Kreis will Umgehungsstraße von McDonald´s bis Geisecke weiterbauen

hzK20-Ausbau

Noch endet die K20 am Kreisverkehr vor der Binnerheide. Doch es gibt Pläne, die Straße weiterzubauen. Wie die Varianten aussehen, was sie kosten und wann tatsächlich gebaut werden kann.

Schwerte

, 26.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die K10n wurde 2011 eröffnet. Die Straße, die heute Am Eckey oder auch K20 heißt, war von Anwohnern der Heidestraße seit Jahrzehnten gefordert. Denn der Schwerlastverkehr des Gewerbegebiets Binnerheide fuhr bis dato über die Heidestraße quer durch das Wohngebiet. Doch als universelle Lösung taugt die Straße nicht. Sie entlastet zwar das Wohngebiet, sorgt aber weiterhin für viel Verkehr auf der B236. Der Kreis, der für die Straße zuständig ist, plant eine Weiterführung.

? Warum ist ein Weiterbau der Straße notwendig?

Nach Untersuchungen der Stadt Schwerte kommen 70 Prozent der Lkw, die zur Binnerheide wollen, über die Schützenstraße, Allerdings müssen sie über die B236 von oben ins Gewerbegebiet einfahren, weil die Bahnbrücke an der Lohbachstraße nicht hoch genug ist. Außerdem verhindert die Brücke auch, dass Lastwagen von der Autobahn Richtung Schwerte-Ost und Gewerbegebiet Silberkuhle auf direktem Weg über die K20 fahren können. Damit nutzt ein Großteil des Schwerlastverkehrs weiterhin die ohnehin überlastete B236.

? Hat die Planung nur verkehrstechnische Gründe?

Nein, sie soll auch helfen, den Luftreinhalteplan einzuhalten. Denn eigentlich sollen keine Lkw mehr über die B236 fahren. Das hatte man im Luftreinhalteplan festgelegt. Allerdings dürfen natürlich Lkw, die Schwerter Gewerbegebiete beliefern und das sind viele, weiter fahren.

? Welche Möglichkeiten gibt es, um die Straße weiterzubauen?

Die 0-Variante basiert auf einem Ausbau der Ostberger Straße. Nach der Kostenschätzung ist das die finanziell günstigste Lösung. Nachteilig hier: Es gibt viele Anlieger, die dann mit deutlich mehr Lärm und Verkehrsbelastung umgehen müssten. Außerdem müsste eine Kreuzungsvereinbarung für die Vergrößerung der Bahn-Brücke mit der Deutschen Bahn geschlossen werden.
Die Variante 1 führt vom Kreisverkehr Ostberger Straße Straße östlich parallel der Autobahn A1 bis zur DB-Strecke nördlich des Gewerbe- und Industriegebiets Binnerheide. Ein Haus östlich des Kreisverkehres müsste durch den Kreis Unna gekauft und abgerissen werden. Nach 210 Metern ist die direkte Anbindung zum Gewerbegebiet Binnerheide vorgesehen. Nach 600 Metern müsste eine etwa 230 Meter lange Brücke die viergleisige DB-Strecke und den Gehrenbach überqueren. Danach trennen sich die beiden Varianten. Variante eins erhält einen Anschluss an die Schützenstraße und ist 2260 Meter lang.
Die Variante 2 verläuft nach der Brücke parallel zur Autobahn und würde dann an die Sölder Straße angeschlossen- Diese Trasse ist rund 300 Meter länger.

So sehen die drei Varianten der K20 aus, die in der kommenden Woche dem Schwerter Planungsausschuss vorgestellt werden.

So sehen die drei Varianten der K20 aus, die in der kommenden Woche dem Schwerter Planungsausschuss vorgestellt werden. © Kreis Unna/Dr. Lessmann GmbH

? Was kostet der Weiterbau der Straße?

Die 0-Variante wäre nach Angaben des Kreises die günstigste und würde etwa 9,5 Millionen Euro kosten. Die Variante 1 würde mit 20 Millionen Euro zu Buche schlagen, die etwas längere Variante 2 mit 22 Millionen Euro.

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? Gibt es eine Variante, die von den Planern empfohlen wird?

Ja, die Stadt und der Kreis favorisieren die Variante 1, also den Anschluss an die Schützenstraße. Allerdings betonen sie, dass man erst nach der Beteiligung der Öffentlichkeit eine Entscheidung treffen könne.

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? Wie lange könnte es dauern, bis die Straße gebaut werden kann?

Das kann sich noch hinziehen: Wenn die politischen Gremien jetzt zustimmen, erwartet der Kreis Unna bis Ende 2021 die Ergebnisse aller Gutachten. Erst dann könnte ein Planfeststellungsverfahren beginnen. Und wie lange das dauert, liegt auch daran, was die Beteiligten wie Bürger, Institutionen und Verbände zu den Plänen sagen.

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