„Skandalkreuzung“ Ostentor: Linksabbieger braucht sechs Grünphasen

hzVerkehrsprobleme in Schwerte

Von der Schützenstraße nach links zur Ruhrbrücke abzubiegen, ist fast unmöglich. Oft schaffen es nur zwei Autos. Karl Heinz Kube brauchte elf Minuten und fordert eine andere Ampelschaltung.

Schwerte

, 29.05.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manche meiden sie wie die Pest. Fahren lieber Umwege durch die Wohnviertel an der Ostberger Straße, als auf unkalkulierbare Zeit im Stau vor der Ampel am Ostentor zu stehen. Denn wer aus der Schützenstraße nach links auf die B236 in Richtung Ruhrbrücke abbiegen will, hat mehr als schlechte Karten. Sechs Grünphasen und insgesamt elf Minuten hat Karl Heinz Kube für das Vorhaben gebraucht. „Skandalkreuzung Ostentor“ - ein anderes Wort fällt ihm für den Verkehrsknoten nicht mehr ein.

Karl Heinz Kube brauchte sechs Grünphasen

Es war früher Nachmittag, als der Ergster am Montag (25. Mai) nach Hause unterwegs war. Zwölf Fahrzeuge, die vor ihm auf der Linksabbiegerspur am Ende der Schützenstraße standen, wollten den gleichen Weg nehmen. Doch bei jeder Grünphase schafften es nur zwei Fahrzeuge - ein Drittes höchstens mal bei Rot, berichtet der 78-Jährige: „Das nennt man zügigen Verkehrsfluss in der ,Einkaufsstadt mit Herz´ aber ohne Verstand.“ Nur fünf oder zehn Sekunden mehr Grün zum Linksabbiegen, mehr sei nicht erforderlich, um das Verkehrsgeschehen zu entzerren. Doch die bekommt man nicht einmal, wenn gegenüber aus der Ostenstraße überhaupt keine Autos mehr entgegenkommen.

Die Kreuzung am Ostentor im Verlauf der B236 gilt als eine der gefährlichsten in Schwerte. Sie ist ständig verstopft - vor allem auf der Linksabbiegespur aus der Schützenstraße.

Die Kreuzung am Ostentor im Verlauf der B236 gilt als eine der gefährlichsten in Schwerte. Sie ist ständig verstopft - vor allem auf der Linksabbiegespur aus der Schützenstraße. © Reinhard Schmitz

Lässt sich die Steuerung der Ampel im Sinne von Karl Heinz Kube verbessern? Weil sie an der B236 liegt, gehört sie dem Landesbetrieb Straßen NRW. „Grundsätzlich sind diese Dinge immer von der Stadt anzuordnen“, erklärt aber in der zuständigen Bochumer Niederlassung der Sachgebietsleiter Betrieb und Verkehr, Frank Hoffmann. Wenn Änderungen an den Signalzeiten gewünscht seien, liefen sie unter Federführung der Stadt - im Einvernehmen mit Straßen NRW. Die Behörde prüfe dann, wie alt die jeweilige Ampelanlage ist und ob das Steuergerät eine Änderung technisch hergebe.

Video
Linksabbiegen aus der Schützenstraße unmöglich: Andere Ampelschaltung gefordert

Auf die Anfrage der Redaktion hin reagierte das Rathaus umgehend. „Weil die Stadtverwaltung Anregungen, Kritik und Hinweise aus den Reihen der Einwohner und Einwohnerinnen ernst nimmt, hat sie sich noch einmal mit zuständigen Stellen in Verbindung gesetzt und will gemeinsam mit ihnen prüfen, ob Verbesserungen für die Linksabbieger aus der Schützenstraße Richtung Villigst im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten erreicht werden können“, teilte Stadt-Pressesprecher Ingo Rous mit. Er sicherte Unterstützung zu, wenn Lösungen sowohl technisch als auch verkehrstechnisch umsetzbar seien. „Ohnehin wird das Vorhaben, ein Verkehrsleitsystem zu installieren, zu intelligent arbeitenden Ampelanlagen führen“, erklärte Ingo Rous weiter. Gerade habe man dafür einen Förderbescheid über 1,47 Millionen Euro bekommen.

Lesen Sie jetzt