So sah der erste Schultag nach Corona für die Abiturienten am FBG aus

hzAbitur 2020

Die Abiturienten können wieder in die Schule zurückkehren. Der erste Schultag nach Corona war einer mit Mundschutz. FBG-Schulleiter Heiko Klanke ließ uns hinter die Kulissen blicken.

Schwerte

, 23.04.2020, 15:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die kleine Gruppe auf dem Schulhof steht mit großem Abstand. Vor ihnen, mit vorbildlichem Mundschutz, Englisch-Lehrer Marius Schneider. „Im Gebäude Abstand halten und die Markierungen beachten“, gibt er seinen Schülern mit auf den Weg.

Wie einst in der Grundschule werden die Abiturienten am Friedrich-Bährens-Gymnasium in das Klassenzimmer begleitet. Der erste Schultag nach dem großen Corona-Shutdown ist schon ein ganz besonderer.

Flure des Friedrich-Bährens-Gymnasiums sind leer

Die Flure des Friedrich-Bährens-Gymnasiums in Schwerte sind leer an diesem Donnerstag. Schulleiter Heiko Klanke steht im Eingangsbereich, ebenfalls mit einem Mundschutz.

Der sei zwar noch nicht vorgeschrieben, man wolle aber als Vorbild voran gehen, sagt er. Seit diesem Tag dürfen die Abiturienten wieder zur Schule kommen. Sie müssen es aber nicht.

Schulleiter Heiko Klanke zeigt die Listen, auf denen nicht nur die Anwesenheit der Schüler, sondern auch ihr Sitzplatz protokolliert wird.

Schulleiter Heiko Klanke zeigt die Listen, auf denen nicht nur die Anwesenheit der Schüler, sondern auch ihr Sitzplatz protokolliert wird. © Heiko Mühlbauer

Das Gebäude wurde dafür tagelang umgerüstet. Gelb-schwarze Klebestreifen auf dem Boden markieren die neuen Wege. Rechts geht es rein, links wieder raus. Dazwischen eine aufgeklebte Grenze. 30 bis 40 Schülerinnen und Schüler von den 100 des aktuellen Abiturjahrgangs haben das Angebot angenommen.

Bei manchen Fächern habe es gar keine Nachfrage nach Präsenzunterricht gegeben, sagt Klanke. Der Physikleistungskurs hat sich weiterhin für den Austausch über Videochat entschieden. Der Englisch-Leistungskurs blieb auch eine kleine Gruppe.

Bio-Leistungskurs kam fast komplett in die Schule

Anders sieht es im Bio-Raum der Schule aus. Fast alle Schüler sind da. Nur wenige nehmen per Video am Unterricht teil. Genetik steht auf dem Stundenplan. Obwohl, nicht wirklich auf dem Stundenplan, denn eigentlich sind die Schüler mit dem Abistoff durch.

Hier wird alles, was ab dem 12. Mai bei den Klausuren relevant sein kann, wiederholt. Lehrerin Henrieke Kaspar hat Tablet und Notebook vor sich, damit auch die Daheimgebliebenen an der Unterrichtsstunde teilnehmen können. Die Schülerinnen und Schüler tragen fast alle Masken.

Im Bio-Leistungskurs betreut Henrieke Kaspar nicht nur die Schüler in der Klasse, sondern auch daheim gebliebene im Video Chat.

Im Bio-Leistungskurs betreut Henrieke Kaspar nicht nur die Schüler in der Klasse, sondern auch daheim gebliebene im Video Chat. © Heiko Mühlbauer

Abiprüfung mit Maske?

Ob man die auch bei der Abi-Prüfung tragen müsse, fragt jemand. „Eigentlich nicht“, erwidert Klanke. Denn für die Klausuren werde man das ganze Gebäude nutzen, einschließlich der Aula und vielleicht auch der Turnhalle. Auf jeden Fall werde ausreichend Raum für Abstand vorhanden sein.

Auf die Frage, warum man sich für den Präsenzunterricht in der Schule und gegen das Homeoffice entschieden habe, antwortet Abiturientin Alina Jagel: „Präsenzunterricht ist schon von der Qualität her etwas anderes.“ In Mathe will sie weiter an E-Learning teilnehmen. Aber in Bio helfe der Schulunterricht vor Ort doch deutlich weiter.

Im Lehrerzimmer des FBG trennen Plexiglasscheiben die gegenüberliegenden Sitzplätze ab.

Im Lehrerzimmer des FBG trennen Plexiglasscheiben die gegenüberliegenden Sitzplätze ab. © Heiko Mühlbauer

Dabei findet die Abiturientin, dass hier am Friedrich-Bährens-Gymnasium vieles in Sachen Hygiene gut geregelt sei. „Was man so von anderen Schulen hört, da hätte ich nicht am Unterricht teilgenommen.“

Toilettenanlage ist in Corona-Zeiten ein Problem

Um die Hygiene-Vorschriften einzuhalten, wurden alle Klassenräume ohne Waschbecken, gesperrt. Dafür wurden ehemalige Lehrertoiletten, die zuletzt nur noch bei Prüfungen als Schülertoiletten genutzt wurden, wieder allgemein geöffnet. Denn auch wenn die Toilettenanlage gut in Schuss sei, für Coronazeiten sei sie zu eng bemessen, meint der Schulleiter. In der Vergangenheit habe man auch wegen der rechtlichen Vorschriften sehr viel in Brandschutz investiert, aber kaum etwas in Hygiene. Das mache sich jetzt bemerkbar.

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Doch für die wenigen Abiturienten sei die Schule gut ausgerüstet, meint Klanke. Die Frage bleibt, was man zusätzlich machen müsse, wenn irgendwann die anderen Schüler zurück ins FBG kehren.

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