Schwertes Feuerwehr übt im Eisenbahn-Tunnel

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Gespenstisches Szenario: Zwei Lokscheinwerfer als winzige Lichtpunkte, irgendwo tief drin in der stockdunklen Röhre. Viel mehr ist nicht zu erkennen von dem Triebwagen, zu dem sich Feuerwehrleute unter schwerem Atemschutz den Weg bahnen. Bei einer Großübung im Schwerter Tunnel probten sie am Freitagabend die Rettung von Verletzten nach einem Zugunglück unter dem Schwerter Wald. Wir waren mit der Kamera dabei.

SCHWERTERHEIDE

, 12.07.2015, 18:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die "Geretteten" wurden auf dem Rollwagen gesammelt, um anschließend aus dem Tunnel geschoben zu werden.

Die "Geretteten" wurden auf dem Rollwagen gesammelt, um anschließend aus dem Tunnel geschoben zu werden.

Angenommen wurde, dass ein Radlager eines Triebwagens heiß gelaufen und in Brand geraten war. Bei der Notbremsung war – so das Drehbuch weiter – ein Großteil der 23 Fahrgäste teils schwer verletzt worden. Darunter auch ein Rollstuhlfahrer. „Es ist ja nicht unrealistisch, dass einer im Zug sitzt“, wollte Feuerwehr-Pressesprecher Marcus Göbel möglichst alle Fälle durchspielen lassen.

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Große Übung der Feuerwehr im Eisenbahntunnel

