machen

Für alle gilt: Man versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Dass sich jeder eine andere Entlassfeier vorgestellt hatte, dass es sich bei dem Schichtsystem keinesfalls um den optimalen Weg handelt, das schwingt überall im Subtext mit. „Aber die Schüler sind froh, dass sie überhaupt etwas machen können. Auch, wenn es nicht so ist wie gewohnt.“ Denn auch das stand in jüngster Vergangenheit oft in den Sternen.

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