Der Schützenhof und das FAB-Gelände stehen zum Verkauf. Allerdings nicht die Halle von Schützen und Taubenzüchtern, die sich hinter dem Vereinsheim des VfL links der Spielfläche befinden. © Oskar_Neubauer
Projekt neue Sportanlage

Stadt nennt Preis für Schützenhof, aber nicht alle Vereine ziehen mit

Die Stadt Schwerte sucht nach einem Investor, der Schützenhof, Allwetterbad-Gelände und den Sportplatz Wandhofen kaufen will. Geld allein ist nicht entscheidend für den Zuschlag.

Im Dezember gab die Stadt die Startschuss. Zwei Sportvereine sollen eine neue Sportstätte bekommen. Ihre Plätze und das ehemalige Gelände des Freizeit- und Allwetterbades soll dafür vermarktet werden. Und dafür wird jetzt ein Investor gesucht.

18 Seiten lang ist das Gutachten: Immerhin will die Stadt 58.575 Quadratmeter an den Investor bringen. Verkauft werden sollen beide Flächen an möglichst einen Investor. Da bleiben angesichts von sechs Hektar vermutlich nicht so viele Interessenten übrig. Zumal die Stadt auch einen großen Forderungskatalog angehängt hat.

Wer die Sportplätze und das FAB-Gelände kaufen will muss zunächst mindestens sechs Millionen Euro bieten. „Doch der Kaufpreis ist nicht der entscheidende Faktor“, betont Stadtplaner Christian Vöcks. Denn der wird bei der Vergabe nur zu 30 Prozent in die Waagschale geworfen. 70 Prozent sollen städtebaulichen Entwurf, Ökologie und eine ganze Reihe anderer Forderungen ausmachen.

Schöner Städtebau vor biologischer Vielfalt

32 Punkte beinhaltet die Liste am Ende des Exposés. Fein säuberlich sind die Punkte aufgelistet und dahinter, in wie fern sie entscheidend für die Vergabe sind. So sind die Berücksichtigung des Kommunalen Handlungskonzepts Wohnen mit sechs Prozent und „städtebauliche Prägnanz“ mit sieben Prozent Punkte, die der Stadt am Schützenhof offensichtlich wichtig sind.

„Trägt bei zum Erhalt der lokalen Biodiversität“ ist für den Schützenhof nur mit ein Prozent gewichtet. „Die ganze Wunschliste wird ein Entwurf nicht umsetzen können“, schätzt David Weber, Leiter des Amtes für Städtebau und Liegenschaften. Aber die Bieter sollten sich schon an dieser Liste orientieren.

Rat soll am 15. September entscheiden

Seit dem 16. April ist das Exposé auf der Seite der Stadt und bei Immobilien-Portalen zu sehen. Das Angebot gilt bis zum 5. Juli, danach werden die Angebote ausgewertet. Am 15. September soll dann der Rat entscheiden, mit wem man ins Geschäft kommen will.

Beide Flächen haben auch ihre Tücken. So ist der Untergrund unter dem Schützenhof zum Teil nicht fest, unter beiden Grundstücken werden Altlasten vermutet und ein Teil des ehemaligen FAB-Geländes liegt in der Überschwemmungszone. Und dann ist da noch die offensichtlich ungeklärte Situation mit den dort beheimateten Vereinen.

„Voraussichtlich bis zur Mitte bzw. zum Ende des Jahres 2023 werden der TuS Wandhofen und der VfL Schwerte noch ihre vorhandenen Sportanlagen nutzen und anschließend in das künftige Sportzentrum im Wandhofener Bruch umziehen“, heißt es in dem Exposé.

Taubenzüchter und Schützen haben Erbbaurecht

Was die Reisevereinigung Schwerte und den Schießsportclub betrifft, die im nördlichen Bereich Gebäude haben, reicht man die Kümmerkarte an den neuen Erwerber weiter. Denn die beiden Vereine haben ein Erbbaurecht bis 2084 beziehungsweise 2086, in das der Käufer eintreten muss. Sofern er für diese Grundstücke vor Ablauf der Erbbaurechte eine wohnbauliche Nutzung anstrebe, obliege ihm die Abstimmung mit den Erbbauberechtigten.

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