Schwerter Verein in Südafrika: „Alles lief super, dann kam Corona“

Gemeinnütziger Verein

Der Verein Filius leistet seit Jahren Arbeit zur Verbesserung der Lebensumstände in einer der ärmsten Provinzen Südafrikas. Corona hat die Umstände für den Schwerter Verein verändert.

Schwerte

, 01.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der gemeinnützige Schwerter Verein Filius hilft vor Ort in Limpopo, eine der ärmsten Provinzen Südafrikas.

Der gemeinnützige Schwerter Verein Filius hilft vor Ort in Limpopo, eine der ärmsten Provinzen Südafrikas. © Picasa

Der Verein Filius leistet seit einigen Jahren Aufbauarbeit zur Verbesserung der Lebensumstände in Limpopo - einer der ärmsten Provinzen Südafrikas. Der Coronavirus hat auch für den gemeinnützigen Schwerter Verein die Umstände geändert.

„Alles lief super, dann kam Corona“

2019 ging Filius eine Partnerschaft mit dem Ruhrtal-Gymnasium ein. Zusammen kam man dem Ziel der Errichtung eines Schulungszentrums in Limpopo näher. „Es wurden schon erste Vorbereitungen getroffen, um interessierten Schülern die Möglichkeiten zu bieten, selbst vor Ort tätig zu werden“, berichtet Jacqueline Classen vom Filius-Team. „Alles lief super, und das erste Gebäude konnte in Angriff genommen werden, dann kam Corona.“

Seit Ausbruch der Pandemie in Limpopo ginge es nur noch um das Überleben der Einwohner. Die in Zusammenarbeit mit der Partnerorganisation Nourish gegründete Öko-Siedlung musste ihre Pforten schließen. Bis dahin sei das sogenannte „Eco-Village“ ein sicherer Hafen für viele Südafrikaner gewesen.

Die Schließung ist für Jacqueline Classen und ihre Kollegen ein Schlag ins Gesicht: „Die Kinder, die regelmäßig kamen, die Großmütter, auf deren Schultern die ganze Arbeit für die Familien lastet und die nun über keinerlei Einkommen mehr verfügen, müssen zu Hause bleiben.“

Einhaltung der Corona-Maßnahmen so gut wie unmöglich

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in Südafrika seien ähnlich zu denen in Deutschland. Die Umsetzung der Maßnahmen in der armen Provinz seien dagegen so gut wie unmöglich. „Wie soll man Abstand halten in Hütten, wo bis zu zehn Leute in einem Raum zusammenwohnen?“, fragt Classen. „Auf Hygiene zu achten und oft die Hände zu waschen, ist unmöglich, wenn es kein Wasser und keine Seife gibt.“

In Anbetracht der massiven Probleme in Limpopo änderte Filius´ Partnerorganisation Nourish seine Strategie. Zu allererst sollte der Hunger in der Region bekämpft werden. Mit der Hilfe von Spendern, Freiwilligen und lokalen Unternehmen werden zurzeit 405 Menschen mit dem Lebensnotwendigsten versorgt. Es werden Lebensmittelpakete an diejenigen verteilt, die keinerlei Einkommen mehr haben. Um Menschenansammlungen zu vermeiden, werden die Pakete bis vor die Tür gebracht.

Durch selbstgebaute Seifenspender an öffentlichen Orten werde versucht, das Hygieneproblem zu lösen. Dazu startete Filius ein Nähprojekt für Schutzmasken. Momentan werde ein Auftrag von knapp 1500 Masken abgearbeitet.

Filius hilft auch in Schwerte

Dennoch ist der Schwerter Verein auf Hilfe angewiesen. „Die Probleme werden von Woche zu Woche größer“, berichtet Jacqueline Classen. „Wir brauchen Spenden, und jeder Euro zählt dabei.“

Filius leistet nicht nur in Südafrika Hilfe. Der Verein versorgte ein Schwerter Altenheim mit 100 Schutzmasken. Zudem unterstützt Filius das Kinderhilfsprojekt „Gulliver for Kids“ und das ambulante Kinderhospiz des Kreises Unna finanziell.

Durch die große Wahrscheinlichkeit einer Absage des diesjährigen „Bürger für Bürger“-Weihnachtsmarktes bricht eine wichtige Einnahmequelle des Vereins ein. Für den Verkauf auf dem Schwerter Weihnachtsmarkt war geplant, selbst gestrickte Socken zu verkaufen.

Wer Interesse hat, kann die Socken nun nach telefonischer Terminabsprache unter (02304) 973260 schon jetzt erwerben. Wer daran interessiert ist, den gemeinnützigen Schwerter Verein mit einer Spende zu unterstützen, kann einen Betrag auf das Volksbank-Konto von Filius mit der IBAN DE02 4416 0014 6465 0221 00 überweisen.

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