Schwerterin leitet Studie über Video-Meetings und Home-Office

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Lioba Gierke kommt gebürtig aus Schwerte. Mittlerweile wohnt sie in Düsseldorf und promoviert an der WHU. Derzeit erforscht sie wie effektiv Home-Office und Video-Meetings wirklich sind.

Schwerte

, 22.08.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Lioba Gierke kommt ursprünglich aus Schwerte. Mittlerweile wohnt sie in Düsseldorf und beschäftigt sich im Rahmen ihrer Dissertation an der Otto Beisheim School of Management (WHU) mit einem Forschungsprojekt zu effektiver virtueller Kommunikation. Gerade durch Corona geraten die Themen Digitalisierung und Home Office momentan in den Mittelpunkt. Im Interview erzählt Lioba Gierke von ihrem Forschungsprojekt, ihren bisherigen Zielen und Erkenntnissen, ihrem Aufenthalt in den USA und ihrer Heimatstadt Schwerte.

Das Thema ihrer Studie ist durch Corona momentan hochaktuell. Wie sind zu dieser Themenauswahl gekommen?

Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist das Arbeiten im Home-Office ein stetig zunehmender Trend. Aber die Pandemie hat diese Entwicklung enorm beschleunigt. Viele Unternehmen haben innerhalb kurzer Zeit einen großen Sprung in die Digitalisierung der Arbeitswelt machen müssen. Auf die so kurzfristige notwendige Veränderung des Arbeitsalltags und der Kommunikation waren nicht alle ausreichend vorbereitet.

Auch wenn mittlerweile viele Berufstätige wieder in die Büros der Unternehmen zurückgekehrt sind, so werden wir uns langfristig mit der Flexibilisierung von Arbeit und einer sich verändernden Kommunikation auseinandersetzen müssen.

Und worum geht es in der Studie genau?

Im Rahmen unserer Studie interessiert uns, wie sich die Kommunikation im Arbeitsalltag verändert, wenn Führungskräfte und Mitarbeiter nicht mehr im persönlichen Kontakt sind, sondern virtuell zusammenarbeiten. Wie können virtuelle Meetings effektiv gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigen wir uns in dem aktuellen Forschungsprojekt.

Dafür suchen wir Führungskräfte und Mitarbeiter, die ein virtuelles Meeting über die Aufnahme-Funktion in Zoom oder Skype aufnehmen und vor sowie nach dem Meeting einen kurzen Fragebogen ausfüllen. Wichtig ist, dass es sich bei dem Meeting um ein Einzelgespräch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter handelt. Uns interessiert nicht was im Einzelnen im Meeting besprochen wird, sondern vielmehr wie kommuniziert wird.

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Unternehmensgröße und Tätigkeitsbereiche spielen daher keine Rolle. Es muss sich bei dem Meeting auch nicht um ein Feedback-Gespräch handeln. Ein „normales“ Einzelgespräch ist vollkommen ausreichend. Alle Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt.

Welche Ziele verfolgen Sie in der Studie?

Gemeinsam mit Frau Prof. Dr. Fabiola Gerpott forsche ich am Lehrstuhl für Personalführung der WHU – Otto Beisheim School of Management zur effektiven Kommunikation in Führung. Mit dem Forschungsprojekt möchten wir einen Beitrag zur Schaffung wissenschaftlicher Evidenz in diesem Forschungsfeld leisten.

Ziel des Studienprojektes ist es, die Möglichkeiten der Optimierung herauszuarbeiten. Damit sichergestellt ist, dass die Forschungsergebnisse auf tatsächlich vorhandenen Unterschieden beruhen und nicht allein durch Zufall bestimmt werden, benötigen wir eine ausreichende Anzahl von Studienteilnehmern.

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Haben Sie bisher schon Erkenntnisse gewonnen?

Aktuell stehen wir noch am Anfang des Forschungsprojektes. Die ersten Videoaufzeichnungen haben wir erhalten, allerdings ist diese Datengrundlage zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausreichend, um statistische Berechnungen durchzuführen. Deshalb ist es wichtig, dass sich recht viele Personen an dieser Studie beteiligen. Die Teilnahme ist mit nur einem geringen Aufwand möglich.

Wie war ihr Werdegang vor ihrem Engagement an der WHU?

Nach dem Abitur am Friedrich-Bährens-Gymnasium in Schwerte habe ich an der Universität in Bremen Psychologie studiert. Daran hat sich mein Masterstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin angeschlossen. Seit Januar diesen Jahres habe ich eine Promotionsstelle an der WHU in Düsseldorf.

Sie haben einen Teil ihres Studiums in den USA absolviert, richtig?

Die 10. Klasse verbrachte ich im Rahmen des Stipendiums Parlamentarisches Patenschafts Programm (PPP) in den USA. Im Studium war ich für ein weiteres Jahr in den USA und studierte sowie lehrte am Dickinson College in Pennsylvania. Während beider Aufenthalte in den USA habe ich die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen dort schätzen gelernt. Noch heute habe ich viele Kontakte, war mehrmals zu Besuch und Freunde von dort haben mich in Schwerte, Bremen und Berlin besucht.

Sind Sie noch öfter zu Gast in Schwerte und was verbindet Sie noch mit ihrer Heimat?

Bis Ende des letzten Jahres habe ich in Berlin gelebt. Nun lebe ich in Düsseldorf und bin gerade noch dabei, die Stadt und ihre Möglichkeiten zu erkunden. In Schwerte bin ich immer gern - dort leben meine Familie und auch noch einige Freunde, zu denen ich guten Kontakt habe.

Welche Arbeitsfelder interessieren Sie neben der laufenden Studie ?

Neben der Kommunikation in der Arbeitswelt interessiere ich mich für die Stärkung von Frauen in Führungspositionen. Daher möchten wir insbesondere auch Frauen zur Teilnahme an unserer Studie ermutigen!
Ein weiteres aktuelles Thema, mit dem ich mich beschäftige und über das auch meine Masterarbeit handelt, ist das Bedingungslose Grundeinkommen aus psychologischer Sicht. Gemeinsam mit dem Verein Mein Grundeinkommen e.V. in Berlin haben wir dazu im vergangenen Jahr ein erstes Forschungsprojekt durchgeführt.

Was sind ihre Pläne nach Abschluss der Studie?

Noch stehe ich am Anfang dieses umfangreichen Forschungsprojektes. Das nächste große Ziel für mich ist die erfolgreiche Promotion.

Hier ist die Studie im Internet zu finden.

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