Vermieter zahlt, dass der Mieterverein die Abrechnung kontrolliert

hzKooperation in Ergste

Ein Bauherr, der mit dem Mieterverein kooperiert? Was zunächst widersprüchlich klingt, ist es für Vereins-Chef Dieter Reichwald nicht. Er sagt: „Wir sind ins Gespräch gekommen.“

Ergste

, 24.05.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ich fahre ja jeden Tag am Gebäude vorbei“, sagt Dieter Reichwald, der erste Vorsitzende des Mietervereins Schwerte und Umgebung. An der Ruhrtalstraße in Ergste sind in kurzer Zeit vier Gebäude entstanden.

Reichwald schaute auf das Plakat, informierte sich und stellte am Ende fest: „Es lohnt sich ja doch für Bauherren mit dem öffentlich geförderten Wohnungsbau.“ Beim Projekt in Ergste entstehe ja Miet-Wohnraum für größere Familien. „Das ist doch das, was wir wollen.“

Reichwald stellte fest: Bauherr ist Andreas Bartz, die Entwickler des Vorhabens sind Michael Schröer und Wolfgang Behr von der Firma ProjektTeam GmbH. Die beiden waren zuletzt eher in den Schlagzeilen, als es um das geplante Bauvorhaben am Nordwall ging, also um die 40 Wohnungen, die zwischen Ostenstraße und Ruhrtal-Gymnasium entstehen sollen.

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Doch zurück nach Ergste, zum eigentlichen Thema: Reichwald, der nicht nur Mietervereins-Vorsitzender ist, sondern auch Ratsherr der Linken, besichtigte zusammen mit dem Bauherrn und den Projektentwicklern die neuen öffentlich geförderten Mieteinfamilienhäuser. Ebenfalls dabei: Mechthild Kayser, Fraktionsvorsitzende der Linken in Schwerte. Reichwald stellte fest: „Es geht also doch, auch in Coronazeiten.“

97 bis 127 Quadratmeter Wohnfläche

Vier Gebäude mit Wohnflächen zwischen 97 und 127 Quadratmetern sind entstanden. Und das auch „für alle Beteiligten in wirtschaftlicher Form,“ wie Schröer und Behr deutlich machten und wie es auch Bauherr Bartz bestätigte.

Reichwald erläutert: „Das Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen in Verbindung mit den Vergünstigungen des Bundes in Form von KfW-Darlehen und steuerliche Unterstützung ermöglicht dem Bauherrn ein zwar sehr langfristiges, aber auch wirtschaftlich sehr interessantes Engagement im Wohnungsbau.“

Schon kurz nach dem Bekanntwerden waren die Mieteinfamilienhäuser vermietet. „Die Nachfrage ist enorm“, machte Andreas Bartz deutlich. Er unterstrich: Die Höhe der Miete bewege für Schwerter Verhältnisse bei Neubauten „in einem sehr erträglichen Rahmen“. Und auch die Betriebskosten würden sich im „Normalen“ bewegen.

Vermieter zahlt die Überprüfung der Nebenkostenabrechnung

Bei der Überprüfung, dass das tatsächlich so ist, kommt nun der Mieterverein ins Spiel. Die Mieter könnten nach Zusendung der ersten Abrechnung diese beim örtlichen Mieterverein an der Bahnhofstraße auf ihre Richtigkeit überprüfen lassen. „Kostenlos“, wie Dieter Reichwald und Andreas Bartz übereinstimmend erklärten. Die Kosten werden vom Vermieter getragen.

„Unsere Abrechnungen sind transparent. Daher haben wir diesen Weg gewählt“, betont Bartz für die Eigentümer. „Sicherlich ungewöhnlich und für Schwerte eine neue Art der Zusammenarbeit, aber wir sind selbstverständlich auch bei anderen Vermietern und Verwaltern für diese oder ähnliche Zusammenarbeit offen, so sie dem Mieter zugutekommt“, ergänzt Reichwald.

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