Ticketfreier Samstag bringt kostenlosen Nahverkehr – Für Schwerte gibt es andere Pläne

hzBus und Bahn

Eine Nachbarstadt will ihre Bürger jeden Samstag umsonst mit Bus und Bahn fahren lassen. In Schwerte hält man von dem Konzept nicht viel, hier gibt es aber schon andere Überlegungen.

Schwerte

, 29.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Tübingen klappt es bereits, auch Bocholt und Monheim „verschenken“ schon Tickets an Bus- und Bahnfahrer: Einen Tag in der Woche können Menschen dort kostenfrei den öffentlichen Personennahverkehr nutzen. Und das immer samstags. Seit einem Jahr.

Auch in Iserlohn – immerhin Schwertes Nachbarstadt – soll es jetzt so einen Vorstoß geben, fordert die örtliche CDU, „um nicht nur etwas für die Umwelt zu tun, sondern auch um Menschen zum Einkaufen in die Innenstadt zu locken“, so Fraktionschef Fabian Tigges in einer Mitteilung.

Tigges verweist auf Tübingen: Dort habe man 25 Prozent mehr Fahrgäste an den Samstagen gewinnen können.

Schwerte: „Der ticketfreie Samstag ist zu teuer“

So ganz ticketfrei ist der Samstag dann aber doch nicht. Denn zur Erfassung der Fahrgäste werden trotzdem Fahrkarten ausgegeben, allerdings zum Nulltarif. Die Iserlohner Fraktion berichtet, dass Menschen vor allem vormittags und abends gerne das Angebot nutzen – zum Einkauf in der Innenstadt oder abends zum Essen.

Außerdem könne man so die Schadstoffemissionen verringern und auch der Verkehr in der Innenstadt würde deutlich abnehmen.

Wäre das nicht auch eine Überlegung für Schwerte? „Nein, dazu gibt es keine Überlegung“, berichtet Stadtsprecher Ingo Rous auf Anfrage. „Das hängt mit den Kosten zusammen. Den kostenlosen Nahverkehr zu bezahlen, ist für Kommunen und Verkehrsbetriebe eine echte Herausforderung.“

Hinzu komme, dass im Schwerter Stadtgebiet auch verschiedene Kreise und Gesellschaften zusammenlaufen, was die Koordination zusätzlich erschwere.

Gibt es für Schwerte bald das 365-Euro-Ticket?

Den ticketfreien Samstag wird es in Schwerte also nicht geben. Man sei aber im Rathaus auf der Suche nach einer anderen Lösung. „Das 365-Euro-Ticket wäre hier eine Option“, so Rous. Heißt: Für umgerechnet einen Euro am Tag könnte man in Schwerte und Umgebung die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.

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Schon im vergangenen November wurde hierüber im Planungsausschuss gesprochen. Dabei wurden verschiedene Vorschläge angeführt:

  • Das Ticket sollte entweder als Tages- oder Monatsticket erhältlich sein. Außerdem wollen die Politiker, dass es für sozialbedürftige Bürger kostenlos ist.
  • Mit dem 365-Euro-Ticket soll man im gesamten Kreisgebiet unterwegs sein können. Und auch umliegende Städte wie Dortmund, Hagen oder Iserlohn sollen damit leichter und attraktiver erreichbar sein.
  • Wenn der ÖPNV gestärkt werden soll, muss er besser werden. Deswegen sollen Busse und Bahnen öfter fahren und das Streckennetz verbessert werden.

Einstimmig wurde in der Sitzung entschieden, dass der neue Tarif eine sinnvolle Maßnahme wäre, um die Feinstaubbelastung in der Stadt und auch den Autoverkehr zu reduzieren. Nun sollen Vertreter des Kreises Unna die Kostenfrage klären – und zwar mit dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe.

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