Trotz Abriss-Drohung vor 19 Monaten: Haus von Familie Ahlers in Schwerte steht immer noch

hzFalsche Baugenehmigung

Steht das Haus immer noch? Rücken bald die Bagger an? 19 Monate sind vergangen, seit die Stadt Schwerte den Abriss des Hauses von Familie Ahlers verfügt hat. Was hat sich getan?

Schwerte

, 19.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den aktuellen Stand kommentieren? Nein, lieber nicht. Darin sind sich die Beteiligten einig. Das gilt für die Stadt Schwerte, die vor einigen Jahren eine Genehmigung für den Ausbau eines Hauses an der Unteren Meischede erteilt hatte, die sich vor Gericht aber als unzulässig herausstellte.

Das gilt auch für die Familie Ahlers, die seit Jahren in diesem Haus wohnt und die kurz nach dem Gerichtsverfahren ein neues Schreiben der Stadt erhalten hatte: Das komplette Gebäude müsse abgerissen werden.

Und es gilt auch für den Nachbarn, der die ganze Sache überhaupt erst ins Rollen gebracht hatte – durch seine Klage gegen die Baugenehmigung. Er hatte schon vor längerem über seinen Anwalt mitteilen lassen, keine weiteren Aussagen zu tätigen.

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Wie kann das Haus rechtlich korrekt umgestaltet werden?

Die Abriss-Verfügung kam im Juli 2018. Im September 2018 klagte Familie Ahlers dagegen. In der Folge begannen neue Gespräche. Rechtlich ging es um ein „Austauschmittel“. Was bedeutet: ein neuer Bauplan fürs Haus, damit das so umgestaltet werden kann, dass es rechtlich nicht mehr zu beanstanden ist.

Baurecht kann kompliziert sein: Ist eine Häuser-Reihe länger als 50 Meter, kann man sich bei der Gestaltung der einzelnen Häuser an der gesamten Siedlung orientieren.

Die Reihe, an dessen Ende Ahlers‘ Haus liegt, ist aber kürzer als 50 Meter. Dann gilt: Die Gestaltung der einzelnen Häuser muss ähnlich, idealerweise sogar gleich sein. Die Haus-Reihe an der Unteren Meischede bestand ursprünglich aus Bungalows mit Flachdach. Ahlers aber bauten ein Dachgeschoss obendrauf.

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„Laufende Verfahren“ – selbst Markus Ahlers sagt nichts

Aber wie ist denn jetzt der aktuelle Stand? 19 Monate, nachdem die Stadt den Abriss angeordnet hatte, steht das Haus immer noch unverändert. Warum das so ist? Markus Ahlers, der in der Vergangenheit des Öfteren über den aktuellen Stand berichtet hatte, sagt jetzt auch nur: „Aufgrund laufender Verfahren möchte ich keine Auskunft geben.“

Nur weiter so viel: „Wir führen Gespräche in alle Richtungen.“ Das heißt: Familie Ahlers stimmt mit einem Architekten ab, wie die Alternative aussehen könnte. Gemeinsam spricht man mit dem städtischen Bauamt ab, ob es dafür wohl eine Baugenehmigung geben werde.

Markus und Anja Ahlers mit ihren Aktenordnern. Das ist nur ein Teil des Schriftverkehrs, den das Ehepaar schon im Rahmen des Rechtsstreits um sein Haus in Schwerte hat.

Markus und Anja Ahlers mit ihren Aktenordnern. Das ist nur ein Teil des Schriftverkehrs, den das Ehepaar schon im Rahmen des Rechtsstreits um sein Haus in Schwerte hat. © Björn Althoff (Archiv)

Und schließlich werden dem Vernehmen nach auch der Nachbar und sein Anwalt regelmäßig kontaktiert. Eine weitere Klage würde das ganze Verfahren ja weiter in die Länge ziehen.

Anders gesagt: Der Ausgang ist weiter unklar. Selbst zum Zeitrahmen kann und will sich niemand äußern. Und bis zu einer Entscheidung bleibt der Status quo: Das Haus steht erst einmal weiter da.

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