Skype in der JVA-Ergste: Für Gefangene gelten strenge Regeln

hzKontakt zu Angehörigen

Keine Besucher mehr erlaubt – so war es seit Beginn der Corona-Krise in der JVA Schwerte-Ergste. Die Lösung: Kontakt per Internet, über Skype. Doch dafür gab es besondere Regeln.

Schwerte

, 31.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Keiner darf raus, aber auch keiner darf rein – so lautete die neue Regel in der Corona-Hochphase für die JVA in Schwerte-Ergste. Die Lösung: Skype, Video-Telefonie über das Internet.

Doch wie läuft das ab? Wählt sich der Gefangene per Smartphone über das WLAN ein? Wie kann man überwachen, dass da nichts Verbotenes geschieht?

Sebastian Markus, Pressesprecher der JVA, erklärt: Nein, so garantiert nicht. Das scheitert ja allein schon daran, das Handys im Gefängnis verboten sind. Freies WLAN für Inhaftierte? Da wäre ja in der Tat nichts mehr überwachbar. Zumal: Kriminelle Energie dürfte der eine oder andere ja mitbringen.

„Schon seit Oktober 2018 haben wir die Möglichkeit, Skype-Gespräche zu ermöglichen“, erläutert Markus. Rechtlich gesehen falle das auch unter „Telefonate“.

Niemand kommt für einen Besuch extra aus dem Ausland

Vor allem Gefangene mit Migrationshintergrund würden das nutzen. „Aus Frankreich, aus Italien oder vielleicht sogar aus Übersee kommt ja keiner wegen eines Besuches“, weiß Markus aus Erfahrung.

Gibt es eine Anfrage für ein Skype-Telefonat, prüft die JVA die Voraussetzungen: Ist das ein vernünftiger Kontakt? Kann man ausschließen, dass da jemand gezielt kriminelle Infos innerhalb von Vereinigungen weitergibt oder empfängt? Dass jemand radikalisiert wird, zum Beispiel islamistisch?

Gibt die JVA ihr Ja, „nimmt ein Bediensteter von uns Skype-Kontakt zu den Angehörigen auf“, so Markus: „Die müssen sich dann legitimieren und ihren Ausweis in die Kamera halten, damit wir das überprüfen. Es können auch mehrere Personen sein.“

Ist alles in Ordnung, wird zum Gefangenen herübergeschaltet. In speziell dafür hergerichteten Räumen seien Bildschirm und Akustik bereit. Anfang 2020 gab es zwei Plätze. Es gibt aber Überlegungen noch aufzustocken.

60 Minuten – und der JVA-Mitarbeiter schaut immer zu

Der JVA-Mitarbeiter bleibt übrigens während des gesamten Gesprächs, das maximal 60 Minuten dauern kann, an seinem Bildschirm und „überwacht den Besuch optisch“ aus dem Nachbarraum, wie Markus unterstreicht. „So stellen wir sicher, dass keine neuen Personen kommen oder keine Konferenz geschieht.“ Ansonsten wäre es ja technisch denkbar, dass die Angehörigen weitere Menschen einladen.

Und falls das passiert? Dann würde man eben abschalten, so einfach, sagt Markus.

„Wir haben übrigens für diesen Zweck eine separate Internet-Leitung hier liegen, haben PCs nur für diesen Zweck.“ Denn nur so sei eins sichergestellt: dass sich niemand über eine Lücke in Skype einhackt und ins interne Netz der JVA dringt.

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