SPD-Kritik an Laschet: Schüler, Eltern und Lehrer werden „Spielball“

Corona-Maßnahmen

Deutliche Worte richtet die SPD aus Schwerte an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Schüler, Eltern und Lehrer würden zum „Spielball ständig wechselnder politischer Entscheidungen“.

Schwerte

, 06.05.2020, 11:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie geht es weiter mit den Schulen? Die Schwerter SPD richtet sich direkt an Ministerpräsident Armin Laschet.

Wie geht es weiter mit den Schulen? Die Schwerter SPD richtet sich direkt an Ministerpräsident Armin Laschet. © picture alliance/dpa

In einem offenen Brief unterstreicht der Vorstand der Schwerter SPD rund um die Vorsitzende Sigrid Reihs: Bei einer solchen Lage wie Corona habe man in den vergangenen Wochen „wiederholt für Vertrauen in das Krisenmanagement unserer Landesregierung geworben“.

Jetzt aber habe man wieder Anlass, die Politik von CDU und FDP zu kritisieren: „Wir bitten um dringende Nachbesserung der landespolitischen Arbeit: bei der Öffnung der Schulen.“

Genau das sei „offenbar weder solide geplant noch konsequent durchgeführt. Schulleitungen werden nicht informiert. Elternsorgen werden nicht gehört bzw. ignoriert.“

Jetzt lesen

SPD: Jeder vierte Schwerter Einwohner betroffen

So stört die SPD das Hin und Her rund um die Grundschulen: „Erst sollen nur die 4. Klassen wieder in die Schule, dann auf einmal alle im rollierenden System, was binnen Stunden wieder von Ihnen selbst revidiert wird. In einer Politsendung schieben Sie den schwarzen Peter dünnhäutig an die Schulen und Kommunen weiter. Dass die Landesregierung das Wohl der Kinder priorisiert hat, ist nicht zu erkennen.“

Wie viele Menschen „zum Spielball ständig wechselnder politischer Entscheidungen“ würden, hat die SPD einmal durchgerechnet: Wenn man zu den 4500 Schülern nur die Eltern hinzurechne, seien „13.500 Menschen betroffen, ein Viertel der Schwerter Einwohnerschaft“.

Jetzt lesen

„Schulleitungen müssen ‚über Nacht‘ Konzepte erarbeiten“

Immerhin seien es die Kommunen als Schulträger, „die chaotische Vorgaben der Landesregierung umsetzen müssen. Es sind jetzt die Schulleitungen und unsere Lehrer*innen, die unter hohem öffentlichen Druck, ‚über Nacht‘ tragfähige Konzepte erarbeiten müssen und zwar ohne Unterstützung und Rückenwind aus dem zuständigen Ministerium.“

Und: „Es sind jetzt die Eltern in Schwerte und ganz NRW, die sich jetzt nach acht Wochen vertrauensvoller Geduld zerreißen, zwischen Beruf, Kinderbetreuung- und -beschulung, zwischen Wut und Ohnmacht.“

Für Auto- und Möbelhäuser gibt es doch auch ein Konzept

Warum gebe es denn keinen Maßnahmenkatalog, inklusive Zeitplan und Kriterien? „Für viele Wirtschaftszweige und Bereiche des öffentlichen Lebens“ sei ein solcher doch schon erarbeitet.

An Laschet gerichtet heißt es: „Sie fördern gerade den Verdacht, dass von Expert*innen durchkonzipierte Maßnahmenpläne nur dort möglich sind, wo Lobbyisten die Vorlagen diktieren: z.B. bei der Öffnung von Auto- und Möbelhäusern.“

Derweil verschärfe sich in der Corona-Krise „die Bildungsungerechtigkeit in unserem Land, wo der schulische Erfolg eines Kindes ohnehin vom Elternhaus abhängt.“

An den Ministerpräsidenten gerichtet, fügt die Schwerter SPD hinzu: „Verstärken sie diesen Effekt nicht weiter, Herr Laschet, indem sie die Belange der Kinder nicht so ernst nehmen wie wirtschaftliche Interessen.“

Lesen Sie jetzt