So kämpfen Elsebad und Spieldorf Argeste gegen Eindringlinge und Vandalismus

hzÜberwachungskameras installiert

Im Spieldorf Argeste tauchen Kinder in alte Zeiten ein. Aber ständig wird dort randaliert - auch im Elsebad nebenan. Nun will man sich mit Videoüberwachung helfen, um die Kinder zu schützen.

Ergste

, 17.04.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir werden euch alle töten“, so stand es geschrieben - mitten im Spieldorf Argeste. Offenbar hatten sich Randalierer in dieser einen Nacht mit ihren Spraydosen hinter dem Elsebad zu schaffen gemacht. Ein dummer Spaß in jugendlichem Leichtsinn oder doch eine ernstgemeinte Drohung? „Völlig egal“, sagt Olaf Knöpges. An einem Ort, an dem Kinder spielen und lernen sollen, seien Vandalismus und solche expliziten Drohungen ein No-Go, findet der Museumspädagoge.

Es ist aber kein Einzelfall, von dem Knöpges berichtet. „Allein in diesem Jahr gab es bisher fünf Vorfälle im Dorf.“ Das seien meist die besagten Graffiti-Sprüher, die Häuser und Hütten beschmieren. Es gab aber auch Tage, an denen im Spieldorf regelrecht randaliert wurde. „Die Täter werfen Gegenstände umher, Werkzeug finden wir oft am anderen Ende des Dorfs. In unseren Königspalast wurde schon eingebrochen, die Täter haben sich Zutritt verschafft und alles durcheinander geworfen.“

Die Liste ist lang: Wandbemalungen werden zerstört, Tücher von der Wand gerissen und zerschnitten. Auch die ein oder andere Bierflasche habe man am Morgen schon gefunden. Und vor zwei Jahren, da haben Randalierer Hämmer aus den Gebäuden geholt und damit das Dach der mittelalterlichen Schmiede zertrümmert.

Kinder sollen so wenig wie möglich mitbekommen

Von solchen Steinzeit-Manieren sollen die Kinder im mittelalterlichen Spieldorf natürlich so wenig wie möglich mitbekommen, versichert Olaf Knöpges. Gefährlich wird es aber dann, wenn man - aus welchen Gründen auch immer - nicht alle Schäden direkt beseitigen kann. Auch, wenn das bisher noch nie vorkam. „Es ist schwierig, mit der Situation umzugehen“, sagt Knöpges.

Man könne sich dagegen natürlich nicht richtig wehren - das Gelände ist eingezäunt, aber über die Absperrung komme man leicht hinüber. Und einen Wachdienst hat das Spieldorf auch nicht, schon gar nicht rund um die Uhr.

Kameras sollen Eindringlinge fernhalten oder überführen

Deswegen habe man für das Spieldorf Argeste nun Überwachungskameras angeschafft. „Die hängen kaum sichtbar und außer Reichweite“, erklärt Knöpges und verweist auf die Dringlichkeit, dass die Kameras nicht zerstört oder abgehängt werden. Die Bilder werden dann live auf einen Computer übertragen, sodass man eventuelle Eindringlinge schon auf frischer Tat ertappen kann. „Irgendwie müssen wir uns vor dem Vandalismus schützen.“

Immer wieder Randale - auch im Elsebad

Ähnlich geht es auch dem benachbarten Elsebad. „Vandalismus passiert leider viel zu oft“, sagt Badmanager Dennis Holmer. Zum Schutz habe man auch dort Überwachungskameras installiert - fünf Stück insgesamt. Und das ist nötig. Erst vor wenigen Wochen waren Eindringlinge nachts mit ihren Spraydosen im Bad - haben an Umkleiden und Gehwege gesprüht und dort ihr Zeichen hinterlassen.

In der Saison werde im Bad nachts oft regelrecht gefeiert. Sitzbänke und auch kaputte Glasflaschen lagen dann am nächsten Morgen schon im Becken. „Das ist das größte Problem“, so Holmer. „Irgendwie müssen die Glasscherben wieder aus dem Becken. Dann kommt der Sauger dran, in der Hoffnung, dass alle Scherben so liegen, dass er sie erwischt. Sonst springen wir ins Becken und tauchen danach.“ Das Horror-Szenario für Holmer: Wenn sich Kinder im Bad verletzen durch die Zerstörungswut anderer.

Um Vandalismus zu vermeiden, fährt die Polizei wohl extra Streife, erklärt Olaf Knöpges. Natürlich können die beiden Grundstücke am Winkelstück in Ergste nicht die oberste Priorität sein. Indes ging bei der Polizei des Kreises Unna in den vergangenen Monaten auch nur eine Anzeige aus dem Elsebad ein: Sachbeschädigung durch Graffiti, vom 30. auf den 31. März. „Ich kann natürlich nur das nachvollziehen, was uns auch gemeldet wurde“, sagt Polizeisprecherin Vera Howanietz.

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