Trauer um die erste Kindergärtnerin des „Mauselochs“ in Ergste

Kindergärten in Schwerte

Die wilden 70er-Jahre. Ergste wuchs und wuchs. Aber Kindergartenplätze gab es nicht. Da gründeten junge Familien selber das heutige „Mauseloch“. Sie trauern um ihre erste Kindergärtnerin.

Ergste

, 15.03.2020, 18:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Traudel Hunscha (l.) war die erste Leiterin der Kinderstube Ergste.

Traudel Hunscha (l.) war die erste Leiterin der Kinderstube Ergste. © Helga Schüttert

Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz? Davon konnten die jungen Familien nicht mal träumen, die zwischen 1965 und 1975 in die Neubaugebiete in Ergste zogen. Es gab nur den viel zu kleinen Evangelischen Kindergarten. „Und der nahm nur Kinder ab fünf Jahren auf“, berichtet Helga Schüttert. Zusammen mit Nachbarn blieb ihr nichts anderes übrig, als selbst eine Spielgruppe zu gründen und einen Unterschlupf im Heim des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) zu suchen.

„Ständiger Wechsel der betreuenden Mütter widersprach jeglichem pädadogischen Konzept“, erzählt Helga Schüttert. Deshalb gründete man im Herbst 1974 den Trägerverein „Kinderstube Ergste“, der eine Erdgeschoss-Wohnung der Villa Möller an der Letmather Straße mietete. Der Rat des damaligen Amts Ergste gab in seiner letzten Sitzung vor der Auflösung 12.000 Mark für den Umbau.

Traudel Hunscha starb im Alter von 71 Jahren

Erste Leiterin der Kinderstube wurde 1975 Traudel Hunscha, die jetzt im Alter von 71 Jahren gestorben ist. „Ihre Ideen, ihr Fleiß und ihre liebevolle Art im Umgang mit den Kindern verhalfen der Kinderstube schon nach kurzer Zeit zu einem hohen Ansehen in Ergste“, sagt Helga Schüttert in einem Nachruf. Sie habe das Fundament für den Kindergarten gelegt, der heute „Mauseloch“ genannt wird. Auch der erste Martinszug durch das Dorf falle in ihre Amtszeit.

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