Verkaufsoffene Sonntage gegen Corona-Flaute - Händler sagen ja, aber

hzVerkaufsoffene Sonntage

Die Landesregierung hat angekündigt, dass Geschäfte in der zweiten Jahreshälfte zusätzlich an bis zu vier Sonntagen öffnen dürfen. Ver.di ist dagegen. Doch was sagen die Schwerter Händler?

Schwerte

, 08.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Susanne Schneider, FDP-Ladtagsabgeordnete und Landratskandidatin ist es: „Das genau das richtige Signal.“ Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart hat angekündigt, dem Einzelhandel in diesem Jahr zusätzliche verkaufsoffene Sonntage zu ermöglichen.

„Auch im Kreis Unna hat der Corona-Shutdown den lokalen Einzelhandel hart getroffen. Bei manchen Geschäften geht es schlicht um den Fortbestand des Betriebs und der Arbeitsplätze“, kommentiert Schneider.

Mit den zusätzlichen Sonntagsöffnungen gebe man den Geschäften die Möglichkeit, Umsatz wieder nachzuholen. Davon sollten die Geschäfte im gesamten Kreisgebiet profitieren.“

Verzicht auf Bürokratie

Schneider begrüßt bei dem angekündigten Erlass den Verzicht auf Bürokratie: „Wirtschaftsminister Pinkwart will deutlich machen, dass die Sonntagsöffnung auch ohne konkreten Anlass möglich ist. Das macht es den Kommunen einfacher bei der Begründung der verkaufsoffenen Sonntage.“

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„In dieser Sondersituation muss man eben auch Sondermaßnahmen ergreifen“, appelliert Schneider an alle Beteiligten. „Die Pläne des Landes sind mit Kirchen und Gewerkschaften besprochen. Ich hoffe, dass es dafür jetzt auch die entsprechende Unterstützung im Kreis vor Ort gibt. Wenn wirtschaftliche Existenzen auf dem Spiel stehen, sollte man Bedenken und grundsätzliche Positionen hintenanstellen.“

Gewollte oder ungewollte Besucherströme

Die zusätzlichen Verkaufstage können auch dem Gesundheitsschutz dienen. „Mit den verkaufsoffenen Sonntagen kann man in den Herbstmonaten auch Verkaufsströme entzerren. Viele Kundinnen und Kunden weichen bei dieser einmaligen Maßnahme dann vielleicht vom Samstag auf den Sonntag aus. Das kann dazu beitragen, dass unsere Einkaufsstraßen nicht überfüllt sind und die Menschen besser Abstand halten können“, so die FDP-Kreisvorsitzende abschließend.

Das sagen die Schwerter Händler dazu

In der Schwerter Händlerschaft trifft Susanne Schneider damit auf offene Ohren: „Verkaufsoffene Sonntage sind konkret umsatzbereichernde Tage“, berichtet Olaf Bachmann von der Bücherei Bachmann.

„An diesen Sonntag kommen Kunden nach Schwerte, die sonst nicht kommen und hier erleben können, wie schön Schwerte ist“, so Bachmann. Zwar kämen an verkaufsoffenen Sonntagen auch gerne Stammkunden, die dafür ihren Besuch unter der Woche verschieben, trotzdem lohne sich der zusätzliche Öffnungstag.

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Allerdings räumt Bachmann ein, dass es diesen Mehrwert nur in Verbindung mit Veranstaltungen rund um den verkaufsoffenen Sonntag gebe. Bei einem „Zuviel“ an verkaufsoffenen Sonntag, könnte der Effekt verpuffen.

Wie kann man verkaufsoffene Sonntag gestalten?

In diesem Punkt sieht Peter Rienhöfer vom Vorstand der Werbegemeinschaft Schwerte den Knackpunkt von Andreas Pinkwart. „Der Handel in Schwerte braucht auf jeden Fall einen Impuls, aber wegen der Corona-Krise dürfen wir auch nicht zu viele Menschen nach Schwerte locken“.

Die Werbegemeinschaft befinde sich in diesem Punkt noch erst am Anfang von Gesprächen, wie man verkaufsoffene Sonntag in Schwerte gestalten könnte.

Ver.di will vor Gericht ziehen

Generell gegen anlasslose verkaufsoffene Sonntag ist die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, berichtet Presse-Sprecherin Lisa Isabell Wiese. Außerdem widerspricht sie Susanne Schneider: „Solche Veranstaltungen können im Sinne der Corona-Maßnahmen zu ungewollten Besucherströmen führen“.

Deshalb werde Ver.di gegen jeden Vorstoß, diese vier zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntage zu genehmigen, bevor alle Einschränkungen im Rahmen der Pandemie aufgehoben wurden, juristisch Vorgehen.

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