Wiederholte Einbrüche in Filiale Geisecke: Sparkasse muss unpopuläre Konsequenzen ziehen

hzSparkasse Schwerte

Sieben Einbrüche rund um die abgelegene SB-Filiale Geisecke binnen kurzer Zeit waren zu viel. Bevor beim nächsten Mal womöglich eine Person zu Schaden kommen könnte, handelte die Sparkasse.

Geisecke

, 14.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachricht erwischte die Geisecker am Freitag, dem 13. Aber das Datum war völlig unschuldig daran, dass die Sparkasse ihnen eine unangenehme Maßnahme mitteilen musste.

Die hatten sie vielmehr den Kriminellen zu verdanken, die innerhalb kürzester Zeit mehrfach versucht hatten, über das Lager des benachbarten Blumengeschäftes an die Rückseite des Geldautomaten zu gelangen.

Der Geldautomat wurde nach am Freitag komplett geleert

Die Tat in der Nacht vom 5. auf den 6. März brachte des Fass zum Überlaufen. Nach dem mittlerweile siebten Einbruchsversuch innerhalb von wenigen Monaten rund um die Selbstbedienungs-Geschäftsstelle im Gewerbezentrum Zwischen den Wegen - so teilte die Sparkasse am Freitag auf Anfrage mit - sei diese noch am selben Tage dauerhaft geschlossen worden.

Der Geldautomat wurde umgehend komplett geleert, zur Information ein Schild mit der Aufschrift „Außer Betrieb“ aufgehängt.

Die Selbstbedienungsfiliale der Sparkasse im Geisecker Einkaufszentrum Zwischen den Wegen wurde am Freitag für immer geschlossen.

Die Selbstbedienungsfiliale der Sparkasse im Geisecker Einkaufszentrum Zwischen den Wegen wurde am Freitag für immer geschlossen. © Reinhard Schmitz

„Hier wird immer mit viel Aufwand und Schaden in den Nebengeschäften eingebrochen, um dann über Lagerräume in die Sparkasse einzudringen“, erklärte Ulrich Bartscher, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Schwerte. Einmal krochen die Täter durch ein in die Zwischenwand geflextes Loch sogar bis zur Rückseite des Geldautomaten, den sie aber schließlich doch nicht aufbrechen konnten.

Beim letzten Versuch, der ebenfalls scheiterte, bohrten die Kriminellen nur einige Löcher in das Mauerwerk, wie Polizei-Pressesprecherin Vera Howanietz berichtete. Ob damit die Örtlichkeit ausbaldowert werden sollte? „Die Erfahrung sagt, dann kommen sie zum zweiten Mal in echt für den endgültigen Durchbruch“, sagte Ulrich Bartscher.

Gemeinsam mit der Polizei haben man die Tat deshalb als Vorbereitung für einen finalen Einbruch gewertet.

Irgendwann hätte auch ein Mensch zu Schaden kommen können

Als am Donnerstag der Verwaltungsrat der Sparkassen zusammentrat, kamen auf die Tagesordnung auch die ständigen Einbruchsversuche. „Da dies für den Vermieter und die benachbarten Einzelhändler ärgerlich, unzumutbar und existenzbedrohend ist und auch für unsere Kunden durchaus eine Gefahr für Leib und Leben bedeuten kann, haben wir uns nun für die Schließung entschieden“, erklärte Ulrich Bartscher.

Man könne nicht das Risiko eingehen, dass irgendwann womöglich noch ein Mensch zu Schaden komme. Beispielsweise, wenn die Täter vom Hinterraum aus den Automaten sprengen würden, während vorn ein Kunde nichtsahnend einen Kontoauszug ziehe.

Dumme Kriminelle sprengten sogar schon Kontoauszugs-Drucker

Deshalb sei die Entscheidung zu der Schließung der SB-Filiale im Verwaltungsrat einvernehmlich getroffen worden. Nach dem Abbau des Geldautomaten nur den Kontoauszugs-Drucker an dem Standort zu belassen, hätte das Risiko nicht völlig vermindert.

Denn die Kriminellen könnten Geldautomat und Kontoauszugsdrucker oft nicht voneinander unterscheiden, erklärt Ulrich Bartscher: „Die haben auch schon einen Kontoauszugs-Drucker gesprengt.“ Obwohl darin eigentlich nicht viel mehr als unbedrucktes Papier zu holen ist.

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Der Sparkassenchef hatte für den Ortsteil aber auch noch eine positive Nachricht. „Wir wollen Geisecke nicht aufgeben“, sagte er. Um die Bargeldversorgung vor Ort weiter gewährleisten zu können, prüfe und bewerte sein Geldinstitut derzeit unter Hochdruck alternative Standorte: „Eine Entscheidung ist hier jedoch in der Kürze der Zeit noch nicht getroffen. Bis dahin empfehlen wir unseren Kunden die Nutzung der übrigen Geschäftsstellen sowie den mobilen Bargeld-Bringservice.“

Zudem wird noch einmal darauf hingewiesen, dass Kunden sich auch bei Einkäufen in verschiedenen Geschäften an der Kasse Bargeld von ihrem Girokonto auszahlen lassen könnten. Das sei unter anderem in Filialen von Rewe und Netto sowie der Drogeriemarktkette dm möglich.

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