Im FBG sind die Wege seit mehr als einem Jahr durch Bodenmarkierungen geregelt. © Björn Althoff
Schule und Corona

Schwerter Schülerinnen zum Schulstart: Die Angst vor dem Herbst bleibt

Drei Woche nach Schulbeginn in Schwerte zeigen sich zwei Schülersprecherinnen zufrieden mit den Maßnahmen ihrer Schulen. Dennoch fürchten sie die Entscheidungen der Regierung für den Herbst.

Seit drei Wochen sind die Sommerferien vorbei, der Schulalltag ist zu einer Form der Normalität zurück gekehrt – soweit das aktuell möglich ist. Die Schulleitungen zeigten sich vor Beginn des neuen Schuljahres optimistisch über die Umsetzung ihrer jeweiligen Konzepte. Nun zieht auch die Schülerschaft ein erstes Fazit.

Umgewöhnung vor allem für Neulinge

Charlotte Gronarz (17) ist Schülersprecherin am Friedrich-Bährens-Gymnasium (FBG), insgesamt ist sie mit dem Konzept der Schule zufrieden: „Es sind ja vor allem die bekannten Maßnahmen, an die mittlerweile alle gewöhnt sind“, erzählt die 17-Jährige. Sie betont jedoch auch, dass es für die neuen Fünftklässler eine große Umstellung ist, die unter Umständen schwer fällt.

Auch Sechstklässler hätten mitunter weiterhin Schwierigkeiten, sich an der Schule und im neuen sozialen Umfeld einzufinden. Dies sei vor allem bedingt durch die lange Zeit im Distanzunterricht und die dadurch mangelnde soziale Interaktion. In höheren Stufen sei dieses Problem deutlich geringer, da sich die Schüler und Schülerinnen bereits kennen. Dort spiele eher der Leistungsdruck eine Rolle, als das soziale Umfeld.

Probleme meist nicht der Schule zuzuschreiben

Diese Problematiken seien jedoch nicht der Schule zuzuschreiben, sondern der allgemeinen Situation, so Charlotte Gronarz. Das FBG sei sehr bemüht, die Schüler und Schülerinnen, sowie die Gemeinschaft bestmöglich zu fördern.

So können beispielsweise AGs und Sportangebote wieder stattfinden, und auch die Sporthalle ist wieder geöffnet – auch wenn in dieser auch beim Sport Maskenpflicht gilt. Dennoch habe das gemeinsame Sporttreiben positive Auswirkungen auf die Klassengemeinschaften.

Für möglichen neuen Lockdown neue Konzepte notwendig

Dennoch fordert die FBG-Schülersprecherin, dass für einen eventuellen neuerlichen Lockdown neue Konzepte erarbeitet werden: „Am schlimmsten war das Wechselmodell“, erzählt sie.

Die mangelnde Struktur dieses Konzepts sei für viele extrem belastend gewesen – insbesondere in der Kombination mit der schwierigen Gesamtsituation.

Schülerschaft nimmt Maßnahmen an

Auch Eva Kos (18), stellvertretende Schülersprecherin an der Gesamtschule Gänsewinkel ist mit dem Konzept ihrer Schule sehr zufrieden. Die Maßnahmen seien verständlich und würden von der Schülerschaft gut angenommen, erzählt sie. So sei beispielsweise die Trennung auf dem Schulhof aufgehoben, dennoch achteten alle auf die Abstände.

Im Schulgebäude selbst seien die Stufen nach Etagen getrennt, sodass sie sich lediglich an den Aufgängen mischten. Auch die Toiletten seien den Stufen explizit zugeordnet. Darüber hinaus werde Frühstück in den Räumen verkauft, die Mensa biete ein Online-Programm an und auch hier wurde eine zeitliche und räumliche Trennung der Stufen vorgenommen.

Soziale Probleme und Leistungsdruck

Doch auch die 18-jährige Gesamtschülerin merkt die sozialen und Leistungsprobleme an, die durch die vergangenen Pandemie-Monate entstanden sind. So gebe es Wissenslücken, die langfristig für Probleme sorgen könnten, auch die Oberstufe habe in Vorbereitung auf das Abitur durchaus Schwierigkeiten. „Die Schulen tun, was sie können, um das aufzufangen. Wir hatten beispielsweise ein zweiwöchiges Nachhilfe-Programm während der Sommerferien“, erklärt Eva Kos weiter.

Insgesamt werden die Maßnahmen der Schwerter Schulen also angenommen und bestmöglich umgesetzt – zumindest laut der exemplarischen Befragung unserer Redaktion. Die Angst vor einem neuerlichen Lockdown im Herbst bleibt dennoch präsent und schwebt wie ein Damoklesschwert über den Schülern, Lehrern und Schulleitungen.

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