Rat beschließt Pläne für neuen Marktplatz nur unter Bedingungen

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Nachdem die Jury die Pläne für eine Neugestaltung des Marktplatzes vorstellte, gab es viel Kritik. Deshalb machten es sich die Ratspolitiker mit ihrer Entscheidung nicht leicht.

Schwerte

, 08.10.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Markt soll aufgerüstet werden. Und zwar mit Hilfe von Geldern des Landes. Einen Förderantrag hat die Verwaltung bereits gestellt. Allerdings braucht der die Zustimmung des Rates. Doch die Pläne, die bislang vorliegen, stoßen nicht überall auf Begeisterung. Das machten gleich vier Bürgeranfragen zu Beginn der Ratssitzung am Mittwochabend deutlich.

Das kritisierten Bürger und Initiativen

  • Die Initiative Schwerte pflanzt hatte bereits im Vorfeld ihre Kritik an der Planung geübt. Der Kernpunkt: Für die Sanierung müssen Bäume gefällt werden. Die Bilanz der Planer: 13 zum Teil 30 Jahre alte Bäume sollen weg, 23 neu gepflanzt und 10 sollen erhalten bleiben.
  • Ein Anlieger des Marktplatzes, Arno Weißgerber, sorgt sich um den kleinen Markt. Was passiert in der Übergangsphase dort, was ist mit der Müllentsorgung und was wird aus dem Abgang in die Tiefgarage? Der würde hauptsächlich als öffentlich Toilette genutzt.
  • Gudrun Körber von der Arbeitsgemeinschaft Schwerter Frauengruppen sorgte sich unter anderem um die Aufenthaltsqualität: „In der bisherigen Planung fehlen Spielgeräte.“ Die aktuelle Planung sei steril und zu betoniert.
  • Wo die Ideen eines Workshops geblieben sind, den man durchgeführt habe, fragte die ehemalige Leiterin des Grete-Meißner-Zentrums, Andrea Schmeißer.

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Stadtplaner: Änderungen sind noch möglich

Stadtplaner Christian Vöcks betonte: „Änderungen sind noch möglich. Aber wir können jetzt nicht was völlig anderes planen.“ Er betonte: Die Anregungen, die heute kamen, seien fast deckungsgleich mit den Anregungen der Jury.

Ausführlich hatte Planer Ernst Bauermann zuvor die Pläne seines Büros, das den Wettbewerb gewonnen hatte, erläutert: „Sie wollten mehr Grün, sie bekommen mehr Grün.“

Aber man müsse dennoch auch andere Planungsvorgaben beachten: Angsträume sollten weg. Wie kommen die Leute dahin? Gibt es genug Platz für Kinder und Eltern? Gewünscht ist auch ein Platz für Menschen, die Mittagspause machen wollen. Anlieferverkehr und natürlich der Markt müssen auch weiter stattfinden. Er versprach auch, noch einmal zu prüfen, was aus den Bestandsbäumen wird. Die aktuell dort vorhandenen Linden hätten aber auch Nachteile, wie zum Beispiel die Dichte ihrer Kronen.

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Bevor die Planer zu Werke gingen, hatte die Stadt übrigens bereits eine Bürgerbeteiligung durchgeführt. Doch durch Corona wurde aus der geplanten großen Versammlung in St. Viktor eine Teilnahme über Vorschläge im Internet.

So diskutierten die Ratsmitglieder

Und auch die Ratspolitiker übten zum Teil Kritik.

  • Andreas Czichowski (WfS) fragte: „Wie ist eigentlich die Expertenkommission zustande gekommen? Die Bürgerbeteiligung war sehr nüchtern und das habe man auch an den Bürgerbeiträgen zuvor merken können.“ Er forderte, das Thema solle auf den nächsten Rat übertragen werden.
  • Ähnliche Aussagen kamen von CDU-Chef Marco Kordt: Die Bürgerbeteiligung war sehr gering: 59 Teilnehmer bei 48.000 Einwohnern. Grundsätzlich sei man für den Ausbau. Die Details sollten aber im zuständigen Fachausschuss beschlossen werden.
  • Dass die Fachausschüsse in Coronazeiten überhaupt nicht mehr stattfinden, bemängelte Renate Goeke (FDP).
  • Maximilian Ziel von den Grünen nahm das Thema Bäume ins Visier: „Ein alter Baum ist nicht mit einem neuen Baum zu vergleichen.“
  • Simon Lehmann-Hangebrock, selbst Mitglied der Jury des Planungswettbewerbs, bemängelte den Ton der Diskussion: „Ich bin entsetzt, wie madig der Ton bei so einem wichtigen Thema ist.“ Er erinnerte daran, dass neben der SPD zumindest auch CDU und Grüne in der Jury vertreten waren.

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So lautete die Entscheidung

Sollte man nun vertagen und dem neuen Rat das Thema überlassen? Das würde nach Einschätzung der Stadt das Risiko beinhalten, die Fördermittel zu riskieren.

Den Kompromiss fand man in einem Antrag der Grünen. Die hatten die Kritikpunkte am Konzept aufgeführt und eine zügige neue Bürgerbeteiligung für die Details gefordert. So könne man die Fördermittel nutzen, aber auch noch in die Planung im Sinne der Bürger eingreifen. Der wurde mit Stimmen von Grünen, SPD und CDU angenommen. Ein Antrag zur Vertagung der WfS wurden nur von FDP, WfS und der Linken unterstützt.

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