Stadtwappen im Schiefer zeigt: Im Wuckenhof amtierte der Bürgermeister

Auflösung Fotorätsel Folge 7

Wer vom Wochenmarkt zur Senfmühle geschlendert oder über den Schwerter Weihnachtsmarkt gebummelt ist, hat es vielleicht schon mal gesehen: Das Stadtwappen in der Schieferwand des Wuckenhofs.

05.04.2020, 15:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Detailbild zeigte einen Schwertgriff aus dem Schwerter Stadtwappen, das in den Schiefer über dem Eingang auf der Südseite des Wuckenhofs gearbeitet ist.

Das Detailbild zeigte einen Schwertgriff aus dem Schwerter Stadtwappen, das in den Schiefer über dem Eingang auf der Südseite des Wuckenhofs gearbeitet ist. © Reinhard Schmitz

Es war ein Griff. Der Griff eines der beiden gekreuzten Schwerter, die Handwerker kunstvoll in die Schieferverkleidung des Wuckenhofs, Kötterbachstraße 2, eingearbeitet haben. Das Wappen über dem Eingang auf der Südseite des Gebäudes signalisierte: Hier hatte der Bürgermeister Wilhelm Wucke, der unter seinem Dach wohnte, auch seinen Amtssitz. Von 1792 bis 1842 - so berichtet Heimatvereins-Vorsitzender Uwe Fuhrmann - soll der Namensgeber in den Funktionen als Bürgermeister oder stellvertretender Bürgermeister tätig gewesen sein.

Auf dem Gelände stand früher mal eine Burg

Der Wuckenhof ist um 1800 auf einem stadtgeschichtlich bedeutenden Platz errichtet worden. Hier soll um 1200 eine Burg gestanden haben, die wahrscheinlich wie ein steinerner Wohnturm aussah. 1425 wurde die Vorburg zerstört, Mitte des 15. Jahrhunderts verschwand der Rest. Geblieben sind alte Kellergewölbe und ein Brunnenschacht.

Nach der Ära Wucke wechselte das Haus mehrfach den Besitzer. Vor dem Ersten Weltkrieg diente es als Kinderhort, von 1935 bis 1945 unter dem Namen „Langemarck“ dann als Heim für Hitlerjugend und Bund deutscher Mädel. Später wurden dort Flüchtlinge untergebracht, danach zog das Rote Kreuz ein, anschließend der inzwischen aufgelöste Kunstverein. Heute werden die Etagen vom Kulturbüro und als Touristik-Information genutzt.

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