Stadt droht einem Auto seit November mit dem Abschleppen - passiert ist nichts

hzParken in Schwerte

Rar sind Parkplätze am Robert-Koch-Platz. Einen belegt ein Auto, das weder vorn noch hinten ein Nummernschild hat. Das Ordnungsamt macht seine Abschlepp-Drohung nicht wahr - aus einem Grund.

Schwerte

, 11.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stand dort mal eine Kombination mit UN, MK, DO oder sonst einer Kfz-Zulassungsstelle? Die Halterung für das Kennzeichen verrät es nicht. Sie hängt leer und ein wenig schief an dem alten Audi A4.

In den Lüftungsschlitzen hinter der Motorhaube haben sich Herbstblätter angesammelt. Die silberfarbene Karosserie haben Vögel bekleckst. Offenbar unbewegt steht der Wagen seit Monaten auf einem der raren Parkplätze am Robert-Koch-Platz.

Seit November klebt die Verfügung der Stadt auf der Frontscheibe

Er hat schon das städtische Ordnungsamt auf den Plan gerufen, wie ein immer noch leuchtend gelber Aufkleber auf der Windschutzscheibe beweist. Mit Unterschrift vom 8. November 2019 hat die Behörde den Halter aufgefordert, das Fahrzeug innerhalb von 14 Tagen zu entfernen. Ansonsten wurde angedroht, es auf seine Kosten abschleppen zu lassen und zu verwerten.

Aber es steht immer noch dort. Passiert ist nichts.

Die Kennzeichen liegen auf dem Beifahrersitz

Und das hat einen überraschenden Grund, wie Stadt-Pressesprecher Ingo Rous erklärt. „Der Wagen ist angemeldet“, sagt er: „Die Kennzeichen liegen auf dem Beifahrersitz.“ Das hätten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes auch nicht gesehen, als sie den Aufkleber angebracht haben.

Doch ein angemeldetes Fahrzeug könne im öffentlichen Raum abgestellt werden. Solange es stehe, bräuchten auch die Kennzeichen nicht außen angebracht werden. Beim Fahren sei das natürlich anders.

Rar sind die Parkplätze am Robert-Koch-Platz, wo das Auto ohne Kennzeichen an der Karosserie schon seit Monaten steht.

Rar sind die Parkplätze am Robert-Koch-Platz, wo das Auto ohne Kennzeichen an der Karosserie schon seit Monaten steht. © Reinhard Schmitz

Ansonsten hält das Ordnungsamt ein Auge darauf, was nichts am Fahrbahnrand oder auf Parkplätzen zu suchen hat. „Es kommt immer wieder vor, dass dort Schrottfahrzeuge abgestellt werden“, berichtet Ingo Rous. Oder dass Wagen nach Unfällen dort zurückgelassen werden oder Öl verlieren. Im Schnitt falle so etwas zweimal im Monat auf.

Dann werden die gelben Zettel mit der Ordnungsbehördlichen Verordnung angebracht, die auch mit einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro drohen. „In der Regel zeigt das Wirkung“, sagt der städtische Pressesprecher: „Die Halter entfernen dann meistens das Fahrzeug.“

Im Schnitt acht mal im Jahr werden Schrottautos abgeschleppt

Wenn keine Reaktion erfolgt, muss der Abschleppdienst angefordert werden. Das war laut Ingo Rous beispielsweise im Jahr 2018 acht Mal der Fall. Der Wagen werde dann auf dem Hof des Abschleppunternehmers abgestellt und irgendwann verschrottet.

Damit ist der letzte Besitzer aber längst noch nicht aus dem Schneider. „In der Regel versuchen wir, den Halter zu ermitteln, damit er die Kosten aufbringen muss“, berichtet der Stadtsprecher. Dazu braucht man die Kennzeichen nicht. Den Behörden genügt es, die Fahrgestellnummer des Wagens zu ermitteln.

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