Steht Grundschule Ergste bald ohne Leitung da?

Stelle noch nicht ausgeschrieben

Der Evangelischen Grundschule in Ergste steht für den Sommer ein großer Umbruch bevor. Nicht nur der Umzug vom Standort Kirchstraße in die ehemalige Schule an der Ruhr soll zum neuen Schuljahr vollzogen sein. Möglicherweise steht die Schule dann auch ohne neuen Schuleiter da.

ERGSTE

, 09.05.2017, 05:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die neue Mitte von Ergtse soll nach der Meinung der großen Parteien um die Ergste Grundschule entstehen.

Die neue Mitte von Ergtse soll nach der Meinung der großen Parteien um die Ergste Grundschule entstehen.

Die langjährige Rektorin der Evangelischen Grundschule in Ergste, Angelika Schwarz, wird die Schule in absehbarer Zeit verlassen. Am 1. August beginnt sie ein Sabbatjahr, im Anschluss geht sie in den Ruhestand. Das kommt nicht plötzlich: Die 62-Jährige hat den Entschluss schon vor einigen Jahren gefasst, wie sie auf Anfrage bestätigte. Ein Sabbatjahr muss mindestens vier Jahre vor Antritt beantragt werden.

Ausschreibung der Stelle wurde verschlafen

Während der folgenden vier Jahre können Beamte dann auf einen Teil ihres Gehaltes verzichten, dabei Vollzeit weiter arbeiten und dann ein Jahr bezahlt frei nehmen. Dass ihr Ausscheiden aus dem Schuldienst zeitgleich mit dem Umzug der Schule zusammenfällt, sei unglücklich, räumt Angelika Schwarz ein. „Als ich das damals beantragt habe, war das aber noch nicht abzusehen.“

Renate Goeke, Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes und ehemalige Schulleiterin der Friedrich-Kayser-Schule, macht sich nun Sorgen, dass die Schule ab Sommer ohne Schulleiter dasteht, denn öffentlich ausgeschrieben ist die Stelle bis heute nicht.

In einer Presseinformation schreibt sie: „Erfahrungsgemäß dauern diese Besetzungsverfahren einige Monate, weshalb die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass zum Beginn des neuen Schuljahres die Grundschule Ergste zunächst ohne Schulleiter arbeiten muss.“

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Bezirksregierung gibt sich optimistisch

Zuständig für Personalangelegenheiten der Schulen ist die Bezirksregierung Arnsberg. Ihr Sprecher, Dr. Christoph Söbbeler, erklärte hierzu, „es ist alles aufs Gleis gesetzt.“ Die Besetzung sei ein durchfomalisierter Vorgang: Die Bezirksregierung stimmt über die Ausschreibung mit Personalrat und Schulkonferenz ab, anschließend wird die Stelle ausgeschrieben. Es beginnt die sechswöchige Bewerbungsfrist.

„Dann werden die Beurteilungen geschrieben und ein Wahlvorschlag der Schulkonferenz unterbreitetet, die ihr Votum einlegen kann. Dann kann die Stelle besetzt werden“, so Söbbeler. Der aktuelle Sachstand: Die Ausschreibung liegt der Schulleitung vor und muss nun von der Schulkonferenz abgesegnet werden. Einen Zeitpunkt, wann der neue Kopf der Schule gekürt werden kann, kann Söbbeler aber nicht nennen.

Denn neben zeitlichen Faktoren ist es fraglich, ob es auf Anhieb geeignete Bewerber geben wird. „Tatsächlich ist es so, dass manchmal Schulleiterstellen zwei bis drei Mal ausgeschrieben werden müssen“, räumte Söbbeler ein. Seit Jahren hat die NRW-Regierung Schwierigkeiten, Schulleiterstellen neu zu besetzen. In NRW sind derzeit ganze 117 für Grundschulen ausgeschrieben, wie dem Ausschreibungsportal des NRW-Schulministeriums zu entnehmen ist. 72 davon übrigens ab sofort.

Stadt Schwerte beschreibt Situation als "unbefriedigend"

Der Einfluss der Stadt Schwerte als Schulträger ist bei dem Vergabeverfahren begrenzt, sie wird am Ende lediglich um Zustimmung gebeten. „Wir haben die Situation an der Schule aber im Blick und haben regelmäßig den Sachstand abgefragt“, erklärte Stadtsprecher Carsten Morgenthal. „Die Situation dort ist auch für uns sehr unbefriedigend.“

Dass die Ergster Schulleiterstelle zweieinhalb Monate vor der Vakanz immer noch nicht ausgeschrieben ist, sieht Christoph Söbbeler gelassen: „Das ist ja nicht der einzige Vorgang, den wir bearbeiten. Es können diverse Gründe auftreten, warum beim Ausscheiden eines Schulleiters kein nahtloser Übergang möglich ist.“

Erschwerend kommt für die Ergster Schule hinzu, dass es dort auch keinen Konrektor gibt. FDP-Politikerin Renate Goeke glaubt, dass die Situation an der Schule durch „Untätigkeit der Bezirksregierung“ verschärft werde. Schulleiterin Angelika Schwarz hofft auf eine baldige Regelung ihrer Nachfolge: „Wir haben auf jeden Fall alles für den Umzug soweit vorbereitet.“ Sollte im August kein Nachfolger in Sicht sein, müsse laut Söbbeler zunächst der dienstälteste Pädagoge die Leitung übernehmen. Das sei so üblich.

 

Unsere Redakteurin Annette-Theobald Block in einem Kommentar zu der vakanten Rektorenstelle:

Mit viel Glück wird die Ergster Grundschule im Sommer mit einem neuen Schulleiter oder einer neuen Schulleiterin am neuen Standort starten. Vielleicht aber auch nicht. Warum eine Schulleiterstelle aber so kurzfristig ausgeschrieben wird, obwohl der Zeitpunkt ihrer Vakanz seit vier Jahren bekannt ist, ist nicht einzusehen. Vorausschauende Personalplanung im Sinne der Schüler ist das nicht, sondern verkrustete, langsame Bürokratie auf Kosten der Schule und Schüler.

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