Trinkwasser in Schwerte ist nicht PFT-verseucht

Giftstoffe unter Nachweisgrenze

Unter der Abkürzung PFT kennt man die Giftstoffe, die sich Perfluorierte Tenside nennen. Da sie auch im Jahr 2016 von der Industrie Nordrhein Westfalens genutzt wurden, landete die Chemikalie in Ruhr und Möhne. Für das Trinkwasser in Schwerte gaben die Wasserwerke Westfalen aber Entwarnung.

SCHWERTE

, 11.01.2017, 17:46 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Rückstände von den gefährlichen Stoffen seien unter der Nachweisgrenze. „Sowohl der Wert für PFOA (Perfluoroctansäure) als auch für PFOS (Perfluoroctansulfonsäure) sind in den Wasserwerken Hengsen und Westhofen I im Mikrogramm-Bereich und dementsprechend unter der analytischen Nachweisgrenze“, sagte Helmut Sommer von dem Wasserwerken.

Wasser wird durch Aktivkohle gefiltert

Das liege auch daran, weil die Stoffe bereits in Ruhr und Möhne durch Aktivkohlefilter weitgehend entfernt wurden. In den Wasserwerken nutze man schließlich Pulverkohle, um auch Reste des chemischen Materials aus dem Wasser zu filtern.

Die Nutzung von PFOS sind in Deutschland seit 2010 weitgehend verboten, da Studien nahe legen, dass sie Krebserkrankungen fördern und die Fruchtbarkeit schädigen. Die Stoffe bauen sich nicht in der Umwelt ab, landen im Trinkwasser und schließlich im menschlichen Körper. Doch längst nicht alle perfluorierten Tenside sind verboten.

Während die Konzentration der Stoffe PFOS und PFOA im Wasser der Schwerter Wasserwerke eher geringfügig ist, macht sich Wolfgang Sommer Sorgen um 20 weitere Stoffe ähnlicher Art. „Spuren von gefährlichen Chemikalien finden wir immer wieder im Trinkwasser“, sagt er.

Ersatzstoffe bereiten Probleme

Denn anstatt der verbotenen Chemie-Verbindungen nutze die Industrie nun Ersatzstoffe. Die erfüllen einen ähnlichen Zweck wie die verbotene Chemikalie und haben einen ähnlichen Aufbau, sind aber legal. „Das ist Blödsinn, da die Industrie auch diese Stoffe in die Ruhr kippt und wir sie herausfiltern müssen“, sagt Helmut Sommer. Von der Industrie werden Perfluorierte Tenside als Schmiermittel, bei Fotopapier und in Antihaftbeschichtungen verwendet.

Warum werden die Stoffe benutzt?

Beliebt sind sie vor allem deswegen, weil sie technisch und physikalisch gut verwendet werden können und dabei zugleich wasser-, fett- und schmutzabweisend sind. Allerdings sind sie schädlich für die Umwelt. Auffällig wurden die Perfluorierten Tenside durch eine Untersuchung im Jahr 2006. Forscher des Hygieneinstituts der Universität Bonn fanden in Ruhr und Möhne 50-fach höhere PFT-Werte als im Rhein.

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