Geld ist da und keiner baut: Minister soll beim Streit um Ergster Verkehrsprobleme helfen

hzKreisel jetzt

Ergste erstickt im Stau - und das, obwohl es eine Lösung für das Verkehrsproblem gibt. Die ist auch schon politisch beschlossen und finanziell abgesichert. Warum dennoch nicht gebaut wird.

Ergste

, 16.08.2019, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 60 Ergsterinnen und Ergster standen am Freitagnachmittag auf dem Feld unterhalb der JVA. Hier, wo die Letmather Straße auf die Ruhrtalstraße trifft, staut sich auch an einem Freitag in den Ferien der Verkehr. An einem Anhänger eines Bauern ist ein Transparent angebracht: „Kreisel jetzt“.

Viele Ergster ärgert der Dauerstau auf den Hauptverkehrsadern ihres Ortsteils. Die Autobahn, Pendler aus Iserlohn und der heimische Autoverkehr sorgen für dicke Luft und nahezu täglich gefährliche Situationen. Und das wird sich noch verschärfen, wenn die Umleitungen für den Ausbau der B236 am anderen Ende der Stadt ausgeschildert sind. „Die meisten führen über die Autobahnzufahrt Ergste“, erläutert Bernd Krause. Er ist Vorsitzender der CDU Ortsunion Ergste-Villigst und einer der Initiatoren der Initiative. Wer in Ergste ab- oder auffährt, kommt an der Einmündung vorbei und landet im Stau.

Lösung für Verkehrsproblem auf später verschoben

Das ärgerliche aus der Sicht der Ergster: Eine Lösung für ihr Verkehrsproblem existiert bereits. Die Einmündung soll nach langen Jahren des Verhandelns zu einem Kreisverkehr umgebaut werden. Allerdings - und hier beginnt das Problem - nicht jetzt, sondern erst später. Und das, obwohl Geld bereit steht und das Projekt auch politisch abgesegnet ist. Denn die ausführende Baufirma Deges will erst den B236 Ausbau in Schwerte erledigen, bevor man Ergste anfängt.

Straßen.NRW betont, man sei komplett auf die Deges angewiesen. Die will Anfang 2020 mit den Ausbauarbeiten an der B236 beginnen. Nur, wenn sich dort der Baubeginn erneut extrem weit nach hinten verschiebt, bestehe die Möglichkeit, dass der Kreisel noch vor der B236 gebaut wird. „Wir können nicht alle Maßnahmen gleichzeitig starten“, so der Projektleiter von Straßen.NRW, Joachim Kaminski, am Freitag auf Anfrage.

Eine Baustellenampel wäre das totale Chaos

Für die Bauphase will die Deges den Verkehr dort mit einer Ampel regeln. „Das wird dann das komplette Chaos“, so Nachbar Lothar Meißgeier. Denn auf dem kurzen Stück zwischen Autobahn und Schwerte muss man dann an sieben Ampeln vorbei.

Geld ist da und keiner baut: Minister soll beim Streit um Ergster Verkehrsprobleme helfen

Die Einmündung Letmather Straße/Ruhrtalstraße ist schon jetzt viel befahren. © Foto: Manuela Schwerte

Allerdings: Ganz fertig sind auch die vorbereitenden Arbeiten von Straßen.NRW noch nicht. Selbst wenn man kurzfristig die Nachricht bekäme, der B236 Ausbau verschiebt sich noch weiter nach hinten, könnte man erst Mitte 2020 anfangen, denn solange brauche man für die restliche Planung und die Ausschreibung der Arbeiten.

Termin beim NRW-Verkehrsminister

Die Ergster wollen sich damit nicht zufrieden geben. Sie haben am Montag einen Termin mit Landesverkehrsminister Hendrik Wüst. Dort reisen sie mit einer Delegation an, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Im Gepäck haben sie über 2000 Unterschriften von Ergstern und Schwertern, die einen sofortigen Bau des Kreisverkehrs fordern.

Und auch den WDR konnten die Nachbarn für ihr Anliegen gewinnen. Der drehte gestern für die Lokalzeit einen Film über die Verkehrsprobleme und begleitet die Delegation zum Minister. Voraussichtlicher Sendetermin ist am Montagabend in WDR 3.

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