Unbekannte sägten alle Wasserhähne auf dem Friedhof in Schwerte-Westhofen ab

hzFriedhof Westhofen

Die Sonne brennt, der letzte Regen ist vergessen. Wer sägt ausgerechnet jetzt Wasserhähne auf dem Friedhof Westhofen ab, und das gleich zweimal hintereinander? Vandalismus oder Diebstahl?

Westhofen

, 18.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Das Delikt „Metalldiebstahl“ ist mittlerweile so geläufig, dass man sofort daran denkt, wenn jemand Wasserhähne auf einem Friedhof absägt. Doch Bestatter Oliver Märtin glaubt nicht an einen Diebstahl aus Geldgier. „Das sind nur ein paar hundert Gramm und zudem nicht besonders edles Metall. Das war Vandalismus. Da will einfach nur einer verhindern, dass man die Blumen gießen kann.“

Am Sonntagabend klingelte das erste Mal bei Oliver Märtin das Telefon. Ein Besucher des Friedhofs Westhofen rief ihn an, weil aus den Wasserstellen des Friedhofs riesige Wasserfontänen austraten. Märtin findet es spannend, dass der Anrufer gerade auf ihn kam. „Man kennt sich in Westhofen“. Auf jeden Fall hatte der Anrufer den Richtigen erwischt. Märtin wusste, an wen er sich wenden musste.

Das Wasser wurde abgedreht

Märtin kennt einen Mitarbeiter, der für die städtischen Friedhöfe zuständig ist. Doch der wohnt weit außerhalb Schwertes. Am Telefon gab der Fachmann Märtin Anweisungen, wie man auf dem Friedhof die Regler zudreht. Wenig später hatten Märtin und ein paar Mitarbeiter das Wasser abgedreht.

Am Montagmorgen rückten Mitarbeiter der Stadt an und ersetzten die Wasserhähne. Eine schwere Arbeit, denn der oder die Täter hatten die Wasserrohre bündig an den Steinen, aus denen sie herausragen abgeschnitten.

Darüber hinaus sind laut Oliver Märtin keine Schäden entstanden, nur feuchte Stellen auf dem Friedhof. Wollten die Täter vielleicht das Gegenteil von dem, was der Bestatter vermutet: Die Pflanzen wässern?

Am hellichten Tag zugeschlagen

Oliver Märtin hatte nur wenig Zeit, darüber nachzudenken. Am Montagabend um 20 Uhr klingelte erneut sein Telefon. Ein Bekannter von der Feuerwehr meldete sich. Die Retter waren gerufen worden, weil ein Passant erneut laufendes Wasser auf den Friedhof bemerkt hatte. Erneut hatten die unbekannten Täter zugeschlagen und die Ersatzwasserhähne abgesägt. Am helllichten Tag.

Dem Freund von der Feuerwehr war niemand anderes eingefallen, an den er sich wenden konnte. Und wieder konnte Märtin helfen, erneut schloss er den Wasserzufluss zu den Wasserstellen. „Das ist nicht einfach, die Regler befinden sich unter schweren Platten, das kann man nicht alleine,“ sagt Märtin.

Momentan nur eine Wasserstelle

Am Dienstagmorgen wurde zunächst nur eine Wasserstelle repariert, die an der Trauerhalle. Wie es mit den Wasserstellen auf dem Friedhof Westhofen, konnte die Stadt bislang nicht vermelden.

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