Ein Einsatz im Eisenbahntunnel - diese Übung hat die Feuerwehr in Schwerte absolviert. Das Szenario war: 23 Fahrgäste sind teils schwere verletzt worden.
12.07.2015
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Direkt vor dem Tunneleingang wurden die "Geretteten" erstversorgt.© Foto: Reinhard Schmitz
Der Rollwagen war für die Feuerwehrleute bei der Einsatzübung im Schwerter Tunnel eine große Hilfe.© Foto: Reinhard Schmitz
Fluchttafeln weisen in dem Tunnel den Weg zum nächsten Ausgang. In der Dunkelheit wären sie allerdings schwer zu erkennen.© Foto: Reinhard Schmitz
Die aus dem Zug geretteten "Verletzten" wurden auf dem Rollwagen gesammelt, um ins Freie geschoben zu werden.© Foto: Reinhard Schmitz
Unter schwerem Atemschutz drangen die Einsatzkräfte zu dem angeblich verunglückten Zug im Schwerter Tunnel vor.© Foto: Reinhard Schmitz
Mit dem Rollwagen schob die Feuerwehr die "geretteten" Zugpassagiere vor das Tunnelportal.© Foto: Reinhard Schmitz
Die aus dem Tunnell geretteten "Verletzten" wurden direkt vor dem Portal am Bahndamm von Einsatzkräften versorgt.© Foto: Reinhard Schmitz
Die aus dem Tunnell geretteten "Verletzten" wurden direkt vor dem Portal am Bahndamm von Einsatzkräften versorgt.© Foto: Reinhard Schmitz
Feuerwehrleute kümmern sich in dem Zug um die "Verletzten".© Foto: Reinhard Schmitz
Einen nach dem anderen holte die Feuerwehr die "Verletzten" aus dem Triebwagen, um sie später mit ihrem Rollwagen ins Freie schieben zu können.© Foto: Reinhard Schmitz
Die "Geretteten" wurden auf dem Rollwagen gesammelt, um anschließend aus dem Tunnel geschoben zu werden.© Foto: Reinhard Schmitz
Mit ihrem Rollwagen schob die Feuerwehr die "Geretteten" in Richtung Tunnelausgang.© Foto: Reinhard Schmitz
Gespenstisch wirkte der Triebwagen in der uralten Tunnelröhre.Erst ganz zum Schluss der Übung hatte die Feuerwehr eine Stromleitung verlegt, um das Flutlicht aufstellen zu können.© Foto: Reinhard Schmitz
Unter schwerem Atemschut rückten die Feuerwehrleute zu dem angeblich verunglückten Triebwagen in der Tunnelröhre vor.© Foto: Reinhard Schmitz
Endlich wieder ins Freie.© Foto: Reinhard Schmitz
Die Feuerwehr befreite bei der Übung die Passagiere aus dem "verunglückten" Zug.© Foto: Reinhard Schmitz
Statt Schminke trugen die Unfalldarsteller - Mitglieder der Jugendfeuerwehr und Auszubildende der Deutschen Bahn - um den Hals Karten mit ihren angeblichen Verletzungen.© Foto: Reinhard Schmitz
Millimeterarbeit war es, die "Verletzten" aus dem Inneren des Triebwagens zu bergen.© Foto: Reinhard Schmitz
Der 795 Meter lange Tunnel an der Bahnstrecke nach Dortmund wurde in den Jahren 1911 bis 1912 gebaut, wie die Inschrift über dem Portal verkündet.© Foto: Reinhard Schmitz
Manche "Verletzten" mussten vor dem Tunneleingang nach der Rettung reanimiert werden.© Foto: Reinhard Schmitz
Einsatzkräfte versorgten die aus dem Tunnel geretteten "Verletzten" sofort vor dem Eingang.© Foto: Reinhard Schmitz
Direkt vor dem Tunneleingang wurden die "Geretteten" erstversorgt.© Foto: Reinhard Schmitz
In großer Zahl marschierten die Einsatzkräfte auf den dunklen Tunnelmund zu.© Foto: Reinhard Schmitz
Der Schwerter Tunnel ist schwer zugänglich. Von einem Feld aus musste die Feuerwehr ihr Material mit dem Rollwagen zum Eingang schieben und eine Schlauchleitung verlegen.© Foto: Reinhard Schmitz
Eine Treppe aus Leitern legte die Feuerwehr die Böschung zu den Gleisen hinunter.© Foto: Reinhard Schmitz
Die Feuerwehr setzte ihre beiden Rollwagen auf die Gleise, um schweres Material zum Tunnel zu schieben.© Foto: Reinhard Schmitz
Mühselig musste alles Material mehrere hundert Meter weit über die Bahngleise geschleppt werden.© Foto: Reinhard Schmitz
Mit Leitern baute die Feuerwehr eine "Zugangstreppe" über das letzte Stück der Bahnböschung.© Foto: Reinhard Schmitz
Bei der Großübung im Tunnel war viel Schlepperei angesagt, um von der Ostberger Straße erst einmal herab zu den Gleisen zu kommen.© Foto: Reinhard Schmitz
Millimeterarbeit war es, das Feuerwehrfahrzeug rückwärts den schmalen Feldweg von der Ostberger Straße herab zu den Gleisen zu steuern.© Foto: Reinhard Schmitz
Der fahrbare Untersatz half auf dem Feldweg zu den Gleisen nicht. Alles Material musste von Hand weitergeschleppt werden.© Foto: Reinhard Schmitz
Über einen Feldweg musste die Feuerwehr ihr Material erst einmal von der Ostberger Straße zu den Gleisen herab transportieren.© Foto: Reinhard Schmitz
Dietmar Spaenhoff (M.), stellvertretender Leiter der Schwerter Feuerwehr, leitete die Großübung.© Foto: Reinhard Schmitz
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Gespräch mit der Deutschen Bahn geplant

Ziel war es, den 1911/12 gebauten Tunnel rettungstechnisch unter die Lupe zu nehmen. „Wir haben im Brandschutzbedarfsplan schon große Sicherheitsbedenken geäußert“, erklärte Göbel. So gäbe es kein Licht, kein Notrufsystem und nicht einmal vernünftige Zuwege für die Einsatzkräfte.

Fazit: „Die Übung ist super abgelaufen“. Ansonsten machte der Test aber die Schwachstellen des Tunnels noch einmal mehr als deutlich. „Da muss die Bahn unbedingt nachrüsten“, forderte Göbel vor allem eine bessere Zuwegung, um schneller zu den Gleisen gelangen zu können. Nach internen Besprechungen bei der Feuerwehr soll nach den Sommerferien noch ein Gespräch mit der Deutschen Bahn stattfinden. Bei einem echten Brand wäre der Tunnel nicht nur voller Rauch, sondern auch 800 bis 1000 Grad heiß. Dieses Szenario mag sich keiner vorstellen.

 

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