Tut sich bald was am Fachwerkhaus in Westhofen?

Gutachten ist eingegangen

Verbretterte Fenster, ein Bauzaun auf dem Bürgersteig vor der Schieferfassade. Was hinter den Kulissen des maroden Fachwerkhauses an der Reichshofstraße 95 in Westhofen passiert, ist bei vielen Anwohnern eine offene Frage. Äußerlich ist seit Jahren keine Veränderung zu erkennen. Doch jetzt liegt ein Gutachten vor.

WESTHOFEN

, 06.05.2017, 05:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Fensterländen vernagelt, ein Zaun davor - so sieht das Haus an der Reichshofstraße 95 von vorne aus.

Fensterländen vernagelt, ein Zaun davor - so sieht das Haus an der Reichshofstraße 95 von vorne aus.

Doch zumindest am Schreibtisch ist Erhard Bazak, dessen Ehefrau das Gebäude im Dezember 2015 bei einer Zwangsversteigerung im Amtsgericht Schwerte erworben hatte, unterdessen mit dem Projekt ein Stück weitergekommen. „Am Dienstag kam das historische Gutachten“, berichtete er am Donnerstag auf Anfrage der Redaktion.

Gutachten ist Grundlage für eine Sanierung 

Das umfangreiche Papier bildet die Voraussetzung für alle Sanierungsarbeiten und auch für die Beantragung von Zuschüssen für die Instandsetzung des denkmalgeschützten Gebäudes. Über ein Jahr lang – so Bazak weiter – habe er auf die Fertigstellung gewartet, weil der Gutachter für eine längere Zeit erkrankt und außerdem mit Sonderaufgaben beschäftigt gewesen sei. Er habe es jetzt noch in dieser Woche an die zuständigen Denkmalpfleger in Schwerte und Münster weitergeleitet.

„Das Gutachten ist bei uns eingegangen“, bestätigte am Freitag Jutta Pentling, Fachdienstleiterin für Zentrale Verwaltung im Rathaus. Es müsse aber noch ausgewertet, gesichtet und bearbeitet werden. Zuständig für diese Aufgaben ist die städtische Denkmalschutz-Beauftragte Justine Schleier.

Teile des Hauses sind über 300 Jahre alt 

Schon bei den Arbeiten für die Expertise, bei denen Teile von Gebälk und Mauerwerk an der Reichshofstraße 95 aufwendig freigelegt werden mussten, hatte sich Überraschendes herausgestellt. So war festgestellt worden, dass Teile des Hauses wesentlich älter waren als das bisher angenommene Baujahr um 1827. Denn der Gutachter war bei seinen Untersuchungen vor Ort auf weit über 300 Jahre alte Bereiche gestoßen, wie Bazak im Oktober zu berichten wusste.

Jetzt will der Ehemann der Eigentümerin als nächsten Schritt einen Termin mit einem Architekten vereinbaren, wie er ankündigte. Dabei sollen die Kriterien besprochen werden, die das Denkmalamt für die Sanierung des Hauses vorgibt. Nach derzeitiger Planung sollen bei den Arbeiten voraussichtlich fünf Wohnungen entstehen – jeweils zwei auf jeder Etage und eine weitere in dem geräumigen Dachgeschoss.

Nachbarn beschwerten sich über Ratten 
Seit dem Auszug der letzten Mieter im Herbst 2010 steht das Fachwerkhaus Reichshofstraße 95 leer.
Der Abstieg hatte schon begonnen, als es 1997 von einem neuen Besitzer übernommen worden war.
Eine Zwangsversteigerung ordnete das Amtsgericht erstmals im Jahr 2003 an. Mehrere weitere Versuche folgten.
Abreißen kann man das Haus nicht, da es unter Denkmalschutz steht.
Vergeblich sammelten Nachbarn vor drei Jahren rund 250 Unterschriften, um den Denkmalschutz aufheben zu lassen. Sie klagten über Gefahren und Ratten.

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