Stadt Schwerte inseriert die alten Hallen am Parkplatz Im Reiche des Wassers im Netz

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Interesse an einem Grundstück Im Reiche des Wassers? Die Stadt inseriert im Internet. Nur dürfen die neuen Besitzer hier nicht machen, was sie wollen und die Stadt kann auch nicht verkaufen.

Schwerte

, 30.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Bürgermeisterwahlkampf 2018 sollte es der große Coup werden. Ein Investor plane eine Hotel Im Reiche des Wassers. Geplant war ein mittelgroßer Bau hinter den historischen Fassaden der ehemaligen Werkhallen der Firma Haver am Mühlenstrang. Dort, wo zuletzt noch das Feuerwehrmuseum und eine Autowerkstatt untergebracht waren, sollte neuer Glanz einziehen und der Altstadt zu einer Attraktion verhelfen.

Die Idee stammte von einem Investor, der sie dem damaligen Stadtplaner Adrian Mork vorgeschlagen hatte. Der unterlag bekanntlich im März 2018 bei der Bürgermeisterwahl, und das Projekt geriet in Vergessenheit.

„Nicht unterkellertes Industriegebäude“

Jetzt bietet die Stadt die Hallen zum Verkauf an. Und zwar wie die meisten Immobilienbesitzer ganz einfach auf dem Portal Immobilienscout im Internet.

In der Anzeige steht: „Bei dem Gebäude handelt es sich um ein 1-geschossiges nicht unterkellertes Industriegebäude mit 2 Hallenteilen. Die Halle wurde zuletzt als Kfz-Werkstatt bzw. für eine Ausstellung historischer Feuerwehrfahrzeuge genutzt. Eine Verbindung zwischen den beiden Teilen kann hergestellt werden.

Das Grundstück ist zu 100 Prozent überbaut.“

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Ein Preis wird für das Gelände auch nicht aufgerufen. Vielmehr sollen die Interessenten einen Vorschlag machen, wie sie das Grundstück nutzen und was sie dafür zahlen wollen. Das größte Problem: Die Stadtverwaltung kann das Grundstück gar nicht verkaufen. Denn Grundstücksgeschäfte dieser Art müssen vom Rat der Stadt genehmigt werden. Der Käufer soll also eine Idee mitbringen, einen Kaufpreis vorschlagen und hoffen, dass seine Idee auf Zustimmung der Politik trifft.

Denkmalbehörde redet mit

Was in den Hallen zulässig ist, muss ebenfalls noch geklärt werden. Denn einfach abreißen und etwas Neues bauen, geht nicht. Die Hallen liegen im Umfeld von Baudenkmälern. Für jeden Neubau braucht man also eine Genehmigung des Denkmalschutzes. Die Architekten, die damals den Hotelbau vorgeschlagen hatten, retteten sich mit dem Entwurf, die Fassade der alten Hallen zu nutzen und erst dahinter etwas Neues zu bauen. Außerdem soll der neue Investor möglichst nichts planen, was viel ruhenden Verkehr mit sich bringt. Denn der benachbarte Parkplatz Im Reiche des Wassers ist jetzt schon an vielen Tagen überlastet.

Eigentlich war ein Ideenwettbewerb angekündigt

Verkauft werden soll nur das etwa 1100 Quadratmeter große Grundstück mit den Hallen. Deren Nutzfläche wird mit 900 Quadratmetern angegeben.

End 2018 hatte die Stadt auf Anfrage der Ruhr Nachrichten einen Ideenwettbewerb für das Gelände für Anfang 2019 angekündigt.

Was die Zustimmung der politischen Parteien betrifft, gibt es schon im Vorfeld Gegenwind. Marco Kordt, Fraktionsvorsitzender der CDU, erklärte, dilettantischer könne man kaum bei einer Investorensuche vorgehen. Vor allem, weil es sich um ein wichtiges Grundstück für die Stadtentwicklung handeln würde. Von der Anzeige im Internet habe er nur durch Zufall erfahren.

Das sagt die Stadt zu dem Thema:

Die Stadt antwortete gestern schriftlich auf die Anfrage der Redaktion: „Wir möchten, dass die Haverhallen sinnvoll genutzt werden. Sie bieten eindeutig Entwicklungspotenzial. Deshalb haben wir uns bewusst dafür entschieden, sie auf dem Markt zu präsentieren“, so Bürgermeister Dimitrios Axourgos. Ob und wann die Hallen verkauft oder vermietet werden, stehe allerdings nicht fest, da zunächst die möglichen Nutzungsideen im Vordergrund stehen. Diese Ideen können Interessierte in einem schriftlichen Konzept bis Ende September einreichen. Die Politik ist in der AISU-Sitzung am 20. November 2018 über dieses Vorgehen informiert worden.

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