Tag eins mit Mundschutzpflicht in Schwerte: Aldi plant eigene Masken

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Seit Montag heißt es beim Einkauf: Maske auf. In kurzer Zeit haben die Supermärkte ein Sicherheitskonzept aufgestellt. Aber halten sich die Schwerter auch daran? So sah es am Montag aus.

Schwerte

, 27.04.2020, 16:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der große Parkplatz vor Kaufland war am Vormittag nur spärlich besetzt. Wer ankam, hatte oft schon die Maske auf. Doch genauso schnell, wie die Mund- und Nasenschützer aufgesetzt wurden, waren sie meist schon in der Tür wieder ab, wenn man den Laden verließ. Unangenehm, vor allem wenn man die Maske lange tragen muss, ärgerte sich ein Passantin.

Der Großteil der Schwerter hielt sich aber an die Auflagen, die seit Montag in ganz NRW gelten. Und wer nicht, hatte Pech. Eine Kundin, die sich an der Infotheke erkundigte, ob sie mal eben ohne Maske rein könne, wurde direkt wieder umgeschickt.

Doch bei Kaufland setzte man offensichtlich auf die Kontrolle durch das eigene Personal an diesem Montag. „Unsere Mitarbeiter haben wir mit einem Mundschutz ausgestattet. Um die Verbreitungsrate zu reduzieren und die Gesundheit unserer Kunden in den Filialen zu schützen, weisen wir die Kunden, die keinen Mundschutz tragen, freundlich auf die Verordnung hin“, erklärt Kaufland-Sprecherin Andrea Kübler.

Edeka in Holzen hat am Eingang Masken im Angebot

Bei Edeka Schmitt in Schwerte-Holzen hatte man das Problem anders gelöst. Ein Security-Mitarbeiter saß am Eingang, kontrollierte die Kunden und hatte für jene, die keine Maske trugen, Einwegmasken für 2 Euro im Angebot.

Der erste Tag mit Schutzmaskenpflicht in Schwerte. Bei Kaufland war am Montagmittag nur wenig Andrang. Nahezu alle hielten sich an die Maskenpflicht.

Der erste Tag mit Schutzmaskenpflicht in Schwerte. Bei Kaufland war am Montagmittag nur wenig Andrang. Nahezu alle hielten sich an die Maskenpflicht. © Heiko Mühlbauer

Da griff auch so manche Kundin beim Verlassen des Geschäfts noch mal zu. Schließlich seien die Masken ja nun auf absehbare Zeit der ständige Begleiter beim Einkaufsbummel. Und sogar an der Schlange vor den Geldautomaten in Holzen stellten sich die Schwerter mit Maske und Abstand an.


Supermarktketten haben Konzept ausgearbeitet

Alle großen Supermarktketten haben in Windeseile ein Konzept zur Maskenpflicht ausgearbeitet. Prinzipiell sind die Mitarbeiter – und in Einzelfällen auch externe Sicherheitsfirmen – zuständig, die Kunden auf die Maskenpflicht hinzuweisen. Wer sich nicht an die Vorgaben hält, muss im Notfall das Geschäft verlassen.

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Thomas Bonrath, Pressesprecher bei REWE, ergänzt, dass die Ordnungsbehörden im schlimmsten Fall sogar die Märkte schließen lassen, sollte es vermehrt zu Regelverstößen kommen. „Sollte also ein Einkauf nur mit Mund-Nasen-Schutz zulässig sein, so setzen wir dies entsprechend um“, so Bonrath.

Ohne Maske im Supermarkt? Hinweis ja, Rauswurf nur im Notfall

Generell gilt: Ohne Maske gibt es keinen Einkauf. Wer beispielsweise im Laden die Maske abnimmt, muss zwar nicht direkt mit dem Rauswurf rechnen, „wir appellieren aber mit Nachdruck an unsere Kunden, die Vorschriften genau einzuhalten“, sagt Bonrath weiter.

Rewe, Kaufland, Aldi und Co. - sie alle stellen dem Personal den Mund- und Nasenschutz zur Verfügung. Dabei möchte Aldi-Nord, in Schwerte an der Margot-Röttger-Rath-Straße am Bahnhof und Zwischen den Wegen in Geisecke, noch einen Schritt weitergehen: „Wir möchten unseren Kunden ebenfalls bald Einweg- oder Textilmasken zum Kauf anbieten“, verrät Aldi-Sprecher Christian Salmen auf Anfrage. Man wolle bald weitere Informationen zu Preisen und Verkaufsterminen bekannt geben.

Stadt kontrolliert stichprobenartig

Wird die Maskenpflicht denn überhaupt überwacht, oder ist das in die Hand der Geschäfte gelegt? „Die Stadt Schwerte kontrolliert stichprobenartig, dass die Verpflichtung zum Tragen eines Mund- und Nasenschutzes auch eingehalten wird“, betonte Stadtsprecher Ingo Rous am Montag auf Anfrage. Die Stadt appelliert aber gleichzeitig auch an die Menschen, sich freiwillig an die Vorgaben zu halten.

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